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Am Donnerstag, 26. Oktober, findet die traditionelle Schwazer Kulturmeile statt. Von 11:00 bis 18:00 Uhr haben die teilnehmenden Schwazer Museen bei freiem Eintritt durchgehend geöffnet. Auch heuer sind wieder einige Schmankerl für Kulturliebhaber dabei.

SCHWAZ - Der Startschuss der Kulturmeile fällt heuer um 10:30 Uhr im Museum der Völker mit den traditionellen Kanonenschlägen. "Das Museum der Völker wurde gerade neu eröffnet. Am ersten Wochenende kamen an die 800 Besucher", weiß Ines Mailer-Schrey, Kutlur-Referentin der Stadt Schwaz. Im Museum der Völker gibt es neben der aktuellen Sonderausstellung von Leon Pollux "Menschen" Sonderführungen durch das Museum mit Besucherbeteiligung und ein Kinderprogramm. Die nächste Station ist die Friedhofskapelle. Diese wurde vom Künstler Martin Schwarz-Lahnbach neu aufbereitet. Ein weiterer Programm-Punkt ist für Dr. Reinhard Prinz vom Kulturamt ein Fixpunkt: "Die Queen Heaven Show des Planetariums sollte man sich nicht entgehen lassen", sagt er. Diese "unglaubliche" Show findet um 17:15 im Planetarium Schwaz statt. Die Hommage an die Rocklegenden um Lead-Sänger Freddie Mercury dauert ca. 80 Minuten und zeigt viele originale Musik-, Bild- und Tonaufnahmen von Queen.

Jugend musiziert im Silbersaal

Im Schwazer Silbersaal spielt das Jugend-Sinfonieorchester Dornbirn (Beginn: 15:00 Uhr). Das 80 Musiker starke Orchester ist Gast in den größten Konzerthäusern Europas und "die Jugendlichen stehen den Erwachsenen um nichts nach", findet Mailer-Schrey. In der Galerie der Stadt Schwaz stellt die Berliner Künstlerin Käthe Kruse ihre Kunst aus. Sie war in den 1980er Schlagzeugerin der Band "Die Tödliche Doris" mit Ausflügen zum Film, zur Bildenden Kunst, zur Literatur und zur Performance-Kunst. Um 18:00 Uhr spricht die Künstlerin selbst zu den Besuchern mit dem Vortrag "Die Genialen Dilletanten und die Mariakissen der Tödlichen Doris". Eine andere Art von Peep-Show gibt es in der Galerie Unterlercher zu sehen. Dabei kann jeder dem Künstler Norbert Eisner heimlich zuschauen. Dieser arbeitet hinter einem "Schranken" und "peeping" ist zwischen 14:00 und 15:00 Uhr sowie zwischen 16:00 und 17:00 Uhr möglich. Außerdem werden Eisners Werke in der Galerie Unterlercher ausgestellt.

"Schwaz neu kennen lernen"

Gottfried Winkler, ein Schwazer Stadtführer, führt um 11:30 und um 15:00 Uhr durch die Gassen und Winkel von Schwaz. Hier können auch Einheimische etwas über ihre Heimat lernen, denn "Schwaz kennt man nicht als Schwazer", sagt die Kultur-Referentin. Außerdem haben während der Kulturmeile das Rabalderhaus, die Goldschmiede Schneider-Rappel, die Feuerwehr Schwaz, der Modelleisenbahnverein, das Rathaus, das Franziskanerkloster, das mikrobiologische Labor am Lahnbach, das Toni Knapp-Haus, das Schlossermuseum Stauder und die Burg Freundsberg geöffnet und zeigen interessante Ausstellungen. Das Mahtoi-Haus zeigt eine Ausstellung über den "Schiefen Turm von Schwaz" - und man kann ebenfalls den neuen Glockenturm besichtigen.
Den Abschluss der Kulturmeile macht traditionell "Großer Österreichischer Zapfenstreich" im Stadtparkt Schwaz um 19:30 Uhr. (mk)
Neue Daten des Innen-Ministers: Fast jede zweite Straftat in Tirol wird offenbar von einem Ausländer begangen. Das gilt auch für Vergewaltigungen (44%).

Österreich/Tirol - Eine Anfrage von FPÖ-Frauensprecherin NR Carmen Schimanek zu sexuellen Übergriffen in Österreich und eine Anfrage zur Ausländer-Kriminalität von NR Dr. Walter Rosenkranz (FPÖ) wurden kürzlich von Innenminister Mag. Wolfgang Sobotka (ÖVP) mit aktuellen Zahlen beantwortet.

Einige Fakten...

Laut "Statistischem Jahrbuch 2017" gibt es in Österreich 15,3 % Ausländer (oder: 1,34 Millionen). Diese "niedrige" Zahl erklärt sich dadurch, dass Jahr für Jahr Tausende Ausländer die Staatsbürgerschaft erhalten und hier geborene Kinder von Ausländern üblicherweise automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten. Knapp 600.000 Ausländer sind übrigens derzeit kürzer als 5 Jahre im Land (z.B. Asyl).

