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Die Gemeinderatssitzungen im Unterland waren im Juli vom Thema "Hochwasserschutz-Verbandes" geprägt. In den acht betroffenen Gemeinden gingen lange Diskussionen den Entscheidungen voraus. Der ROFAN-KURIER hat die Situation zusammengefasst...

Region - Der nächste Schritt zum Hochwasser-Projekt ist noch nicht getan: Die Gründung des Hochwasserschutz-Verbandes verzögert sich erneut. Es gibt inzwischen ein "Ja" von Kramsach, Breitenbach, Brixlegg, Rattenberg und Wörgl – Kundl, Radfeld und Angath stimmten der Satzung noch nicht zu! Somit fehlen die Beschlüsse von den Gemeinden, die große Retentionsräume zur Verfügung stellen sollen. Nur die Kramsacher, die 1,7 Mio. Kubikmeter Wasser "parken", stimmten bereits zu. Einer der Bürgermeister der Befürworter-Gemeinden meint dazu: "Wenn Kundl, Radfeld und Angath sich nicht bald entscheiden, könnte es passieren, dass die anderen Gemeinden einen Verband mit weniger Retentionsfläche gründen und Kundl, Radfeld und Angath es für sich aus eigener Kasse richten müssen..."

Kramsach: Ja, aber...

Die Gemeinde Kramsach stimmte bei ihrer Gemeinderats-Sitzung am Montag, 10. Juli, positiv für den "Entwurf der Satzungen für den Hochwasser-Schutzverband Unteres Unterinntal".  Mit einem "aber...."
Die Gemeinderäte formulieren weitere Punkte und verknüpfen diese mit dem Beschluss: "Wir müssen die Brandenberger Ache VOR dem Inn verbauen, sonst sitzen wir in einer Badewanne", sagt Bgm. Hartl Zisterer (LISTE ZISTERER; hier sein Interview zum Thema Hochwasser). Weitere Punkte: Die Inn-Verbauung bei der Brandenberger Ache muss bis zur Höhe des Volksspielhaus gehen. Das Land und der Bund müssen sich bei den Betriebskosten der Verbauung beteiligen. Die Kosten für Kramsach dürfen bei maximal 7,75% liegen (Forderung der FPÖ Kramsach). Und es muss ein Ist-Bestand der vorhandenen Hochwasser-Schutzbauten erhoben werden. "Wir wollen ja nicht die Katze im Sack kaufen", fordert der GRÜNE-Gemeinderat Mag. Josef Ascher. Gemeinderat Fritz Widmann (GFK – GEMEINSAM FÜR KRAMSACH) sieht noch keine Eile: „Angath, Kundl und Radfeld haben nicht zugestimmt. Es müssen noch einige Dinge verändert werden. [...] Wir brauchen keinen vorauseilenden Gehorsam leisten, vor Herbst passiert nichts!“, sagt er. Trotz dieser Bedenken kam es bei der Gemeinderats-Sitzung zur Abstimmung, die mit einer Gegenstimme (Fritz Widmann) pro Hochwasser-Schutzverband endete.

Weitere Pro-Gemeinden

Ohne Gegenstimme stimmte der Breitenbacher Gemeinderat bereits im Juni dem Verband zu. Auch in Wörgl wurde einstimmig zugestimmt – allerdings mit einem Zusatz: Die von der Stadtgemeinde geforderten Punkte sind nachträglich einzuarbeiten und gemachte Zusagen betreffend die Folgekosten müssen eingehalten werden. Diese Folgekosten sollen Wörgl 100.000,– EURO pro Jahr kosten, "das hat LA Bgm. Ing. Alois Margreiter mit Handschlag am 19. Juni bestätigt", erklärte Bgm. Hedi Wechner (SPÖ) bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 5. Juli. In Brixlegg und Rattenberg wurden die Satzungen im Juli einstimmig beschlossen!

