Die Info-Veranstaltung von Xund‘s Kramsach war sehr gut besucht. Der Kramsacher Gemeindesaal war bis auf den letzten Stehplatz gefüllt.Xund's Kramsach

Xund`s Kramsach: "Lärm, Dreck und Gestank machen krank!"

Die Verkehrsproblematik in Kramsach ist groß. Lärmmessungen in Kramsach ergaben eine Überschreitung der Grenzwerte weit über 300 %, basierend auf den WHO (Weltgesundheitsorganisation) Richtlinien.

KRAMSACH  Trotz fast tropischen Temperaturen fanden sich über 100 Interessierte am Freitag, 14. Juni, im Gemeindeamt in Kramsach zur Infoveranstaltung der Bürgerinitiative „Xunds`s Leben in Kramsach“, ein. Prof. Peter Lercher (TU Graz), Fritz Gurgiser (Obmann Transitforum Austria) und Bgm. Bernhard Zisterer (VP), hielten mit Mitgliedern des Vereins Vorträge und stellten sich der anschließenden Diskussion. Heiß war aber auch das Thema… die Verkehrsproblematik in Kramsach. Laut Experten sind die Gesundheitsbeeinträchtigungen für die Bevölkerung - die dadurch entstehen – sehr groß. Lärmmessungen mit Schallpegelmessgeräten an verschiedenen Standorten der L 211 ergaben am Tag eine Überschreitung der Grenzwerte von 360 % und von 380 % in der Nacht. Daher lautet der Slogan der Bürgerinitiative „Xund`s Leben in Kramsach“: Lärm, Dreck und Gestank machen uns krank!

Lärm als Gesundheitsbelastung

„Lärm ist das erste, das man unmittelbar wahrnimmt“. Prof. Dr. Peter Lercher (Prof. an der TU Graz), der Gesundheitsexperte meint dazu: „Lärm dient als Stressfaktor und belastet das Herz-/Kreislaufsystem immens. Starke Lärmbelästigung beeinträchtigt das Denken und Schlafen. Die Bluthochdruckproblematik, Schlaganfälle, Herzinfarkte, Schlafstörungen und erhöhte Einnahme von Schlafmitteln sind nur einige Beeinträchtigungen, die durch Lärm entstehen.“ Laut WHO (Weltgesundheitsorganisation) gehören das Tiroler Unterinntal und das Wipptal in Sachen Lärmbelästigung (Straßenverkehr) zu den Gebieten mit sehr hohen Werten. So sind die externen Kosten (2.089 Mio. CHF/Jahr) laut einer aktuellen Studie in der Schweiz vom März 2019, die durch Belastungen von Lärm entstehen, beinahe schon so hoch wie die Kosten, die durch die Luftverschmutzung entstehen.

Die Zeiten haben sich geändert

Fritz Gurgiser (ObmannTransitforum Austria) dazu: „Wir können mit den Mitteln der 80er Jahre dieses Problem nicht lösen. Wir müssen jetzt eingreifen. Wir müssen den Verkehr begrenzen. Die Grenzwerte in Tirol sind viel zu hoch. Es braucht einen zeitgemäßen Lärmschutz und eine Finanzierung durch das Verursacherprinzip. 1989 fuhren 850.000 LKWs über den Brenner, heute mehr als zwei Millionen. Die Aggressivität der Menschen nimmt zu, der Druck nimmt zu. Tirol ist ein Herz des Staus… Die Behörden sind gefordert und müssen sich der Veränderung stellen. Zuständig für Fahrverbote in der Umsetzung von Luftqualität ist das Land Tirol zusammen mit dem Bund. Es geht um viel, unterstützt die Bürgerinitiative, miteinander können wir viel erreichen.“

Wir sind miteinander unterwegs

Bernhard Zisterer, Bürgermeister in Kramsach (VP), selber ein „geplagter Radfahrer“ stellt fest: „Wir brauchen die Unterstützung der Menschen, der Bürgerinitiative, wir fahren den Wagen gemeinsam. Wir brauchen aber auch den gewissen Druck aus der Bevölkerung und der Bürgerinitiative, damit sich unsere Anliegen und Wünsche nicht in Schall und Rauch auflösen.“

Es geht uns alle an

Die Bürgerinitiative Xund`s Leben in Kramsach fordert daher zum Schutz der Bevölkerung Sofortmaßnahmen: Fahrverbote für LKW, 30er Zonen, bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion, Erhöhung der Sicherheit für Fußgeher und Radfahrer, Umleitung des Schwerverkehrs über das Gewerbegebiet und Lärmschutzeinrichtungen.