Österreich: Ausländer bei über 40% aller Straftaten "tatverdächtig"

Im ersten Halbjahr 2017 gab es in ganz Österreich 131.700 Straftaten bzw. „Tatverdächtige“.
Davon sind 53.060 – oder über 40% – Ausländer. Von den etwa 2.300 Sexual-Straftaten im ersten Halbjahr 2017 wurden in Österreich 296 Vergewaltigungen begangen, 131 Tatverdächtige sind Ausländern. Das sind über 44%. 623  Mal gab es sexuelle Belästigungen und unzüchtige Handlungen in der Öffentlichkeit. Davon gehen über 43% auf das Konto von Tätern mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Österreicher mit Migrations-Hintergrund werden in der Statistik nicht erfasst.
Bereits 2016 stieg die Zahl der Sexualverbrechen auf 5.252 Fälle an. 30% davon wurden von Ausländern begangen. 2015 waren es noch 4.136 Sexual-Verbrechen.

NR Schimanek: "Nicht nur subjektives Empfinden!"

Das seien laut NR Schimanek "schockierende Details". Beinahe flächendeckend sei die Gesamtzahl der Übergriffe auf Frauen durch Ausländer zwischen 2014 und 2016 deutlich gestiegen. Schimanek dazu: "Seit 2015 verweigern SPÖ, ÖVP und GRÜNE jegliche Zusammenarbeit bei der Lösung des Problems mit der Ausrede, dass es sich hierbei nur um ein subjektives Empfinden handle! Nun haben wir es schwarz auf weiß! Mit dem gesetzeswidrigen Import von nahezu 100.000 vorwiegend jungen Männern allein im Jahr 2015 hat die Bundesregierung den Grundstein für diese Entwicklung gelegt." Das Innenministerium betont indessen, dass es sich bei den Zahlen noch um "Rohdaten" handle.

Tirol: 47% aller Tatverdächtigen sind Ausländer    

In Tirol wurden im ersten Halbjahr 2017 (Jänner bis Juni) 13.391 Tatverdächtige registriert. Davon waren 6.309 Ausländer. Das sind über 47%! Im Bezirk Kufstein wurden 1.497 Verbrechen begangen, davon 39% von Ausländern. Im Bezirk Schwaz waren es 1.308 Straftaten, davon wurden 623 von Ausländern begangen – oder ca.  47%. In Innsbruck gehen von den 3.788 Straftaten fast 49% auf das Konto von Ausländern.
Am Dienstag, 15. August, ist in Österreich der Tag, an dem Arbeitnehmer nur noch für sich arbeiten – und nicht mehr für die Staatskasse. Bei zwei Drittel der EU-Staaten ist der Tax Freedom Day deutlich früher!

Österreich - Der Tax Freedom Day (TFD), errechnet durch das Austrian Economics Center, fällt heuer auf den 227. Tag im Jahr und somit auf Maria Himmelfahrt (15. August). Der TFD markiert den Zeitpunkt eines Jahres, an dem das Einkommen des durchschnittlichen Steuerzahlers nicht mehr zur Deckung von Steuern und Abgaben weitergegeben wird. Das bedeutet, dass der Steuerzahler bis zum 14. August ausschließlich für die Staatskasse arbeitet.
In Österreich besteht im internationalen Ländervergleich durchaus Aufhohlbedarf: "Wir sind Spitzenreiter im Bezug auf Lohn- und Lohn-Nebenkosten in Europa. Im OECD-Vergleich belegen wir den traurigen 6. Platz. Zwei Drittel der EU-Staaten sind hier besser aufgestellt als Österreich", erklärt  Clemens Plank, Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft Tirol (JW). Österreich hat laut Wirtschaftskammer Lohn- und Lohnnebenkosten von 47,1% und liegt damit hinter den Spitzenreitern Belgien (54%), Deutschland (49,4%) an sechster Stelle.

Berechnung des Tax Freedom Day

Wenn man den Tax Freedom Day mit anderen Ländern vergleicht, ist Österreich mit dem 15. August auch hinter Deutschland zurück: Deutschland "feierte" dieses Jahr den TFD am 19. Juli, die Schweiz am 30. Juni und die USA bereits am 23. April.
Berechnet wird der Tax Freedom Day vom Austrian Economic Center (AEC): "Es werden die zu zahlenden Steuern und Abgaben ins Verhältnis zum Einkommen der Haushalte und Unternehmen in Österreich gesetzt. Im nächsten Schritt wird der daraus errechnete Prozentsatz auf das Jahr mit 365 Tagen umgelegt und man erhält so den Tax Freedom Day", erklärt das AEC auf seiner Website. Die Berechnung des TFD erntet jedes Jahr Kritik: Würde man den Tag anhand der Abgabenquote, also der Wirtschaftsleistung, berechnen, wäre der Tag heuer bereits Anfang Juni gewesen. (mk)

Plastik: Aus den Regalen in die Welt-Meere

Freitag, 25 August 2017
Freigegeben in International
Jährlich werden in Österreich etwa vier Milliarden Getränke in Wegwerf-Flaschen, Kartons oder Dosen verkauft. Umweltorganisationen fordern nun mehr Mehrweg-Verpackungen in den Supermarkt-Regalen. Ein Problem, das aber nicht nur Österreich betrifft...