Radfeld, Kundl und Angath

Der letzte Stand in Kundl ist, dass die Situation der Grundstückseigentümer "positiv geregelt sein muss", bevor es zu einer Beschlussfassung der Statuten kommen kann. In Radfeld zeigt sich ein ähnliches Bild: In der Gemeinderatssitzung vom Donnerstag, 13. Juli, stand zwar der Hochwasserschutzverband auf der Tagesordnung, Abstimmung gab es aber keine: "Fakt ist, dass wir im Gemeinderat viele Punkte formuliert haben, die wir fordern. Reaktion vom Land gibt es bis jetzt keine darauf", sagt Bgm. Josef Auer (ZUKUNFT FÜR RADFELD) und der Gemeinderat stimmte ihm zu. Auch in Angath gibt es noch keine Zustimmung...
Breitenbachs Bürgermeister, LA Ing. Alois Margreiter (ÖVP) hofft, dass die Gemeinden bald zustimmen und der Hochwasserschutz-Verband gegründet werden kann: "Es braucht noch finale Gespräche vor allem bezüglich Ersatzflächen für diese steilen Schutzdämme – die so nicht maschinell bewirtschaftet werden können. Die Flächensuche der Gemeinden mit dem Land Tirol läuft. In Kundl geht es um drei Objekte. In Radfeld geht es um eine Umplanung, um die Aussiedelung von Betrieben nicht komplett zu verhindern. Den größten Umplanungsbedarf gibt es aber in Angath...", sagt Margreiter. (mk/vsg)
Mitte Juni erhielt Radfelds Bürgermeister Mag. Josef Auer einen Brief von einem Anrainer des Islam-Vereinsheims. Im Juli-Gemeinderat wurde der Brief unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt. Schon vorher hatte Bgm. Auer den Brief samt Name und Adresse des Absenders an den Verein weitergeleitet...

Radfeld - Bei der Gemeinderatssitzung in Radfeld am Donnerstag, 13. Juli, kam ein Brief eines Gemeindebürgers (Name der Redaktion bekannt) zur Sprache. Dieser Brief listet etliche Beschwerdepunkte des Anrainers zum Verein "Österreichisch Islamische Föderation, Zweigverein Brixlegg" in Radfeld auf. Mitglieder würden die Geschwindigkeitsbeschränkung nicht einhalten, was die Kinder in der Straße gefährde. Privatgrundstücke würden unerlaubt betreten oder beparkt und es gäbe teilweise Geschrei bis in die Nacht: Der Verfasser beschwert sich auch über "weggeworfenen Müll" und Lärm...

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Im öffentlichen Teil der Gemeinderats-Sitzung schilderte Bgm. Josef Auer (ZUKUNFT FÜR RADFELD) ein Treffen am Samstag, 8. Juli, zwischen Anwohnern, Gemeindevertretern und Vereinsvertretern. Danach formulierte er Punkte, die das Zusammenleben zwischen Verein und Anwohnern verbessern sollen: So werden in Zukunft die Anrainer über größere Veranstaltungen informiert. Sie bekommen einen Ansprechpartner im Verein. Die Gemeinde erhält einen Überblick über die Veranstaltungen des Vereins. Der Verein muss der Gemeinde mitteilen, auf welchen Grundstücken Fahrzeuge bei größeren Veranstaltungen geparkt werden dürfen. Auf dem Schotterweg zur Einfahrt des Vereinsgeländes wird ein Schweller aufgestellt. "Es soll allen vermittelt und vorgelebt werden, dass man sich mit gegenseitigem Respekt begegnen soll", sagte Bgm. Auer während der GR-Sitzung. Der Verfasser der Beschwerde ist mit den besprochenen Punkten weitestgehend zufrieden: "Ich hoffe nur, dass die Punkte in nächster Zeit umgesetzt werden", sagt er im Gespräch mit dem ROFAN-KURIER. Die Details des Briefes, den Bürgermeister Auer als "etwas rassistisch" bezeichnet, wurden unter Ausschluss der Öffentlichkeit besprochen.

