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Hochwasser-Schutz: Nicht alle dafür

Donnerstag, 03 Mai 2018
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Die Planungen für das Hochwasser-Schutzprojekt "Unteres Unterinntal" wurden überarbeitet. Radfeld, Kundl und Angath haben trotzdem nicht zugestimmt. Sollte das so bleiben, ist das Projekt gestorben – oder das Land "fährt drüber".

REGION - Bis zuletzt hatten Kundl und Radfeld auch dem abgeänderten Konzept zum Hochwasser-Schutz für das Unterland nicht zugestimmt. Laut LA Bgm. Ing. Alois Margreiter (ÖVP, er fungiert für die Gemeinden als eine Art Sprecher und Koordinator) sei mit der aktuellen, überarbeiteten Planung, ein 300-jähriges Hochwasser abgedeckt.

Margreiter: "Projekt gestorben – oder mit Verordnung regeln"

"Wenn man in Radfeld jetzt auch noch auf eine Verschiebung der Projekt-Fläche bis zum Maukenbach beharrt, ist das Projekt gestorben. Dann bleibt dem Landeshauptmann nur noch die Möglichkeit, das mit einer Verordnung zu regeln…", denkt Margreiter. Man hat die Wünsche der Gemeinden, die im Prozess aufgetaucht sind, umfangreich eingearbeitet und diesen so weit irgend möglich entsprochen. Beispielsweise hat man nun mehr Mauern anstatt Dämme oder Erdwälle geplant, weil das Fläche spart. "Was immer möglich war, hat man bei der Linienführung in den Retentionsräumen berücksichtigt. Bis auf wenige, technisch nicht machbare Ausnahmen wurden alle Anregungen aufgenommen", sagt LH-Stv. Josef Geisler (ÖVP). Rund 90 Prozent der Wünsche der Rückmeldungen seien zur Gänze oder zum Teil erfüllt worden.
Auch Ersatz-Flächen seien organisiert worden. "Man hat auch die geforderten Flächen für die Aussiedler-Höfe der Radfelder Bauern geschaffen. Und die Bedenken Radfelds bezüglich der Rattenberger Brücke wurden auch beseitigt: Hier kann es zu keinen Überflutungen des Radfelder Siedlungs-Raumes mehr kommen. Die Mauern wurden in der Planung erhöht", erklärt Margreiter. Erst aufgrund der Einsprüche und Wünsche von Radfeld und Kundl habe man Angath in den Konzept-Plan aufgenommen: "Angath selbst hätte für sich keine Einbindung gebraucht. Jetzt werden dort aber bei Hochwasser jene Kubikmeter abfließen, die man in Radfeld und teils in Kundl nicht aufnehmen möchte", sagt Margreiter.
Eine Verordnung vom Land forderte Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner (Liste WECHNER) bereits vor einiger Zeit. Wörgl ist die Stadtgemeinde, der mit diesem Projekt am meisten geholfen wird.

LH-Stv. Geisler: "Gemeinden sind jetzt am Zug!"

Nun sind für LH-Stv. Geisler die Gemeinden am Zug: "Die Detailplanung und die Umsetzung können ab sofort starten, wenn die Gemeinden mitmachen." Gespräche mit den Grundeigentümer in den Retentionsflächen wurden geführt. In Kramsach nahmen 46 von 56 Eigentümern, in Radfeld/Kundl 77 von 95 und in Angath 26 von 34 Grundeigentümern an den Gesprächen teil.

Wasserverband: Noch keine Gründung!