Österreich/International - Sieben österreichische Umwelt- und Abfallorganisationen wollen die Mehrweg-Verpackung wieder stärken: In einem offenen Brief wandten sie sich an Umweltminister DI Andrä Rupprechter (ÖVP) und forderten einen gesetzlich geregelten Anteil an Mehrweg-Verpackungen in Österreich. Als positives Beispiel wird Deutschland angeführt: "Deutschland hat aktuell einen Mehrweg-Anteil von 45 Prozent bei Getränke-Verpackungen. Das neue Verpackungs-Gesetz schreibt eine Steigerung auf 70 Prozent vor", sagt Christian Pladerer vom Österreichischen Ökologie Institut. Zusammen mit GLOBAL 2000, "die umweltberatung" Wien, ÖKOBÜRO, RepaNet, VAVÖ und dem WWF Österreich unterzeichnete das Österreichische Ökologie Institut den offenen Brief.
Das Verpackungs-Gesetz tritt in Deutschland am 1. Jänner 2019 in Kraft und wird zusätzlich zur Prozentsteigerung an Mehrweggebinden eine Hinweispflicht an Getränkeregalen sowie die Ausweitung der Pfandpflicht für Einweggetränke-Verpackungen in die deutschen Supermärkte bringen.

Nur 20 Prozent Mehrweganteil in Österreich

In Österreich gibt es ein ähnliches Projekt: Die "Nachhaltigkeits-Agenda Getränke-Verpackungen" basiert jedoch auf Freiwilligkeit. Diese Übereinkunft gibt es seit 2008 und soll 2017 neu verhandelt werden. "Seit die gesetzlichen Vorgaben durch die freiwillige Nachhaltigkeits-Agenda Getränke-Verpackungen ersetzt wurde, ist der Mehrweganteil bei Getränken von 60 auf 20 Prozent gesunken", kritisiert GLOBAL 2000-Geschäftsführerin Leonore Gewessler. "Dabei sollte die Entwicklung genau umgekehrt sein. In den SDGs, den Nachhaltigkeitszielen der UNO, hat sich Österreich auch zu mehr Ressourcen-Effizienz verpflichtet." Fast alle Limonaden-, Fruchtsaft- und Mineralwasser-Flaschen stehen in Österreichischen Supermärkten als Einweg-(PET)-Flaschen im Regal – mit wenigen Ausnahmen – wie z.B. Fritz-Cola, oder Römerquelle-Mineralwasser. Mehrweg-Getränkeflaschen stellen einen großen Vorteil für die Umwelt dar. Eine Mehrweg-Flasche ersetzt laut GLOBAL 2000 etwa 20 bis 40 Einweg-Flaschen.

Globales Plastik-Problem

Lediglich 28 Prozent der Einweg-Flaschen (PET) werden in Österreich recycelt. Doch was passiert mit den restlichen Flaschen?
Ein großer Teil davon landet im Restmüll und wird in Müllverbrennungsanlagen verbrannt. Viele Flaschen landen aber auch in der Natur, ebenso Plastiksackerl oder Kosmetika mit Kunststoffpartikel und richten dort großen Schaden an. Es landen jährlich rund 40 Tonnen Plastik in der Donau – auf dem Weg ins Mittelmeer...

8 Mio. Tonnen Plastik in den Weltmeeren. Pro Jahr!
 
Eines der größten Plastik-Probleme gibt es in den Meeren. Jedes Jahr landen acht Millionen Tonnen Plastik in den Ozeanen. Vom Plastik im Meer ist nur ein Prozent an der Meeresoberfläche auffindbar – 99 Prozent enden als Mikroplastik im Wasser. Sind diese Mikroplastik-Partikel kleiner als fünf Millimeter werden diese oftmals von Fischen mit Plankton verwechselt und gefressen – der Rest dieser Partikel sinkt zum Meeresboden ab. So hat sich mittlerweile eine Gesamtsumme von circa 150 Millionen Tonnen Plastik in den Weltmeeren angesammelt! Wenn diese Entwicklung so weiter geht, wird es im Jahr 2050 mehr Kunststoff als Fische im Meer geben.

Gefahr für Mensch und Tier

Für die menschliche Gesundheit stellen vor allem die beigemischten Zusatzstoffe ein Problem dar. Diese gelangen in die Umwelt und beispielsweise über die Nahrungs-Kette wieder in den menschlichen Körper. Die Zusatzstoffe sind für Tiere und andere Lebewesen ebenfalls gefährlich. Für die Tiere ist die größere Gefahr aber eine andere: Sie sehen den Müll oftmals als Futter und fressen diesen. Anfang 2017 fanden Forscher der Universität Bergen 30(!) Plastiktüten und jede Menge Mikroplastik im Magen eines Wals an der norwegischen Küste. (RoKu-Filmtipp: Plastic Planet!)
Jährlich kosten laut NABU (Naturschutzbund Deutschland) die Überbleibsel der Wegwerfgesellschaft bis zu 100.000 Meeressäugern und einer Million Meeresvögel das Leben. Die Tiere verhungern mit vollen Mägen, da Plastik den Verdauungsapparat verstopft. Sie verfangen sich in Plastikabfall, ertrinken oder erleiden schwere Verletzungen bei den Befreiungsversuchen... (mk)

ÖVP-Kritik an "selbst ernannten Seenot-Rettern"

Freitag, 28 Juli 2017
Freigegeben in Politik
Über 110.000 Menschen sind laut UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bis Mitte Juli über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Unterstützt werden deren Schlepper dabei laut Minister Sobotka (ÖVP) von "selbst ernannten Seenot-Rettern", die illegale Einwenderer vor der Küste Nordafrikas aufsammeln.

