Projektkoordinatorin Biologin Mag Stefanie PONTASCH von der Tiroler Landesumweltanwaltschaft (4.v.l.) mit Vortragsteilnehmern auf der Aussenanlage der Feuerwehr Brixlegg

Brixlegger „Aktionstage ENERGIE“

Brixlegger "Aktionstage ENERGIE"

BRIXLEGG (klausm) In Kooperation mit Energie Tirol, der Klima- und Energie- Modellregion (KEM), veranstaltete das Brixlegger e5-Team von Montag 20. bis Samstag 25. Mai erstmals die „Aktionstage Energie“ mit täglichen Veranstaltungen rund um Klimawandel, erneuerbarer Energien, Biodiversität sowie energieeffizientem Bauen und Sanieren. Dazu hat das Brixlegger die e5-Team mit Alfred Landl, Annie Häusler, Anton Gwercher, Daniel Moser, Florian Jeram, Karl Baumgartner, Lea Ventura, Vize-Bgm Norbert Leitgeb und Rainer Unger, für ihre Bevölkerung für eine ganze Woche lang ein energiegeladenes Programm zusammengestellt. Das Engagement der e5-Leute ist umso bemerkenswerter, als sich derzeit lediglich 15 Tiroler Gemeinden für mehr heimische Pflanzen auf öffentlichen Flächen in ihrer Gemeinde einsetzen, obwohl bereits landesweit ein spürbarer Insektenschwund festzustellen ist. Viele Insekten, sogenannte Blütenbesucher, benötigen Nektar zur Eigenversorgung und Pollen für ihre Nachkommen und dabei bestäuben sie nebenbei die Blüten.

Auftaktveranstaltung …

Auftaktveranstaltung der Aktionswoche: „Mit heimischen Pflanzen Tiere anlocken“. Dazu hielt Projektkoordinatorin Biologin Mag Stefanie PONTASCH von der Tiroler Landesumweltanwaltschaft im Feuerwehrhaus einen interessanten Vortrag zum Thema „Welche Pflanzen locken welche Tiere in den Garten?“ Im Anschluß an den informativen Teil wurden gemeinsam im Aussenbereich der Feuerwehr bepflanzte Grünflächen begutachtet und praxisnah’ besprochen.

“Die traditionelle Landwirtschaft hat einst die Vielfalt der Lebewelt und Landschaft ermöglicht. Heute werden Flächen durch Bewirtschaftungsoptimierung zunehmend vereinheitlicht. Aufgrund der intensivierten landwirtschaftlichen Nutzung wie mehrfacher Schnitt (Anmerkung des Verfassers: Bis zu 6 Mahden pro Saison) und starke Düngung, werden Bedingungen geschaffen, unter denen nur die wenigsten Arten überleben können. Die Artenvielfalt schwindet – und mit ihr eine heterogene, farbenreich blühende und lebendige Landschaft.”

Dazu die Tiroler Landes-Umweltanwaltschaft …

“Um diesem Trend entgegenzuwirken bedarf es Wiesenbiotope, die inmitten der intensiv genutzten vereinheitlichten Landschaft ökologisch anspruchsvolle Strukturen darstellen. Diese Flächen bieten Lebensraum für selten gewordene oder bedrohte Pflanzen- und Tierarten, schaffen einen Rückzugsort, erleichtern Wanderungen zwischen bestehenden Lebensräumen und leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Artenvielfalt. Farbenreich blühende Wiesen steigern zudem die Attraktivität des Landschaftsbildes. Ziel der Tiroler Umweltanwaltschaft ist es, solche Blumenwiesen als Vernetzungselemente zu schaffen.”

“Durch Reduktion der Mahd und Düngung werden ehemals landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen extensiviert und es stellt sich langfristig eine vielfältigere Pflanzenausstattung ein. Jede zusätzliche Pflanzenart bietet Nahrungsquelle oder Lebensraum für zehn Tierarten! Daher wird bei Extensivierung und Erhöhung der Pflanzenvielfalt die Lebensgrundlage für verschiedene Tierarten wie Schmetterlinge, Bienen, Hummeln, Heuschrecken, etc. geschaffen und Wiesen werden wieder lebendig und laut.” (Quellnachweis: Tiroler Umweltanwaltschaft)

Empfehlungen der Biologin Mag Stefanie Pontasch …

Extensivierung der Flächen, das heißt: Reduktion der Düngung und Madhen, Unterstützung der Strukturbildung durch Einsaat mit standortgerechten Samenmiaschungen. Etablieren einer Methode, mit der zeitnah eine Blumenwiese mit Artendiversität geschaffen werden kann. Schaffung von Blüphstreifen am Wegrand, Einsaat einer Blumenwiese, Anlegen von Blühflächen.

Themenschwerpunkte der Aktionswoche …

Um ein weiteres interessantes Thema ging es in der Aula der NMS, nämlich um „Neue Energie für Häuser mit Geschichte“. Dabei wurde das Sanierungskonzept der Volksschule vorgestellt, über Dämmmöglichkeiten in historischen Gebäuden gesprochen und obendrein konnten sich Interessierte über diverse Förderungsmöglichkeiten bei Neubauten oder Sanierungen erkundigen.

Um „kostengünstiges und klimaneutrales Heizen“ ging’s im Bauhof. Die Firmen Heliotherm und Kreidl zeigten, wie man kostengünstig und klimaneutral heizen kann und lieferten alle nötigen Informationen über Wärmepumpen und Pellets-Heizungen, außerdem informierten sie über Förderungsmöglichkeiten bei Heizungstausch.

Speziell für die Schüler der NMS stand ein spezieller, ein geschlossener „Schulevent mit Filmvorführung“ auf dem Programm. Die Schüler der NMS Brixlegg mit Direktorin Elisabeth BACHLER präsentierten ihre Visionen für ein energieautonomes Tirol. Dazu waren mit LHStv Josef GEISLER  (Energielandesrat), DI Bruno OBERHUBER (Geschäftsführer Energie Tirol), Bgm Ing Rudolf PUECHER, Bgm Markus BISCHOFER (Alpbach), Bgm Johann THALER (Reith), Bgm Bernhard ZISTERER (Kramsach) und Rainer UNGER (Manager KEM), hochkarätige und kompetente Gesprächspartner geladen.

Im Theater Brixlegg wurde der Film „Zeit für Utopien“ gezeigt, ein Film über Menschen, welche Wege jenseits von Gier und Profitstreben beschreiten, deswegen aber keine Aussteiger, sondern vielmehr Einsteiger in eine neue, zukunftsfitte Gesellschaft sind.

Um „Grünen Strom“ ging’s bei der Führung zur Energieerzeugung im Montanwerk. Dabei wurde bewiesen, dass Industrie und erneuerbare Energien kein Widerspruch sind.„Nisthilfen für Wildbienen“ wurden im Feuerwehrhaus besprochen, hier zeigte der Verein Natopia wie man Insektenhotels herstellt.

Schlusswort

Viele Einheimische haben an diesen Brixlegger „Aktionstagen Energie“ mit großer Begeisterung teilgenommen, besonders erfreulich dabei das Engagement von Schülern und Jugendlichen, schließlich sie sind es ja, die in den nächsten Jahrzehnten die richtigen Weichen stellen sollen/müssen. Den Veranstaltern und Vortragenden darf man zu diesen Brixlegger „Aktionstage Energie“ gratulieren.

Zu den Fotos: