Matthias Kreidl versteht nicht, warum das Polytechnikum in Brixlegg für die Tests zusätzlich eine ärztliche Unterschrift verlangt.

Kritik an Poly Brixlegg – Behörde kontert

Die Firma Kreidl hat eine Teststraße eingerichtet. Doch das Poly in Brixlegg hat die Kreidl-Tests nicht ohne ärztliche Unterschrift akzeptiert, kritisiert Unternehmer Matthias Kreidl. "Wir haben genaue Vorgaben zum Schutz aller Kinder", heißt es von Seiten der Schulbehörde.

KRAMSACH Matthias Kreidl ist sauer. Er hat in seinem Betrieb für Mitarbeiter, deren Familien und alle aus der Umgebung, die das Angebot nutzen möchten, eine COVID-19 Teststraße eingerichtet. Sein Angebot ist kostenlos, die Tests werden z.B. bei Grenzübertritt oder als Eintritts-Tests für SANDOZ Kundl akzeptiert. Die verwendeten Tests seien CE-zertifiziert und zugelassen. In den ersten Tagen hat Kreidl seine Tests eine Pharmazeutin machen lassen. Das sei als Qualifikation nicht ausreichend, hieß es. Nun führt eine diplomierte Krankenschwester die Tests ehrenamptlich durch. Ein Arzt prüft einmal pro Woche den Ablauf und bestätigt: Die Teststraße ist ordnungsgemäß.

Poly schickt Kreidls Sohn heim

Mit dem Test (durchgeführt von der Diplom-Krankenschwester) macht sich Kreidls Sohn auf den Weg in seine Schule, das Poly in Brixlegg. Matthias Kreidl will nämlich nicht, dass seine Kinder mittels "Nasenbohrer-Test" an der Schule geprüft werden. "An der Schule wurde der Test aber nicht anerkannt! Mein Sohn wurde heimgeschickt und der Test wurde ihm abgenommen. Das ist eine Frechheit! Nicht einmal ein Polizist darf jemandem einen Test abnehmen oder fotografieren. Das sind persönliche Gesundheits-Daten", ärgert sich Kreidl.

Poly akzeptiert Test nach ärztlicher Unterschrift

Erst, als der Arzt, der die Teststraße wöchentlich prüft, ein Schreiben an die Schule richtet und seine Unterschrift unter den Test des Sohnes setzt, darf dieser mit dem Test den Unterricht wieder besuchen.

Kreidl denkt: "Ärztliche Unterschrift nicht nötig!"

Kreidl spielt mit, nötig sei das jedoch nicht, sagt er: "In der Verordnung steht ganz klar, dass die Tests in den betrieblichen Teststraßen von einer dazu befugten und geeigneten Person durchgeführt werden können. Von einem Arzt steht hier nichts. Und auch in anderen Teststraßen sind bei der Probennahme keine Ärzte dabei, sondern geschultes Pflegepersonal oder Rettungsdienst-Mitarbeiter..."

Schulbehörde kontert: "Schule hat sich korrekt verhalten"

Die Polytechnische Schule in Brixlegg hatte aber offenbar keine andere Möglichkeit: Laut Erlass des Bildungs-Ministeriums muss dort entweder der "Nasenbohrer-Test" an der Schule durchgeführt werden, gleich zu Beginn des Unterrichts oder es muss ein Test von einem Arzt oder von einer Apotheke oder auch von einer öffentlichen Teststraße mit Testdatum vom selben Tag (also in der Früh vor Schulantritt) mitgebracht werden. Dazu Dr. Armin Andergassen von der Bildungsdirektion Tirol: "Hier wollte Herr Kreidl, dass die Testbestätigung vom Verein SINN3000 akzeptiert wird. Das konnte ich als Jurist der Bildungs-Direktion so nicht annehmen, wir haben das abgelehnt und darauf verwiesen, wo man alternativ auch den Test extern durchführen lassen könnte. Das wollten die Eltern aber nicht." Dr. Andergassen weißt darauf hin, dass die strikten Regelungen des Bildungsministeriums dem Schutz aller Schülerinnen und Schüler und in der Folge auch des Lehrpersonals dienen und die Schule sich hier korrekt verhalten hat. Es habe hier auch keine Ungleichbehandlung stattgefunden.


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