International - Den Meldungen, dass Hilfsorganisationen Schlepper unterstützen und Illegale direkt vor Nordafrikas Küste übernehmen, wurde bisher wenig Beachtung geschenkt. Doch seit wenigen Tagen erheben auch Regierungs-Mitglieder aus Österreich und Deutschland diese Vorwürfe. Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht das Vorgehen von Nicht-Regierungsorganisationen vor der italienischen Küste zur Rettung von Illegalen "kritisch", berichtet die Nachrichtenagentur AFP. "Die Italiener untersuchen Vorwürfe gegen NGOs", sagte de Maizière den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Sein italienischer Minister-Kollege Marco Minniti habe ihm gesagt, dass die Schiffe in libysche Gewässer fahren würden und vor dem Strand ihre Positionslichter einschalten, um den Schiffen der Schlepper schon mal ein Ziel vorzugeben.

Sobotka fordert Strafen

Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) forderte zuletzt, dass diese "selbst ernannten Seenot-Retter" mit Strafen belegt werden. Sie kooperieren laut Sobotka direkt mit den Schlepperbanden vor der libyschen Küste. Sobotka zu einer deutschen Tageszeitung: "Es ist absehbar, dass sich die Lage zuspitzt… dass das nicht gut ausgeht!" Man müsse es abstellen, dass die NGOs direkt in libysche Hoheitsgewässer fahren "und dort die Flüchtlinge direkt von den Schleppern übernehmen", sagt Sobotka. Auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) fordert: "Die NOGs, die im Mittelmeer aktiv sind, müssen gewisse Bedingungen einhalten: Sie dürfen nicht mit Schleppern kooperieren. Sie dürfen nicht in libysche Hoheitsgewässer einfahren und sie sollen ihre Finanzen transparent offenlegen."
Derzeit stellen NGO-Schiffe laut Minister Thomas de Maiziére teilweise widerrechtlich ihre Transponder ab, damit ihr Einfahren in libysche Hoheitsgewässer nicht verfolgt werden kann. Mit ihren Positions-Leuchten würden sie die Schlepper-Schiffe dann einweisen. "Auswüchse der Asyl-Industrie", wie Insider berichten. Allein die Rechtsberatung, Unterbringung und Betreuung der Asylanten sei in Österreich ein "Millionengeschäft". (hp)

"Grüazi Nochbär!"

Mittwoch, 26 Juli 2017
Freigegeben in AUTO News
ROFAN-KURIER Redakteur Stefan Prosser lebte einen Männertraum – mit einem PS-Monster über die Schweizer Passlandschaft. 530 PS bingen den „Porsche Turbo S“ von 0 auf 100 km/h in unter drei Sekunden. Hier sein Erlebnisbericht:

Österreich/Schweiz - Der Wunsch nach einem reinem Autofahr-Urlaub bestand schon länger – ein Männerkurzurlaub, für die Seele, das Gemüt und auch ein bisschen um den kleinen Buben in sich selbst zum Lachen zu bringen. Ein Urlaub mit möglichst vielen PS, vielen Höhenmetern, viel Freude am Fahren und kulturellen Pflicht-Stopps nur am Rande. Das Ziel: die nahegelegene Schweiz – für uns Tiroler ein Katzensprung. Aber wie oft fährt man wirklich zu den Eidgenossen? Ich selbst kenne die Schweiz als Reiseland kaum. Zusammen mit meinem Freund und Arbeitskollegen Tom nahm ich die Stecke nach Graubünden in Angriff. Die Alpenstraßen und Pässe sollten uns drei Tage lang begeistern.
Doch welches Gefährt wählt man für eine so abwechslungsreiche und kurvenreiche Strecke? Für eine  besondere Reise braucht man ein besonderes Gefährt: Eine nicht alltägliche Karosse, die möglichst auch zum Streckenprofil passt. Das Auto sollte flink und wendig in den Kurven sein, ebenso leichtfüßig wie adrett. Ein anmutiges und doch robustes Gefährt um uns sicher und mit natürlich auch mit Spaß an unsere Ziele, die Pässe und Passstraßen der Schweiz, zu bringen. Die Wahl fiel auf einen Porsche, genauer das 997er Modell der 911er Serie. Auf dem Heck steht "Porsche Turbo S" und bis vor kurzem wusste ich nicht genau was das im Detail bedeuten kann – ich durfte es genauer kennen lernen…

Das Auto

Wortwörtlich hinter dem Emblem am Heck verbirgt sich ein 6-Zylinder Boxermotor mit 3,8 Litern Hubraum der dank Biturbo-Aufladung 530 PS generiert. Ja richtig gelesen 530 Pferdestärken und die schieben den 911er mit dem Sportautomatikgetriebe PDK in unter drei Sekunden auf 100 km/h. Die Beschleunigung setzt so spontan ein, als würde man mit 890 Newtonmeter nach vorne katapultiert. Dank Allradantrieb wird die Kraft auf alle vier Räder verteilt und das Heck bleib dank Stabilitätskontrolle in der Spur. Die gut 1700 kg Leergewicht und eine exzellente Fahrphysik garantieren Gripp in der Kurve.

kehre
Eine Kehr auf dem Weg nach Soglio.