Fünf Gemeinden haben bis jetzt den Planungen und somit dem Beitritt zum Wasserverband zugestimmt – in Radfeld und Kundl stehen die Beschlüsse noch aus.
Angath hat sich laut Land vorerst gegen das Projekt ausgesprochen. "Wir werden uns aber noch im Hochwasserausschuss beraten", verrät Bgm. Josef Hauser im Gespräch mit dem ROFAN-KURIER. "Dort sind die Grundeigentümer dabei – danach wird der Hochwasserschutz im Gemeinderat nochmals zur Abstimmung gebracht", sagt Hauser.
Eine Abstimmung war auch in Radfeld Ende April geplant. Bei der Gemeinderats-Sitzung stand die "Beratung und Beschlussfassung Hochwasserschutz/Wasserverband" auf der Tagesordnung. "Wir treten nicht bei", bestätigte Gemeindevorstand Friedrich Huber (ALLGEMEINE RADFELDER LISTE) am Tag nach der Sitzung auf Nachfrage des ROFAN-KURIER. Mehrere Forderungen sind nicht erfüllt worden – unter anderem verweist er darauf, dass man sich in Radfeld wünscht, dass der Retentionsraum unterhalb des Maukenbaches beginnt: "Der Gemeinderat ist der Meinung, dass beim Gesamt-Projekt sicherlich noch Potential vorhanden ist", sagt er. Um sich selbst zu schützen hat Radfeld bereits vorgesorgt. Gemeinsam mit der Stadtgemeinde Rattenberg kauft die Gemeinde einen mobilen Hochwasserschutz und eine Großraumpumpe um ca. 50.000,– EURO.
In Kundl gab es seit den Gesprächen mit den Grundstückseigentümern keine Gemeinderats-Sitzung. Abgestimmt wird erst, "wenn der aktualisierte Plan mit den Grundstückseigentümern abgesprochen ist und die Finanzierung bekannt ist", schrieb Vize-Bgm. Michael Dessl im April-Amtsblatt der Gemeinde.

Radfelder Grasausläuter

Dienstag, 01 Mai 2018
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RADFELD (klausm) So wie das händische Maibaumaufstellen in Radfeld etwas ganz besonders ist, so besonders spielt sich auch das Grasausläuten ab. Vor Jahrzehnten ließ innerhalb der Radfelder Bevölkerung das Interesse am Brauch des Grasausläuten’s bedenklich nach und stand direkt vor dem “Aus”. Der ältere, der harte Kern der Radfelder, darunter der verstorbene Alt-Bgm Erich Laiminger, beschloß damals ob des drohenden Brauchtumsverlustes, selbst am 01. Mai in die Lederhosen zu schlüpfen, sich die Glocken umzuhängen und los zu marschieren, das Gras auszuläuten, den Brauch zu retten.

Aus dieser Rettungsaktion, praktisch in letzter Sekunde, hat sich der Aufmarsch der Radfelder jeden Alters am 01. Mai zu einer echten, gern gesehenen Tradition entwickelt. Treffpunkt ist um 12:00 Uhr vor der Pfarrkirche, bevor’s los geht Fototermin für die Ortschronik, Abmarsch auf einer festgelegten Route quer durch Radfeld, hinauf zur Nachbargemeinde Rattenberg und wieder zurück. Über 30 Kinder, rund 20 Erwachsene - darunter auch Bürgermeister Mag. Josef Auer – sie alle sorgen dafür, dass dieser ganz besondere Brauch des Grasausläutens in Radfeld noch recht lange erhalten bleibt.

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Radfelder Maibaumtradition

Dienstag, 01 Mai 2018
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RADFELD (klausm) In über 50-jähriger Tradition stellten die Radfelder auch heuer ihren Maibaum wieder händisch auf, was für die Bevölkerung ein willkommenes Spektakel war. Unter dem Kommando von Feuerwehrchef Peter Ostermann stemmten die stärksten Radfelder den 33 Meter langen Maibaum in die Endposition. Besonders positiv aufgefallen – viele Jugendliche waren dabei. Spendierten den Baum im Vorjahr die Lehensassen, übernahm dies heuer die Gemeinde, dieses Prozedere wechselt jährlich. Die Landjugend mit Obmann Christian Lentner hat in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr diese Maibaumveranstaltung organisiert und während sich die Burschen und jungen Männer um den Maibaum kümmerten sorgten die jungen Damen der Landjugend Radfeld selbstverständlich für das kulinarische Rahmenprogramm. Unter den vielen Schaulustigen aus Radfeld und Umgebung, Bürgermeister Mag Josef Auer, Vize-Bgm Friedrich Fischler, Gemeinderäte und Ortschronist Horst Duftner.

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Bunter Radfelder Dorfmarkt

Samstag, 14 April 2018
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RADFELD (klausm) Am Samstag den 14. April luden Gemeinde Radfeld und Tourismusverband Alpbachtal/Seenland in Zusammenarbeit mit 33 Ausstellern bei schönstem Wetter zum heurigen Dorfmarkt. Hauptverantwortliche waren seitens der Gemeinde Maria Drexler-Kreidl, Reinhard Winkler, Peter Ostermann und Bgm Mag Josef Auer.

