Vorne: Luggi Ascher, Helmut A. Häusler, Ing Albert Margreiter. Dahinter: Martin Heis, Niklas Schöne, Theresia Baumgartlinger, Andreas Frehde, Regieseur Stefan Bric

„Judas“ in St. Leonhard

Judas in der Wallfahrtskirche St. Leonhard

KUNDL (klausm) Mit „Judas“, einem Theater mit Musik der flämischen Autorin Lot Vekemans, beeindruckte Helmuth A. Häusler am Sonntag 19. Mai die Besucher in der restlos ausverkauften Wallfahrtskirche St. Leonhard. Veranstalter waren GR Ing Albert Margreiter vom Kundler Kulturausschuss in Kooperation mit Luggi Ascher vom Kultourwerk.

Außerordentlich und in beeindruckender Dramaturgie und Weise, schlüpfte der Tiroler Schauspieler Helmut A. Häusler unter der Regie von Stefan Bric in die Rolle des Verräters, griff nach den Besuchern, nahm sie mit, zog so manchen auf seine Seite, machte Jene betroffen welche ihm folgten. Ihm zur Seite Theresia Baumgartlinger & Martin Heis (SoulPan, Cajon, Didgiridoo), Andreas Frehde (Gitarre) sowie Niklas Schöne (Geige), diese vier hervorragenden Musiker lieferten zum Thema des Abend’s den passenden musikalischen Rahmen. 

Ein unvergesslicher Theaterabend mit dem Kundler Helmut A. Häusler. Ein Abend über den man spricht.

Das ungewöhnliche an der Figur Judas, der Verräter erzählte seine Geschichte aus seiner Sicht und tat dies in einem Ein-Personen-Stück ziemlich beeindruckend: Verblüffte, überraschte, sprach offen über seine Wut, seine Enttäuschung, seine Sehnsüchte, übernahm aber ohne Abstriche die Verantwortung für sein Handeln. Was wäre wohl passiert wenn er seinerzeit Jesus nicht verraten hätte? Was waren die Hintergründe für sein Tun? War er am Ende gar nur Werkzeug und damit Opfer seines Schicksals? Ein Unschuldslamm? Judas lud die Besucher ein, sich mit seiner Rolle als Verräter zu identifizieren, ihn als Sündenbock zu erkennen, ihn vielleicht zu bedauern, zu entschuldigen, ihn „Judas“, der für eines der einflussreichsten Verbrechen unserer Religionsgeschichte steht.

„Judas“ steht seit über 2000 Jahren für Verrat und Feigheit, wen wundert’s, verriet doch Judas den Messias für ein Schmiergeld und verriet den Aufenthalt des Messias. Möglicherweise war der Verrat jedoch notwendig um aus Jesus das Opfer zu machen – also jemand mußte es tun. Nach zweitausend Jahren ist es nun an der Zeit, Judas selbst zu Wort kommen zu lassen. In einer selbst inszenierten „Show“ unternimmt er den Versuch, seine Tat mit menschlichen Dimensionen zu messen und bringt sein Publikum dahin, wo es lieber nicht sein möchte: zu dem Judas in sich selbst.

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