Vorgeschichte des Briefes

Zwischen dem Treffen vom 8. Juli, und der Gemeinderatssitzung meldete sich der Verfasser des Briefes bei der ROFAN-KURIER Redaktion. Er wunderte sich, dass bei dem Treffen die Vertreter des Vereines "Österreichisch Islamische Föderation, Zweigverein Brixlegg" den Brief mit seinem Namen, seiner Adresse und auch seiner Handynummer schon in der Hand hatten. "Ich habe den Brief, nur an den Bürgermeister per E-Mail geschickt", sagte er. Bgm. Auer dazu: "Ich habe den Brief an den Verein weitergeleitet, damit sie die Vorwürfe kennen. Der Verfasser hat ja nirgends dazu geschrieben, dass ich den Brief nicht weiterleiten darf. Außerdem, wenn er den Brief an den Gemeinderat schickt und will, dass der Brief besprochen wird, ist der Brief öffentlich." (mk)
RADFELD (klausm) Im Rahmen der Radfelder Sommerkonzerte gastierten am Mittwoch den 19. Juli die „Mühlbichler Musikanten“ im Veranstaltungszentrum. Die Mühlbichler Musikanten mit Obmann Bernhard RENDL gibt’s mittlerweile unglaubliche 35 Jahre. Die 14 Vollblutmusikanten plus der feschen Marketenderin Lisa OBERLADSTÄTTER kommen hauptsächlich aus der Marktmusik Brixlegg, werden durch erstklassige Musikanten aus den Musikkapellen Brandenberg, Mariatal und Münster komplettiert.

Die Mühlbichler Musikanten

„Die Mühlbichler Musikanten - einer der Gründer war Georg MOSER, Obmann vom Brixlegger Bauernmarkt - blicken nach 35 Jahren Erfolgsgeschichte natürlich auf ein abwechslungsreiches und spannendes Musikantenleben zurück, so führten uns die vielen Reisen nicht nur quer durch Österreich, besonders in Erinnerung bleiben uns viele Spielerein in Südtirol, Auftritte in Frankreich, eine erfolgreiche Konzertreise nach Heikendorf (Nähe Kiel), oder ganz aktuell, unsere Fahrt heuer nach Berlin“, meinte Obmann Rendl. Repertoireseitig liegt der Schwerpunkt der Mühlbichler bei der Böhmischen-, Egerländer- und Inntalermusik von Gottlieb Weißbacher und sie spielen nicht nur Konzerte, zur Musik der Mühlbichler wird auch viel getanzt.

Sommerkonzerte / Ehrungen

Die Radfelder Sommerkonzerte zwischen Anfang Juli und Anfang September veranstalten die Gemeinde Radfeld in Zusammenarbeit mit dem TVB-Ortsausschuss, wobei den Ausschank am Mittwoch den 19. Juli, die Radfelder Landjugend übernommen hatte. Diese Sommerkonzerte, mancherorts auch Platzkonzerte genannt, bieten eine gute Gelegenheit langjährige Urlaubsgäste auf die Bühne zu bitten und für ihre Treue zu ihrem Urlaubsort zu ehren. Vize-Bgm Friedrich FISCHLER lud an jenem Mittwoch die Familie Robert und Bernadette LEFRANCQ aus Houdeng-Goegnis (Belgien) heraus, sie verbringen nun mittlerweile bereits zum 25. Mal ihren Urlaub im Schlosskeller Rattenberg bei Ferdinand und Silvia MÖLGG.

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RADFELD (klausm) So wie im Vorjahr gastierten auch heuer wieder die besten Blechbläser der Landesmusikschule Kramsach aus den Musikschulklassen Manfred HECHENBLAICKNER, Arno SEIWALD, Thomas MÄCHTLINGER, Emanuel SPORER und Roland WILDAUER in der Radfelder Kirche zum Hl. Briccius und zwar am Sonntag den 25. Juni.