Nicht zuletzt die Bremsanlage ist ein weiterer Garant für Sicherheit - die Keramikbremsen bringen den 911er Turbo S in zwei Sekunden von 100 km/h auf 0 km/h. Der Klang des Porsches ist einmalig: Bei höheren Drehzahlen kommt einem das Aggregat wie eine Mischung aus Turbine und Raketenantrieb vor – ein Erlebnis für sich. Der Porsche 911 Turbo S ist ein Sportwagen mit Straßenzulassung und in seiner Kompromisslosigkeit nicht empfehlenswert für ungeübte Fahrer. Die Leistung des Wagens ist respekteinflößend und es muss einem im Hinterkopf bleiben, dass es gefährlich sein kann die volle Leistung abzurufen. Das verantwortungsbewusste und respektvolle Fahren mit einem so starken Auto sind ein absolutes Muss. Mit Tom Pentsch mit jahrelanger Motorsporterfahrung hatte ich den richtigen Fahrer zur Seite. Die Reise konnte beginnen.

Die Strecke

Von Innsbruck aus fuhren wir in Richtung Reschenpass, ein kurzer Abstecher nach Samnaun bescherte uns die erste kurvige Strecke und den ersten Vorgeschmack für unsere dreitägige Tour mit vielen Pässen vorbereitete und uns auch noch einen relativ günstigen Tankstopp bescherte. Der 911er mag Super Plus oder besser noch 100 Oktan Premium-Benzin und davon rund 13 Liter pro 100 gefahrenen Kilometern. Am Reschensee konnten wir nicht umhin ein Foto vom Kirchturm der 1950 versunkenen Gemeinde Alt-Graun zu machen, die Sonne spiegelte sich im See und Petrus schien uns mit dem Wetter gnädig gestimmt zu sein.

Reschenpass
Am Reschenpass mit dem Porsche Turbo S

Bei Mals im Vintschgau ging es nach Westen und bei Matrei im Münstertal über die Grenze in die Schweiz. Die Frage der eidgenössischen Grenzer ob wir Waren zur Einfuhr dabei hätten, kommentierten wir wahrheitsgemäß, dass im Auto nur zwei kleine Koffer vorne Platz hätten, die Beamten lachten und winkten uns durch. An dieser Stelle eine Anmerkung zum Stauvolumen des Autos – es haben maximal zwei Handgepäcks-Trolleys vorne Platz. Der Porsche hat einen Heckmotor und im Bug des Fahrzeuges sitzen das Getriebe und andere Nebenaggregate. Staufläche hat man sehr wenig. Kein Platz, dafür aber Leistung, Leistung und nochmals Leistung.
Über die Bundesstraße 28 ging es durch das Münstertal / Val Mustair rauf zu unserem ersten, recht moderaten Pass, den Ofenpass. Die Strecke führt durch dicht bewaldete Gebiete mit spärlicher Besiedelung. Leider immer wieder Baustellen und wechselseitiges Anhalten des Verkehres. Hier passierte auch schon das erste Malheure, kurz nach dem Ofenpass hatten wir uns einen Markierungsnagel eingefahren. Wo bekommt man Freitag Nachmittag Ersatz für einen exotischen Sportreifen her?

Reifenpanne
Ein Nagel im Reifen sorge für eine unbeabsichtigte Pause!

In Zernez fanden wir ein unscheinbares Autohaus, dessen hilfsbereiter Besitzer Herr Matz uns den Reifen flickte. Nach der ungewollten Reifenpanne ging es weiter über den Albulapass, Savognin und den Julierpass in Richtung Silvanasee zu unserer Unterkunft in Celerina. Der Albulapass und Julierpass markieren die Wetterscheide Europas. Westlich der Pässe fließt das Wasser in den Rhein, östlich davon über den Inn in die Donau.
Der zweite Tag führte uns abermals über den Julierpass zur Via Mala das übersetzt so viel wie "schlechter Weg" bedeutet. Diese tiefe Schlucht war einst eine gefürchtet und unfallreiche Westrecke zwischen Chur und San Bernandino. Die engen Kurven und Steigungen waren für den Porsche ein Leichtigkeit und nach der Besichtigung der Schlucht ging es weiter in Richtung Splügenpass. Die Anfahrt zum Pass vom schweizerischen Rheinwald ist zwar serpentinenreich, jedoch fahrtechnisch nicht anspruchsvoll. Auf der italienischen Seite geht es über einen Stausee bei Montespluga weiter über die abwechslungsreiche SS36 Splügenpassstraße nach Chiavenna. Kehren, enge Windungen, längere Gerade und ein Abwechslungsreiches Straßenbild eingebettet in die Schweizer-Italo-Alpen eine wundervolle Strecke nicht nur mit einem Sportwagen. Uns folgen und überholen auf dieser Strecke viele Motorrad-Fahrer. In Chiavenna wird es Zeit für einen Espresso, die älteren Italiener am Nachbartisch verstehen wir wegen schlechten Italienischkenntnissen nicht. Die Handbewegungen der Signores beim Starten des Porsches sind international verständlich - ein Handbewegung als würde man ein Pferd antreiben - wir grinsen ihnen zu und starten den Boliden mit einen Kavalierstart los, dem ein tiefes Röhren aus der Doppelauspuffanlage folgt. Die Herrschaften am Tisch lachen euphorisch auf wie junge Buben und strahlen uns glückselig an. Der Porsche ist auch eine Zeitmaschine, er macht im Handumdrehen aus 70 jährigen Männern wieder Lausbuben – unbezahlbar. Die Schnellstraße lotst uns weiter zurück in die Schweiz, Italien war für uns nur eine Stippvisite. Nach dem Grenzübergang in Bregaglia geht es die Berge hoch zum verschlafenen Bergdorf Soglio im Bergell Tal. Soglio hat seit 1980 rund 20 % seiner Einwohner verloren, circa 40 Personen weniger leben heute in der 167 Seelen-Gemeinde als in den Frühen 1980er Jahren. Der Blick vom Dorfplatz zum Piz Duan und zum Gletscherhorn ist atemberaubend und entschädigt dafür, dass wir keinen einzigen der 167 Dorfbewohner gesehen haben.

soglio
Die Straße nach Soglio war sehr kurvig.