Angeboten wurden unter anderem: Handarbeiten, Handwerksvorführungen, kunstvolle Arbeiten aus den Bereichen Keramik, Holz und Glas, Dekoratives, Praktisches, Speck, Wurstwaren jeder Geschmacksrichtung, Käse ohne Ende, Schnäpse, Weine, Liköre, heimische Lebensmittel aller Art, Korbflechtarbeiten, Körbe, Schmuck, schöne Düfte kleine und große Taschen aus allen möglichen Materialien, kunstvolle Häkelarbeiten, Papierbastelarbeiten der Kindergartenkinder, Duftseifen, Bilder und vieles mehr. Der 2016 gegründete Mittelalterverein „Salutem Tyrolis“ war auch wieder dabei. Den Ausschank übernahmen die Mitarbeiterinnen der Fröschlein und für den unverkennbaren Sound des Radfelder Dorfmarktes sorgte auch heuer wieder Johann Mittner aus Brixlegg.

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Radfeld hat 6,5 Mio. EURO im Budget 2018

Freitag, 06 April 2018
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Schuldenabbau in Radfeld: Innerhalb von acht Jahren konnte Bgm. Prof. Mag. Josef Auer 3,2 Mio. EURO Schulden abbauen. Auch der Verschuldungsgrad und die Pro-Kopf-Verschuldung konnten in den letzten Jahren  gesekt werden.

RADFELD - Etwa 6,5 Mio. EURO beträgt heuer das Budget der Gemeinde Radfeld. Davon steht alles im "Ordentlichen Haushalt" (OH). Einen "Außerordentlichen Haushalt" (AOH), gibt es heuer für Radfeld nicht. "Wir haben keinen AOH und auch keine Neuverschuldung", sagt Radfelds Bürgermeister Josef Auer im ROFAN-KURIER Interview. Auch der Verschuldungsgrad der Gemeinde soll von fast 40 Prozent  (2017) auf 35 Prozent sinken.
Ausgaben:  Im Bildungs-Bereich  gibt Radfeld fast 800.000,– EURO aus. Davon fließen ca. 150.000,– EURO in die Hauptschule, 174.000,– in die Volksschulen und 423.000,– in die drei Kindergärten (Kindergarten Radfeld, Villa Wirbelwind Rattenberg und Radfelder Fröschlein).

Über 400.000,– EURO für drei Kindergärten
 
Für Sicherheit und Feuerwehr sind heuer 31.300,– EURO eingeplant. Im Gesundheitsbereich zahlt Radfeld heuer 397.000,– EURO für die Landes-Krankenhäuser, 165.000,– EURO für das Bezirks-Krankenhaus Kufstein.
Im Sozialbereich gehen 192.000,– EURO als Sozialhilfe-Beitrag an das Land Tirol. Weitere 159.000,– EURO muss Radfeld an Behinderten-Beiträgen abgeben.
Müll, Kanal und Wasser: Die Müll-Entsorgung kostet 172.000,–, die Abwasser-Entsorgung 381.000,– und die Wasser-Versorgung 244.000,– EURO.
An das Land fließen weitere 277.000,– EURO an Landes-Umlage und 56.000,– EURO lässt sich die Gemeinde die Vereins-Förderung und Kultur-Projekte kosten.
Einnahmen: Auf der Einnahmen-Seite stehen zunächst die eigenen Steuern aus den Bereichen Grundsteuer, Kommunal-Steuer, Gebühren etc. mit etwa 1.651.000,– EURO.
Wie bei anderen Gemeinden auch sind die Abgaben-Ertragsanteile mit 2,14 Mio. EURO der wichtigste Einnahme-Quell.
Etwa 248.000,– EURO sollten heuer auch noch an Bedarfszuweisungen kommen.
Gebührenerhöhungen sind in Radfeld 2018 keine geplant!
RADFELD (klausm) Rechtzeitig zum Frühlingsbeginn konzertierten am Donnerstag den 22. März rund 30 junge Radfelder Künstler der Landesmusikschule Kramsach in der Aula der Volksschule. Entsprechend der Jahreszeit, dem Frühling nämlich, war die musikalische Zusammenstellung überwiegend fröhlich und schwungvoll.

Wie bekannt, werden zu Musikschulkonzerten statt eines Eintrittes häufig „Freiwillige Spenden„ erbeten, um damit über den Förderverein Anschaffungen von Instrumenten, Lernbehelfe, Noten, finanziell zu unterstützen. Daher war beim Konzert In Radfeld neben Musikschulleiter Gerhard Guggenbichler auch der Vorsitzende eben vom Förderverein, Johann Mittner, anwesend. Für die Gemeinde Radfeld kam Vize-Bgm Friedrich Fischler, für den Musikbund Rattenberg/Umgebung Bezirksobmann Otto Hauser.