Die Konzertbesucher erlebten in der nahezu voll besetzten Kirche ein sehr anspruchsvolles Bläserkonzert mit ganz unterschiedlichen Kompositionen; von Mendelsohn über Telemann, von traditionellem Volksgut aus Bayern bis hin zu Brahms und Elvis Presley, wirklich hörenswerte musikalische Ausflüge und Beispiele. Statt eines Eintritt’s wurden freiwillige Spenden für den Förderverein  der Lds-Musikschule Kramsach erbeten und wie man weiß, werden diese Fördergelder zur Anschaffung neuer Instrumente für die Musikschule verwendet, also durchaus für einen ehrenwerten Zweck.

Die Kirche zum Hl. Briccius, der Stadtpfarre Rattenberg zugehörig, erstmals 788 erwähnt, wurde in den Jahren 1484-1490 neu erbaut. Die Fresken zeigen die Arbeit der Spätromantik, die Empore mit Apostelbildern stammt von 1700, das Altarbild vom Hl. Briccius und der Madonna entstand 1763 und auch die beiden Glocken sind historisch, nämlich von 1519 und 1597.

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RADFELD (klausm) Landjugend-Obmann Stefan Gamper und Ortsleiterin Rebecca Fankhauser luden gemeinsam mit ihrem fleißigen Team am Sonntag den 28. Mai zum heurigen Frühschoppen in’s Gemeindezentrum. Musikalisch unterhielten heuer die „Steicha Buam“ aus Itter und für traditionelle Tanzeinlagen sorgte die Jugendgruppe D’ Reitherkogler unter der Leitung von Johanna Gschösser und Martina Larch. Unter den Festbesuchern auch Bürgermeister Mag Josef Auer.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Maibaum und schöne Sachpreise ausgespielt. Vor der Festhalle standen den Kindern neben einer Hüpfburg diverse Spieleinrichtungen zur Verfügung. Das die Landjugend zuverlässig für Essen und Getränke sorgte, steht sowieso außer Debatte und so war das am Sonntag ein schöner gemütlicher Frühschoppen bei rund 30° im Schatten.

Wie von LA Ing. Margreiter gefordert, hat das Land nun eine fixe Zusage bezüglich Kosten-Übernahme im Hochwasserschutz gegeben. Allein für den Bereich von Brixlegg bis Angath („Unteres Unterinntal“) kommen 20 Millionen EURO aus dem Landesbudget.

Tirol/Unterland - 20 Mio. EURO entsprechen 50% jener Kosten, die die Gemeinden selber tragen müssen. Zur Erinnerung: Das gesamte Hochwasser-Projekt kostet von Brixlegg und Angath etwa 250 Millionen EURO, den Großteil davon trägt der Bund. 40 Millionen EURO wäre nach einem bereits verhandelten Verteilungs-Schlüssel von den acht Gemeinden zwischen Brixlegg und Angath zu übernehmen gewesen.
Dazu LA Ing. Alois Margreiter (ÖVP): "Ich bin sehr froh darüber, dass wir nun wissen, wie viel das Land zahlt. Das ist eine gewichtige Zusage und ein starkes Signal!  Damit dürfte auch Wörgls finanzielle Tränendrüse endlich getrocknet sein – denn schließlich kommt der Großteil dieses Geldes mit etwa 11 Mio. EURO Wörgl zu Gute."

