Die Leserbriefe spiegeln nicht die Meinung der ROFAN-KURIER-Redaktion wieder.Pixabay

Transitchaos geht sicher weiter

Wieder einmal werden die Leute belogen. Warum?

  1. Nicht nur die Fertigstellung des Brennerbasistunnels (BBT) wird sich weiter verzögern (zum wievielten Male schon?).
  2. Auch und besonders bei den Zulaufstrecken ist es nicht so, wie sich das die BBT-Leute und ihre Sympathisanten vorstellen.

Deutschland denkt nicht ansatzweise daran, eine eigene Zulaufstrecke zu bauen, weil ihre eigene Bestandstrecke top, auf neuestem Stand und schlicht der Bedarf auf weitere zwei Gleise gar nicht da ist. In der Budgetierung für die Strecke München – Rosenheim – Kufstein ist nicht einmal für die Bestandstrecke (außer den Normalreparaturkosten) auch nur irgendwas Finanzielles vorgesehen. Die zeitliche Perspektive, eine mögliche eigene Zulaufstrecke betreffend, ist auf 2050 gerichtet, also in der Praxis nahezu ewig weg. Das Protokoll des jüngsten Regionalformus von 3. Februar im Landkreis Rosenheim bestätigt außerdem nur meine schon jahrelange Sicht zu diesem Thema.

Die Langkampfner können ihre Pläne für den Bahnausbau auf ihrem Gebiet noch so oft ändern und dem Infrastrukturministerium vorlegen. Denn die landen so lange in der Schublade, bis sich Deutschland erstens zur (eigenen) nördlichen Zulaufstrecke mit zusätzlichen zwei Gleisen zur Bestandstrecke bekennt und zweitens (sollte dies überhaupt geschehen) den genauen Streckenverlauf dafür in und rund um Kufstein (das wird der Schlüsselraum sein) bestimmt.

Diese Entscheidung (topographisch eigentlich vorgegeben) werden nicht nur die Gemeinden Kufstein und Langkampfen, das Land Tirol, selbst der Bund samt der ÖBB zur Kenntnis nehmen müssen, ob diese dies wollen oder nicht.

Solange nicht einmal der Bedarf für eine eigene Zulaufstrecke seitens Deutschland's fixiert ist, rennt nicht nur die österreichische Politik im Kreis, sondern sind sämtliche Spekulationen über irgendeinen Ausbau völlig obsolet.

Die derzeitige schwarz-grüne Politik auf Landes-und Bundesebene hätte die einmalige Chance, ihre Parteikollegen in München, in Berlin, ja sogar in Brüssel vom Bedarf und dem genauen Verlauf von zwei Gleisen zu überzeugen und endlich was zu tun. Solange da nichts passiert, steht alles --- ein einfacher Bürger kann da gar nichts machen.

Mag. iur. Anton FRISCH eh.

Kufstein, am 4.3.2020