Über die Hauptstraße 3 geht es weiter zum Malojapass, auf dem in der Höhe von 1815 m aus mehreren Quelltälern der Inn entspringt. Der Malojapass ist ein recht breite Hochebene mit einem See den Silsersee, der zum Verweilen einlädt. Wir erreichen am frühen Abend St. Moritz.

Am dritten und letzten Tag unsere Alpenpass-Tournee geht es von St. Moritz aus über die Hauptstraße 27 nach Susch und weiter über den langgezogenen Flüelapass auf der Hauptstraße 28 nach Davos. Das relativ unspektakuläre Davos lassen wir recht früh wieder hinter uns und fahren über den Wolfgangpass nach Klosters. Über Vaduz betreten wir wieder Österreichischen Boden bei Feldkirch und treten über den Arlberg die Heimreise an. Die Gesamtstrecke von circa 1200 km legten wir mit einem Durchschnittsverbrauch von knapp unter 12 Litern pro 1000 Kilometern zurück.

julierpass
ROFAN-KURIER Redakteur mit dem Porsche Turbo S.

Nachwort - Die Schweiz und Verkehrsübertretungen

Wir waren vor Beginn der Reise von dem rigiden Strafkatalog der Schweizer Behörden gewarnt worden und haben uns streng an die Höchstlimits gehalten. Bei Übertretungen von 2 km/h werden in der Schweiz schon Strafmandate ausgestellt. Sollte man die Höchstgeschwindigkeit um 50 km/h überschreiben wie beispielsweise 120 km/h in der 80 km/h Beschränkung, so kann bis zu einem Jahr Gefängnis und die Versteigerung des eigenen Autos als Bestrafung folgen. Bei einer Reise in die Schweiz also unbedingt genau auf das Tempo achten. In diesem Sinne: "uf Widerluege"! (stp)


"Rasch, genau und sachlich" wolle das Land Tirol die Liste von eventuellen türkischen Doppelstaatsbürgern prüfen lassen, hieß es kürzlich in einer Aussendung. Das Innenministerium hatte der Landesregierung kürzlich die entsprechenden Daten übermittelt.

Tirol - Vom Innenministerium ist vor wenigen Tagen der Abteilung Staatsbürgerschaft des Landes Tirol ein Datenträger mit angeblichen türkischen Wahllisten übermittelt worden. Diese Personen sind eventuell Doppel-Staatsbürger. Der Datenträger wurde in Empfang genommen und wird in einem ersten Schritt von EDV-Technikern des Landes gesichert werden. "Wir werden dann unverzüglich in Abstimmung mit dem Innenministerium und weiteren Dienststellen des Bundes sowie der Länder abklären, ob die Daten echt und richtig sind und ob sie die Grundlage für allfällige Verfahren zur Feststellung der Staatsbürgerschaft bilden können", erklärt LH Günther Platter zur Diskussion um türkische Wählerlisten.

"Prüfung schnellstmöglich abgeschlossen", verspricht Platter!

"Diese umfassende Prüfung wird schnellstmöglich abgeschlossen werden. Bis dahin können die Listen weder in staatsbürgerschaftlicher Hinsicht noch sonstwie endgültig bewertet werden. Tirol wird jedenfalls – wie schon bisher in Feststellungssachen – die notwendigen Prüfungen rasch, genau und sachlich vornehmen", betonte der Tiroler Landeshauptmann weiters. Nach Auskunft des Innenministeriums enthält die Liste keine genauen Angaben der Wohnorte, weshalb ohne weitere Erhebungen eine unmittelbare Feststellung der Zuständigkeit der einzelnen Länder nicht möglich sein wird.
Am 1. Mai und am 26. Oktober haben Herr und Frau Österreicher frei. Warum...? Der 1. Mai ist der Staatsfeiertag und der 26. Oktober ist Nationalfeiertag. Der ROFAN-KURIER hat sich die Unterschiede und historischen Hintergründe der beiden Feiertage angeschaut...

Österreich - Die Tage um den 1. Mai sind in Tirol mit Tradition verbunden. Der Maibaum wird aufgestellt, das Maifest findet statt und die Musik zieht von Haus zu Haus: Das Maiblasen steht am Programm! Tiroler Tradition am 1. Mai – an Österreichs Staatsfeiertag.