Linda Prazeller & Eleni Joham

Musikschüler der Landesmusikschule sind außerordentlich erfolgreich, allein in Telfs konnten heuer 23 junge Talente der Landesmusikschule Kramsach bei „Prima la Musica“ überzeugen, was neuerlich ein Beleg für das hohe Ausbildungsniveau der Schule ist. Zwei dieser erfolgreichen Wettbewerbsteilnehmer - Linda Prazeller und Eleni Joham - beide als Solo-Pianistinnen unterwegs, holten jeweils einen sensationellen 2. Preis nach Radfeld. Selbstverständlich begeisterten beide das Radfelder Konzertpublikum mit ihrem Liveauftritt: Linda Prazeller überzeugte mit dem „Menuet en rondeau“ und Eleni Joham begeisterte mit „Nur keinen Sack mit Flöhen hüten“.

Das Konzert

Natürlich unterstrichen neben den Preisträgern Linda Prazeller und Eleni Joham noch weitere hervorragende Künstler in Radfeld ihre musikalisches Können, wie etwa Alexander Moser (Altquerflöte), Leni Greiderer (Harfe), Sarah Wiener (Querflöte), Simon Burgstaller und Isabel Marie Moser (Saxophon), Elena Lederer (Saxophon), Fabian Lederer (Flügelhorn), Laura Schwarzmann (Violine), David Steinlechner (Klavier), Selina Moser, Can Sultan und Harald Haßlacher (Klarinette/Saxophon) sowie Philipp Jürges und Josef Wöll (Steirische Harmonika).

Für die rund 30 auftretenden jungen Künstler der Landesmusikschule Kramsach/Umgebung gab’s für ihren erstklassigen Konzertabend zwar kein Honorar, allerdings lud Radfeld’s Vize-Bgm Friedrich Fischler Kinder und Lehrpersonen auf eine Pizza ein, was mit großem Applaus angenommen wurde.

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RADFELD (klausm) Tauschmärkt sind ja generell eine gute Sache: Für wenig Geld wirkliche Schnäppchen in Bestzustand anzubieten, Mütter und Eltern sparen zu helfen, trotzdem Kinderwünsche zu erfüllen, ist das erklärte Ziel aller Veranstalter derartiger Aktionen. Hinter den Verantwortlichen vom Radfelder Tauschmarkt stehen unermüdliche Helfer des Kindergartens „Villa Wirbelwind“, der Pfarre Rattenberg-Radfeld und der Gemeinde Radfeld.

Der Tauschmarkt

Spielwaren aller Art, Kinderbekleidung ebenso wie Kinderschuhe für Freizeit und Schule, Sportartikel, Dreiräder, Kinderreisebetten, Erstkommunionbekleidung und Trachten, Bücher, Sommerspielartikel, Campingartikel, Inlineskates, Kinder– Jugend-, Lauf- und Dreiräder, BobbyCar, Auto-Kindersitze, Kinderwägen sowie Buggys, Fahrräder für Kinder, Jugendliche und einiges auch für Erwachsene. Punkt 11:00 Uhr öffnete der Radfelder Tauschmarkt und in wenigen Minuten füllte sich erwartungsgemäß die Veranstaltungshalle im Gemeindezentrum mit Kaufinteressierten. Geöffnet war der Markt von 11:00 und 13:00 Uhr, dementsprechend ging’s in diesen beiden Stunden rund, immerhin wurden etwa 900 Produktgruppen, bzw. Produkte angeboten zu absoluten Bestpreisen angeboten und auf einer derartigen Schnäppchenjagd geht’s oft nur um Minuten.

