Schwaz schrammte Mitte Juni hauchdünn an einer Hochwasser-Katastrophe vorbei. Im Bild: Mit dem Bagger wurde Treibgut entfernt, um eine Verklausung zu verhindern.Stadtchronik Schwaz

Hochwasser-Schutz-Projekt geht voran

1.500 Gebäude und 100 Hektar Bauland zwischen Pill und Reith i. A. sind im Mittleren Unterinntal hochwassergefährdet. Sie würden im Falle eines 100-jährigen Hochwassers bis zu 1,5 Meter in der gelben Zone und mehr als in der roten Zone unter Wasser stehen.

BEZIRK Um die Bevölkerung und Sachwerte vor dem Hochwasser zu schützen, gründen die 13 Gemeinden im Planungsabschnitt "Mittleres Unterinntal" unter Einbindung der Infrastrukturträger ASFINAG, ÖBB, TIWAG und Landesstraßenverwaltung voraussichtlich im Herbst einen Wasserverband zur Umsetzung des geplanten Hochwasserschutzprojekts. Die entsprechenden Grundsatzbeschlüsse wurden in allen Gemeinden bereits gefasst. "Wir haben die Statuten in die Begutachtung geschickt und Änderungswünsche aus den Rückmeldungen berücksichtigt, soweit diese auch wasserrechtlich genehmigungsfähig sind. Nun liegt der Beschlussentwurf vor", informiert Bezirkshauptmann Michael Brandl, der die Vorbereitungsarbeiten für den Wasserverband im Mittleren Unterinntal koordiniert. So wurden etwa die bereits gelebte Einbindung aller Partner – und hier vor allem der Grundeigentümern – sowie die im Wasserrecht vorgeschriebene Prüfung von Varianten nochmals explizit in die aufgenommen.
Aufgabe des künftigen Wasserverbandes ist die Errichtung der schutzwasserbaulichen Maßnahmen sowie die Instandhaltung bereits bestehender sowie neu zu errichtender Hochwasserschutzbauten und Verbandsanlagen. Die Statuten regeln die Zusammenarbeit im Verband wie auch die grundsätzliche Aufteilung der Bau- und Erhaltungskosten.
Derzeit werden die Statuten auf Wunsch nochmals in den Gemeinden erläutert und sollen dann bis zur konstituierenden Sitzung im Herbst von den Verbandsgemeinden beschlossen werden. In mehreren Gemeinden ist der Beschluss bereits erfolgt

450 Grundeigentümer eingeladen

Parallel zur Ausarbeitung der Statuten für den Wasserverband Hochwasserschutz Mittleres Unterinntal hat die Abteilung Bodenordnung seit Sommer letzten Jahres Einzelgespräche mit den Grundeigentümern geführt. Zwei Drittel der rund 450 betroffenen Grundeigentümer haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht und ihre Anregungen und Änderungswünsche zum vorliegenden Schutzkonzept zu Protokoll gegeben. „Wenn der Wasserverband im Mittleren Unterinntal konstituiert ist und der Bericht über die agrarische Grundlagenerhebung aus den Gesprächen mit den Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern vorliegt, kann ein so genanntes ‚Generelles Projekt‘ ausgearbeitet werden“, erklärt Stefan Walder von der Abteilung Wasserwirtschaft. Alle darauf folgenden Planungsschritte werden von den Mitgliedsgemeinden des Wasserverbandes beauftragt und in engster Abstimmung mit diesen ausgeführt.