Die Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung der ROFAN-KURIER-Redaktion wieder.Pixabay

Altenpflege in Corona-Zeiten

Häufig wird in den Medien berichtet, wie nahe einem die Arbeit als Intensivmediziner oder Krankenpfleger geht. Alle seien am Limit, können nicht mehr...

Das stimmt und hat seine Berechtigung. Oft werden wir „Kleinen“ allerdings vergessen. Wir, in der Altenpflege. Also jene, die für ihre Arbeit keine Matura, aber ganz viel Gefühl brauchen. Oder unsere Reinigungsfeen, die tagtäglich die Zimmer reinigen, ohne zu hinterfragen ob jemand positiv oder negativ ist. Wir Pfleger, wo jeder Tag eine neue Herausforderung ist, um einem Demenz-Kranken ständig erklären zu müssen, warum er sein Zimmer nicht verlassen soll/darf. Gerade diese Menschen brauchen sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit, Humor und Empathie und stellen das Pflegepersonal immer wieder vor neue Herausforderungen.
Zu guter Letzt kommt noch das Begleiten Sterbender. Wenn jemand sich von „unserer Familie“ (als solche stufen wir die Heimbewohner ein) verabschiedet fällt uns das aufgrund der oft jahrelangen Beziehung schwer. Wir, die ganz Kleinen, die Pfleger und Reinigungsfeen, die den Heimbewohnern näher sind, als jeder andere (in Corona-Zeiten auch näher als jeder Angehörige…) werden meist vergessen, wenn es um Lob und Anerkennung geht. Das liegt wohl daran, dass nur Wenige wissen, was von diesem Personenkreis geleistet wird. Wie auch immer – mich persönlich erfüllt es mit großer Dankbarkeit und Freude,  Teil der "Silberhoamat", wie unsere Heimgemeinschaft seit kurzem heißt, zu sein.

H. Wörle
"Silberhoamat" Schwaz


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