DAS AUDIT – familienfreundlichegemeinde

Vor dem Haus gab’s neben Palmkätzchen einen Kulinarikstand sowie einen Informationsstand der Gemeinde Radfeld: Radfeld – seit 10 Jahren Familienfreundliche und seit 2014 obendrein auch Kinderfreundliche & Seniorenfreundliche Gemeinde, nimmt derzeit am AUDIT, einem Prozess für österreichische Gemeinden, Marktgemeinden und Städten teil. Ziel des AUDIT’s ist es, in der Gemeinde familienfreundliche Maßnahmen zu identifizieren und darauf aufbauend passgenaue Lösungen zu ermitteln und eben über dieses Projekt informierten Teresa, Sara, Simona und Anna nicht nur ausführlich, vielmehr luden sie alle Radfelder Bürger ein sich an diesem Prozess zu beteiligen und Ideen einzubringen. Dass dieses Thema in der Bevölkerung durchaus auf reges Interesse stößt, belegen die Tatsache, dass sich bis jetzt österreichweit bereits rund 460, das sind etwa 22 % aller österr. Gemeinden, am AUDIT beteiligen.

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Hochwasser: Hick-Hack geht weiter!

Montag, 26 Februar 2018
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Der geplante Hochwasserschutz "Unteres Unterinntal" spaltet die Gemeinden. Während die einen noch das beste für sich herausholen wollen, drängt Wörgl auf eine Verordnung vom Land - kurz gesagt, die Verbandsgründung verzögert sich immer weiter.

REGION - 250 Millionen EURO soll das Hochwasser-Schutz-Projekt zwischen Kramsach und Angath kosten. Das generelle Projekt wurde bereits ausgearbeitet und "derzeit finden die finalen Planungsarbeiten für die weitere Optimierung der Hochwasser-Schutzmaßnahmen statt", heißt es von Seiten des Landes. DI Markus Federspiel (Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft beim Land) rechnet damit, dass das Ergebnis in den nächsten zwei bis drei Monaten vorliegen wird. Geplant sind 18 Kilometer Mauern und Dämme, sowie drei Retentionsräume zum Rückhalt des verdrängten Wassers. Diese Retentionsräume sind in Kramsach, Radfeld/Kundl und Angath geplant. Von diesen Gemeinden hat aber bis jetzt erst Kramsach dem Hochwasserschutz in dieser Form zugestimmt....

Radfeld: Keine Zustimmung

"Seitens des Landes wird den Gemeinden Radfeld, Kundl und Angath vorgeworfen, dass sie die Blockierer sind", sagt Radfelds Bürgermeister Josef Auer (ZUKUNFT FÜR RADFELD). Für ihn sitzen die Blockierer jedoch beim Land, "weil auf unsere Argumente schon seit Jahren nicht entsprechend reagiert wird. LA Margreiter (ÖVP) spricht zwar immer vom 'Durchbruch', das entspricht aber nicht der Realität", sagt Auer. Damit Radfeld bei dem Projekt zustimmt, muss noch einiges passieren: "Zum Beispiel wird die Unterkante der Autobahnbrücke zwischen Radfeld und Kramsach nicht angehoben, was im Hochwasserfall die Gefahr der völligen Überflutung des gesamten Ortsgebietes bedeutet", sagt Auer. In Kundl und Angath gibt es auch noch Forderungen.
Einen sehr guten Hochwasser-Schutz braucht es vor allem in Wörgl. Dort stehen viele Kubikmeter Gewerbegebiet und auch Wohnhäuser in der Roten Zone...

Wörgl fordert rasche Lösung!

Die Wörgler Bürgermeisterin Hedi Wechner (LISTE HEDI WECHNER) fordert vor allem vom Land Tirol eine rasche Lösung. Zusammen mit Nationalrätin Carmen Schimanek (FPÖ) übt sie starke Kritik am Land und auch an Bgm. LA Ing. Alois Margreiter, der das Projekt koordiniert: "Er (Margreiter) hat nicht nur nicht koordiniert, sondern anstatt Eintracht zu stiften hat er Zwietracht gesäht", sagt Wechner. Für sie putzt sich das Land an den Gemeinden ab und spielt sie gegeneinander aus. Außerdem fürchtet sie zu hohe Entschädigungszahlungen für die Retentions-Flächen. Hier fordert sie, dass das Land eingreift: "Es kommt der Punkt, an dem die Gespräche zu Ende geführt sind und man den Sack zumachen muss. Und dieser Punkt ist jetzt!", fordert Wechner eine Verordnung vom Land Tirol – mit Kostenübernahme seitens des Landes für die Entschädigungszahlungen. (mk)
Seitens des Landes wird den Gemeinden Radfeld, Kundl und Angath vorgeworfen, dass sie Blockierer seien. Dies muss ich von Seiten der Gemeinde Radfeld (das ist die gesamte Radfelder Bevölkerung!) deutlich korrigieren.
In Wirklichkeit blockiert das Land, weil es auf unsere Argumente schon seit Jahren nicht entsprechend reagiert. LA Margreiter spricht zwar immer vom „Durchbruch“, das entspricht aber nicht der Realität.