Wasserverbands-Gründung verschoben

Die für 12. April geplante Gründung des Hochwasser-Schutzverbandes ist auf Juni verschoben worden. "Mittlerweile befürworten aber alle Gemeinden die Statuten des Wasser-Verbandes. Nun müssen die Gemeindestuben noch die Satzungen beschließen, dann können die Bürgermeister der Gründung zustimmen. Diskutiert wurde zuletzt noch über die Gewichtung jener Flächen, die in den nächsten Jahren durch das Hochwasser-Schutzprojekt von roter/gelber Zone zu potentiellem Bauland werden", erklärt LA Bgm. Margreiter. Sieben Gemeinden sind offenbar dafür, dass diese Flächen nach der Wasser-Menge, die dort durch Schutzbauten verhindert wird, bewertet werden. Sprich: Nach Kubik-Metern Wasser. "Wörgl möchte, dass man die Flächen nach Quadrat-Metern bewertet. Das ist aber auch laut Fachabteilung im Landhaus ungerecht: Es ist schließlich ein Unterschied, ob eine Fläche mit 2 Metern Höhe oder mit 5 cm Höhe überflutet wird…", erklärt Margreiter.

Radfelds Poker um einen "Denkfehler"

Mit dem Hochwasser-Schutzprojekt werden auch Hunderte Hektar landwirtschaftliche Flächen geschützt: Etwa in Kundl 238 ha, in Wörgl 86 ha, in Radfeld 110 ha und in Kramsach 20 ha. Nun fordert Radfeld offenbar noch eine Änderung: Man will dort einen kleineren Retentions-Raum und zudem die Verschiebung der Retentions-Flächen in Richtung Maukenbach, damit man dort, wo jetzt teilweise Retentions-Flächen geplant sind, eventuell später Aussiedler-Höfe für einige Bauern bauen kann.
Dazu Alois Margreiter: "Da gibt es nur einen Denkfehler: Dort, wo man Aussiedler-Höfe bauen möchte, ist bereits rechtsgültig rote Zone! Wenn man dem Projekt nicht zustimmt, hat man keine Sicherheit gewonnen – und wird trotzdem nie bauen! In der roten Zone gibt es keinen Baubescheid mehr…"

Radfeld pokert mit LKW-Fahrverbot durch Kundl

Und Radfelds Bürgermeister Mag. Josef Auer mache die Zustimmung zum Wasser-Verband vom Fall des LKW-Fahrverbotes in Kundl abhängig. Bgm. Mag. Josef Auer erklärt dazu schriftlich: "Das sektorale LKW Fahrverbot durch Kundl geht zurück auf die Errichtung der Grenztankstelle der Firma Berger. Ich habe damals im Gemeinderat davor gewarnt, weil der Verkehrsanstieg durch den Tankverkehr nämlich die Gefahr einer Verkehrsüberlastung auf der B 171 mit sich bringt, was sich dann ja auch bestätigt hat. In weiterer Folge hat dann die Gemeinde Kundl das LKW Fahrverbot beim Land auch erreicht. Die Grenztankstelle ist mittlerweile nicht mehr in Betrieb und es ist damit die Grundlage für die damalige Genehmigung des LKW Fahrverbotes weggefallen. Umweltpolitisch ist das Fahrverbot eine Verschlechterung für die Luftsituation, weil durch den Umwegverkehr natürlich viel mehr Schadstoffausstoß erfolgt. Der Radfelder Gemeinderat ist davon überzeugt, dass die Radfelder Betriebe auch das Recht haben müssen, dass sie über die B 171 zu ihrem Standort zufahren können, so wie z.B. auch die Kundler Firmen SANDOZ, Lindner, etc..." (cm)

Traditionelles Grasausläuten in Radfeld

Montag, 01 Mai 2017
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RADFELD (klausm) „Wenn diese Entwicklung so weitergeht, sehe ich für die Zukunft des Grasausläuten’s in Radfeld schwarz“, dies meinte bereits 1979 der damalige Bürgermeister Erich Laiminger, nachdem sich immer weniger Leute zum Grasausläuten meldeten. Die Bedenken des Alt-Bürgermeisters bewirkten allerdings, dass sich die Bevölkerung ohne Einschränkungen für eine Fortsetzung dieses althergebrachten Brauches entschied.