Staatsfeiertag

Der erste Staatsfeiertag wurde 1934 gefeiert. Bundeskanzler Dr. Engelbert Dollfuß (Christlichsoziale Partei - Vorgänger ÖVP) fasste 1934 den "Tag der Arbeit", den "Tag der Jugend" und den "Tag der Mutter" zusammen und "begründete" den Staatsfeiertag. "Wir haben den 1. Mai gewählt, weil der 1. Mai der Träger der Symbole der erwachenden und erwachten Natur, auch gleichzeitig der Tag der Jugend ist, als Tag der Arbeit gilt und den Beginn des der Mutter Gottes geweihten Monats kündet", erklärte der damalige Bundeskanzler im Rahmen der Feier anlässlich der Proklamation (Ausrufung) der Österreichischen Verfassung – am 1. Mai 1934.  Der Tag wurde daher auch Tag "zum dauernden Gedenken an die Proklamation der Verfassung" genannt.
Während der Zeit des Nationalsozialismus in Österreich (1938-1945) wurde der 1. Mai als der "Tag der deutschen Arbeit" oder auch als "Tag der nationalen Arbeit" gefeiert. Nach Kriegsende 1945 gab es einige Jahre keinen Staatsfeiertag, erst 1950 wurde der 1. Mai wieder offiziell als Staatsfeiertag festgelegt. Ob der 1. Mai in den Zeiten der Besatzung gefeiert wurde ist nicht bekannt. Definitiv wurde der 1. Mai als Staatsfeiertag wieder 1956 gefeiert – nachdem alliierte Soldaten Österreich verlassen hatten. Im vorhergegangenen Jahr erklärte Bundeskanzler Dr. Leopold Figl am 26. Oktober 1955: "Österreich ist frei!"

Nationalfeiertag: 26. Oktober

An diesem Tag wird die "immerwährende Neutralität" Österreichs gefeiert. Doch erst seit 1965 ist der 26. Oktober Österreichs Nationalfeiertag. Damals beschloss eine Abstimmung im Parlament, dass der 26. Oktober der Nationalfeiertag werden sollte. Das Datum des damaligen "Tag der Fahne" wurde aus vier Vorschlägen ausgewählt. Zur Abstimmung standen außerdem noch der 12. November (1918 wurde an diesem Datum die erste Republik ausgerufen), der 27. April (1945 wurde eine provisorische Staatsregierung gebildet) und der 15. Mai (Unterzeichnung des Staatsvertrages, 1955). Durch eine Mehrheit im Parlament wurde der 26. Oktober dann 1965 zum Nationalfeiertag erklärt! (mk)

Schonner: "Schluss mit dem Wirtschafts-Bashing“

Dienstag, 04 April 2017
Freigegeben in Politik
Als Wirtschaftsbund-Vize im Bezirk besucht Wolfgang Schonner (ÖVP) Firmen im ganzen Unterland. Dass Leute wie Erwin Zangerl (AK) oder Gebi Mair (GRÜNE) immer auf die Wirtschaft einprügeln, geht ihm gehörig auf die Nerven: "Die haben keine Ahnung, womit wir Unternehmer uns täglich herumschlagen müssen..."

Österreich/Tirol - Auf die "reichen" Unternehmer loszugehen, das kommt bei den GRÜNEN gut an! Und auch die AK legt in ihren Werbe-Campagnen nahe, man müsse den armen Arbeitnehmern gegen die Unternehmer zu ihrem Recht verhelfen.
"Das ist lächerlich. In Österreich ist jede Kleinigkeit mit Gesetzen und Verordnungen geregelt. Gerade im Angestellten-Bereich hat der Betrieb ohnehin keine andere Möglichkeit, als korrekt abzurechnen. Freilich gibt es schwarze Schafe. Aber hier wird seitens der AK oft auch für Leute gekämpft, die ihren Betrieb durch ihr Verhalten schädigen oder im Stich lassen!", ärgert sich Wirtschaftsbund-Bezirksobmann Stv. Wolfgang Schonner (ÖVP). Zum Handkuss kämen hier meist Klein- und Mittelbetriebe: "Bei großen Konzernen trauen sich viele Mitarbeiter gar nicht, gegen Miss-Stände vorzugehen", sagt Schonner. Bei aller Kritik an den Unternehmern sollte man nicht vergessen, dass viele Unternehmer, wenn man die Arbeitsstunden berücksichtigt, oft weniger verdienen, als ihre eigenen Mitarbeiter.

Klein und Mittelbetriebe stellen die meisten Arbeitsplätze

Schonner hat sich die aktuellen Zahlen beschafft: In Tirol gibt es derzeit 277.000 Arbeitnehmer. Knapp 237.000 davon arbeiten in gewerblichen Unternehmen, "nur" 41.000 finden Arbeit in der Industrie. In "seinem" Bezirk Kufstein werden aktuell 1.742 Lehrlinge ausgebildet, über 34.000 Menschen haben im Bezirk ihren Arbeitsplatz. Der Bezirk zählt 4,5 Millionen Nächtigungen im Tourismus. Das entspricht etwa 10 Prozent der Nächtigungen in Tirol. Eine Million Nächtigungen entfallen allein auf die Region Alpbachtal-Seenland.

Hemmnisse, hohe Steuern und Blockaden...

"Wer die Wirtschaft kritisiert, darf nicht vergessen, dass der Großteil unserer Unternehmer nicht zu den Industrie-Magnaten gehört! Die Unternehmer sind tagtäglich mit Bürokratie, Blockaden, Problemen und Hemmnissen konfrontiert. Dazu kommen pervers hohe Steuern und ein hoher persönlicher Einsatz! Und diese Klein- und Mittelbetriebe liefern alle brav ihre Steuern ab. Sie haben nicht die Chance, ihre Gewinne im Ausland versickern zu lassen..." (cm)

Lopatka: "Arbeitslosen-Anstieg wegen Zuwanderung"

Montag, 29 August 2016
Freigegeben in Politik
Täglich werden Asylwerber von Deutschland nach Österreich zurückgeschickt, der Flüchtlings-Strom reißt nicht ab. Die Zahl jener, die Mindestsicherung beziehen, steigt ständig. Spitzenpolitiker aller Parteien wie Dr. Reinhold Lopatka (ÖVP) sprechen immer deutlichere Worte. Aber wann wird gehandelt?