Dazu folgende Fakten: (aus Radfelder Sicht, weil wir nicht für die 2 anderen Gemeinden sprechen können, wobei aber die Gemeinden Radfeld, Kundl und Angath in einer Reihe von Punkten die gleiche Ansicht vertreten, bzw. mit den gleichen Problemen konfrontiert sind):

· Laut bisherigem Planungsstand bekäme Radfeld einen mehr als unbefriedigenden Hochwasserschutz. Z.B.: Die Unterkante der Autobahnbrücke (zwischen Radfeld und Kramsach) würde nicht angehoben, was im Hochwasserfall die Gefahr der völligen Überflutung des gesamten Ortsgebietes bedeutet. Das will unsere Bevölkerung absolut nicht! Es ist nicht fair uns (unsere Bevölkerung) deshalb als Blockierer abzustempeln.

· Radfeld soll (aber) von allen Gemeinden den aller-allergrößten Beitrag an Retentionsflächen stellen und würde in der räumlichen Entwicklung völlig eingeschränkt. Diese würde damit absolut verhindert!
Radfeld und Kundl müssten gemeinsam 2,07 Mio. m2 an Retentionsfläche stellen, wobei aber der Anteil von Radfeld bei 83% (1,71 Mio. m2) liegen würde!!

· Wir (der Radfelder Gemeinderat als Sprachrohr der Bevölkerung) haben immer schon gesagt, dass es eine Reihe von Abänderungen in der Planung braucht (damit auch Radfeld einen sehr guten HW Schutz bekommt und dass auch die Retentionsflächen reduziert werden müssen), diese Abänderungen wurden aber bisher blockiert.

"Erlebniswelt Maukenbach" soll entstehen

Montag, 29 Januar 2018
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Auf über 5.000 Quadratmetern soll im Radfelder Ortsteil Maukenbach ein Heimatmuseum entstehen. Der Bürgermeister scheint vom Projekt überzeugt, die Opposition fürchtet zu hohe Kosten. Baubeginn soll im Frühjahr 2018 sein.

RADFELD - Seit einigen Jahren ist auf dem Grundstück der ehemaligen Radfelder Kompostieranlage neben dem Maukenbach Leere. Der Verein "Heimatmuseum Radfeld" möchte dort die "Erlebniswelt Maukenbach" errichten. Auf über 5.000 Quadratmetern soll eine Mühle, ein Backofen, ein Wasser-Spielplatz für Kinder und in weiterer Folge ein Stadl errichtet werden. 35.000,– EURO soll der erste Bauschritt kosten (ohne Stadl). "Mit Eigenleistung vom Verein wird es billiger", sagt Obmann Hans Hirner. Von der Gemeinde wurden dem Verein bereits 10.000,– EURO (für 2018) zugesagt, auf weitere Förder-Gelder hofft er. LEADER-Förderung wird es allerdings keine geben: "Das ist zu bürokratisch. Außerdem müsste jemand vom Verein mit seinem Privatvermögen die Haftung übernehmen", sagt Hirner. Der Verein hat ca. 70 unterstützende Mitglieder – weitere Vereine würden den Bau der "Erlebniswelt Maukenbach" unterstützen. Das Heimatmuseum soll sowohl für Einheimische als auch für Touristen interessant werden. „Und es ist ein guter Platz für Festl“, sagt Hirner.

Gemeinderat kritisch

Der Gemeinderat ist nicht komplett überzeugt von der Idee – die Umwidmung des Grundstückes wurde mit neun zu sechs Stimmen beschlossen. Der ehemalige Vize-Bürgermeister und aktuelle Gemeindevorstand Friedrich Huber (Allgemeine Radfelder Liste) findet "so ein Heimatmuseum" überflüssig und befürchtet finanzielle Probleme: "Es gibt keine konkreten Zahlen. Das Projekt wurde bereits vorgestellt, aber die Kosten kann niemand abschätzen." Bgm. Josef Auer dazu: "Für das vom Verein 'Heimatmuseum Radfeld' geplante Projekt wurde in das Budget 2018 ein Betrag von 10.000,– EURO aufgenommen. Das Budget wurde im Gemeinderat einstimmig (auch mit der Stimme von GV Friedrich Huber) beschlossen."
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