Heute, fast 40 Jahre später, boomt das Grasausläuten in Radfeld und es ist ein Vergnügen an die 50 Grasausläuter unterschiedlichen Alters Alt bei der Ausübung dieses Brauches zu beobachten. Treffpunkt vor der Pfarrkirche, Fototermin und Abmarsch auf einer festgelegten Route quer durch Radfeld, hinauf zur Nachbargemeinde Rattenberg und wieder zurück – bis zum späten Nachmittag haben sie’s geschafft.

RADFELD (klausm) Gegen 19:00 Uhr füllt sich am Vorabend des 01. Mai das Ortszentrum in Radfeld, vorhandene Sitzgelegenheiten sind in kürzester Zeit besetzt, an den Sitzgarnituren vor dem Dorfcafe „Cup & Cino“ der Inge Jungmayr ist sowieso seit ein/zwei Stunden kein Platz mehr frei, die Spannung steigt, alles wartet und beobachtet die Gruppe starker Radfelder, welche sich nach den letzten Beratungen und Anweisungen durch FF-Kdt Peter Ostermann an die Arbeit macht, den 30 Meter langen Maibaum, heuer von den Lehensassen spendiert, neben der Pfarrkirche aufzustellen.

„Vor über 50 Jahren“, weiß Chronist Horst Duftner „hat damals nach dem Krieg eine Gruppe Radfelder den alten Brauch, den es bereits vor dem Krieg gegeben hat, wieder aufleben zu lassen. Mit dabei waren seinerzeit zum Beispiel neben vielen Radfelder Originalen der verstorbene Alt-Bgm Erich Laiminger und meine Wenigkeit“.

Organsiert wird das alljährliche „Maibaumaufstellen“ von der Radfelder Landjugend mit Obmann Stefan Gamper in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr mit Kommandant Hans-Peter Ostermann. Der Maibaum wird abwechselnd von den Lehensassen und der Gemeinde spendiert, heuer traf es wie bereits erwähnt die Lehensassen. Selbstverständlich organisieren die Veranstalter in der Nähe des Maibaumes eine Grillerei gegen den Durst gibt’s auch alles Mögliche. Wenn dann der Maibaum nach ein ¾ Stunde harter, präziser Arbeit seine endgültige Position erreicht hat, gibt’s für die Mitwirkenden von allen Zuschauern verdientermaßen einen großen Applaus, ja und das war’s.

5. Radfelder Dorfmarkt

Samstag, 22 April 2017
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RADFELD (klausm) Am Samstag den 22. April lud die familienfreundliche Gemeinde Radfeld bereits zum 5. Dorfmarkt. Je nach Jahreszeit, der Markt findet einmal im Frühjahr und einmal im Herbst statt, setzen sich die Angebote des Marktes zusammen. Grundsätzlich gibt es Handarbeiten, Handwerksvorführungen, kunstvolle Arbeiten aus den Bereichen Keramik, Holz und Glas, Dekoratives, Praktisches, Kulinarik, Schnäpse, Weine, Liköre, heimische Lebensmittel aller Art, Korbflechtarbeiten, Körbe, Schmuck, schöne Düfte kleine und große Taschen aus allen möglichen Materialien, kunstvolle Häkelarbeiten, Papierbastelarbeiten der Kindergartenkinder, Duftseifen, Bilder, und vieles mehr und von daher waren die vielen Besucher von den Angeboten der rund 20 Aussteller wieder hellauf begeistert. Veranstalter dieses Dorfmarktes war die Gemeinde, unterstützt wurde sie dankenswerterweise vom Tourismusverband Alpbachtal/Seenland. Für musikalische Umrahmung sorgte in bewährter Weise der Brixlegger Allround’ler Johann Mittner.