Österreich - In der Sommer-Pause hat ÖVP-Klubobmann Dr. Reinhold Lopatka für einiges Aufsehen gesorgt: Er sagt, der massive Anstieg an Arbeitslosen geht fast ausschließlich auf das Konto von Ausländern. Zudem müsse Österreich "runter mit der Mindestsicherung". Lopatka sieht diese als "Zuzahlung", jedoch nicht als Betrag, von dem allein man leben können soll. "Wir haben schon jetzt allein in Wien mehr Ausländer, die von der Mindestsicherung leben, als bei der Einführung in ganz Österreich", sagt Lopatka kürzlich in einem Interview. Österreich sieht er als Schlusslicht: Andere Länder wie Deutschland, Dänemark, Schweden… hätten längst reagiert und die Mindestsicherung deutlich gesenkt. Damit machen sich diese Staaten für Wirtschafts-Flüchtlinge unattraktiver. Österreich hinkt hinterher.

RoKu: "Wie steht es um die Mindestsicherung in Wien?"
LOPATKA: "In Wien sind mittlerweile 42,9% aller Bezieher einer Mindestsicherung keine Österreicher! Insgesamt beziehen in Wien aktuell 76.839 Ausländer eine Mindestsicherung. Darunter sind auch 22 Staatenlose und 208 Personen, die 'keine Auskunft' über ihre Herkunft geben."

RoKu: "Wie schaut es außerhalb von Wien aus? Wie viele der Bezieher sind Ausländer?"
LOPATKA: "Österreichweit gab es im Vorjahr 256.000 Bezieher der Mindestsicherung. Insgesamt liegen die Ausgaben für die Mindestsicherung in Österreich mittlerweile bei etwa einer Milliarde EURO! Fakt ist aber: Bei 16.712 Staatsbürgern, die eine Mindestsicherung erhalten, ist die Staatsbürgerschaft nicht geklärt. 90% dieser oft gering qualifizierten und mit schlechten Deutschkenntnissen ausgestatteten Menschen fallen zumindest einige Jahre in die Mindestsicherung."

RoKu: "Oberösterreich hat die Mindestsicherung gesenkt. Niederösterreich denkt darüber nach. Wie sind die Zahlen hier im Vergleich?"
LOPATKA: "In Wien beträgt die Mindestsicherung derzeit 837,76 EURO monatlich. Dazu kommen aber noch die Familien-Beihilfe und Wohnleistungen. In Oberösterreich wurde vor dem Sommer eine Kürzung der Mindestsicherung für Asylberechtigte beschlossen. Diese erhalten künftig 365,- EURO. Dazu kommen Boni für Alleinerziehende, Familien- und Wohnleistungen. In Niederösterreich ist die Höhe der Mindestsicherung annähernd jene, wie in Wien. Allerdings sind die Familienleistungen wesentlich geringer und zum Vergleich: In Wien gab es im Vorjahr fast 180.000 Mindestsicherungs-Bezieher, in Niederösterreich nur rund 25.000 – obwohl beide Bundesländer annähernd ähnlich viele Einwohner haben."

Einheitliche Lösung ist sinnvoll!

RoKu: "Sollte die Mindestsicherung Ihrer Meinung nach in allen Bundesländern gleich geregelt sein/gleich hoch sein?"
LOPATKA: "Eine einheitliche Höhe der Mindestsicherung in ganz Österreich halte ich für sinnvoll. Ich würde jedoch entsprechend dem dänischen Modell auf die Aufenthaltsdauer im Land abstellen: Nur wer schon mehrere Jahre im Land gelebt hat, kann auch die volle Mindestsicherung erhalten. Dänemark zahlt beispielsweise nur die Hälfte (für Leute, die nicht bereits mehrere Jahre im Land leben. Anmerkung der Redaktion)."

RoKu: "Wie kann man die Mindestsicherung in Deutschland mit jener in Österreich vergleichen?"
LOPATKA: "Fakt ist: Deutschland, Schweden und Dänemark haben im Vorjahr bereits auf die Flüchtlingskrise reagiert und die Sozialgelder gesenkt. Die Auszahlung dort ist von der Höhe her aber nicht direkt mit jener in Österreich vergleichbar. Aber klar ist: Es können nicht einige wenige Länder die gesamte Flüchtlingslast schultern!"

RoKu: "Sie haben mit der Sommer-Diskussion für einige Aufregung gesorgt. Worum geht es Ihnen dabei?"
LOPATKA: "Mir geht es darum, alles zu tun, um Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu bringen. Daher muss es Änderungen bei der Mindestsicherung geben, um Arbeit wieder attraktiver zu machen. Zudem soll es zu einer Verschärfung bei den Zumutbarkeits-Bestimmungen geben. Meine Meinung ist: Wer unser Sozialsystem erhalten will, muss jetzt Änderungen durchführen. Wie heißt es so schön: Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, dann ist es nötig, dass sich alles verändert."

RoKu: "Danke für das Interview!" (cm)
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