Neben der Möglichkeit, mit dem Feuerwehrauto auf kleine Fahrt zu gehen, wurden die Kinder heuer erstmals vom 2016 neu gegründeten Radfelder Mittelalter-Verein „Salutem Tyrolis“ unterhalten. Im Klartext, die Kinder konnten am Lagerleben teilnehmen, lustige Geschicklichkeitsspiele mitmachen, in einem eigens dafür vorgesehenen Zelt Geschichtenerzählerinnen lauschen.

Das erklärte Ziel des Mittelaltervereines ist es auf Festen, Märkten, etc., historisches Lagerleben darzustellen, an Schaukämpfen teilzunehmen, sich mit Möbelbau und Anfertigung passender historischer Bekleidung beschäftigen, Kameradschaften zu pflegen und damit war „Salutem Tyrolis“ eine wirkliche Bereicherung des Radfelder Dorfmarktes. Dazu passt folgende Information: Der Radfelder Mittelalterverein „Salutem Tyrolis“ nimmt am Rattenberge Mittelalterspektakel vom 19. bis 21. Mai teil, eine gute Gelegenheit also den verein näher kennenzulernen. Näheres zum Radfelder Mittelalterverein gibt’s unter:  www.salutem-tyrolis.at

Man müsse Wörgl endlich die "finanzielle Tränen-Drüse trocknen", sagt ein in der Sache leicht genervter LA Alois Margreiter. Er fordert: "Platter und Geisler müssen bis spätestens 12. April verbindlich sagen, was das Land beim Hochwasser-Schutz beisteuert!" Denn: An diesem Tag wird der Hochwasser-Schutzverband Unteres Unterinntal gegründet!

Tirol - Kürzlich wurde das "generelle Projekt" für den Hochwasser-Schutz im Tiroler Unterland vorgestellt. Im Bereich Kramsach, Brixlegg, Rattenberg, Radfeld, Kundl, Breitenbach, Wörgl und Angath kostet das Schutz-Projekt 250 Millionen EURO. Davon zahlt 80% der Bund, 5% ASFINAG und TIWAG. Bleiben noch 15% (37,5 Mio.) den Gemeinden. Auch die Aufteilung der Kosten unter den Gemeinden steht: Wörgl trifft es demnach mit 49,3%, das sind über 18 Millionen EURO.

Margreiter: "Wörgl die finanzielle Tränen-Drüse trocknen!"

Über den Aufteilungs-Schlüssel ist man sich einig. Auch die Verbands-Gründung steht mit 12. April. Doch angesichts der Summe sperrt sich Wörgl: Man könne das kaum bezahlen. "Das ärgert mich. Wörgl kann dem Land nicht immer Untätigkeit vorwerfen, während man sich dort selber sperrt, zumal 2005 Wörgl NICHT wegen dem Hochwasser überflutet wurde, sondern weil ein Damm gebrochen ist... Das ist ein wichtiger Unterschied! Wir müssen Wörgl die finanzielle Tränen-Drüse endlich trocken legen! Daher verlange ich von LH Günther Platter und LHStv Geisler (beide ÖVP), dass sie bis spätestens 12. April – also noch vor der Verbands-Gründung – endlich sagen, wie viel vom Gemeinde-Anteil das Land noch zuschießt!", fordert Breitenbachs Bürgermeister LA Ing. Alois Margreiter (ÖVP). Wären das beispielsweise 50%, träfe es Wörgl "nur" noch mit 9 Mio. EURO...

Hedi Wechner als Obfrau

Margreiter lässt weiter aufhorchen: "Ich werde Wörgls Bürgermeisterin Hedi Wechner als Obfrau für den Hochwasser-Verband nominieren." Wörgl müsse schließlich am meisten zahlen. Darüber hinaus bekäme Wörgl am meisten Bauland aus der roten und gelben Zone heraus.  Aus beiden Gründe stehe Wechner die Funktion als Obfrau zu. Der Verband ist nach Gründung jene juristische Person, die beim Land als Projekt-Werber auftritt und beim Bund die Fördermittel beantragen wird. (cm)
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