Der Schwazer Bürgermeister Dr. Hans Lintner (ÖVP) musste bei der Gemeindeversammlung den geplanten Bau des Parkhauses im Königsfeld verteidigen.

Parkhaus Hauptthema bei Gemeindeversammlung

Dass Schwaz Parkplätze braucht, ist bekannt. In Zukunft soll ein Parkhaus im Königsfeld Abhilfe schaffen. Anrainer sind dagegen und protestieren scharf, doch die politische Entscheidung pro Parkhaus ist gefallen. Umwidmung und Bebauungsplan sind beschlossen.

SCHWAZ Über 200 Schwazer nahmen an der öffentlichen Gemeindeversammlung am Dienstag, 13. November, im Knappensaal des SZentrum teil. Bürgermeister Dr. Hans Lintner (ÖVP) stellte einige Projekte des aktuellen Jahres vor – wobei ein Projekt zum "Hauptdarsteller" wurde: Das geplante Parkhaus im Königsfeld erhitzte die Gemüter der Bevölkerung.
Im Königsfeld, wo jetzt noch ein Oberflächen-Parkplatz ist, möchte Investor Ing. Günther Berghofer (Schwazer Ehrenbürger und Besitzer der Stadtgallerien) ein Parkhaus errichten. Geplant ist, dass 1,5 Etagen unterirdisch und maximal vier Etagen oberirdisch errichtet werden. Das Parkhaus soll etwa 14 Meter hoch werden und an die 270 Stellplätze fassen. Circa 100 Parkplätze möchte Investor Berghofer für die Mitarbeiter des SZentrum nutzen. Die weiteren Parkplätze sollen vermietet werden oder für Besucher der Stadt Schwaz zur Verfügung stehen.

Lintner: "Politische Entscheidung getroffen"

Einige Schwazer meldeten sich bei der Gemeindeversammlung zu Wort, um ihren Unmut über das Projekt zu äußern. Etwa Ing. Georg Malojer. Er findet es nicht richtig, dass "auf einem der letzten freien Grundstücke mitten im Zentrum" ein Parkhaus gebaut wird. Andere Schwazer fanden auch, dass hier sozialer Wohnraum besser Platz hätte.

Am Schwazer Königsfeld, wo bis jetzt noch ein Oberflächenparkpaltz ist, soll nun ein Parkhaus für fast 300 Autos gebaut werden.

Auch Anrainer Herbert Baldeserini stellte klar: "Ich bin dagegen!" Er wohnt im Nachbarhaus im ersten Stock und verliere durch den Bau des Parkhauses einiges an Lebensqualität.
Bürgermeister Lintner versteht, dass es hier verschiedene Meinungen gibt – die poltische Entscheidung zu Gunsten des Parkhauses ist aber bereits gefallen, erklärt er bei der Versammlung.

Umwidmung und Bebauungsplan beschlossen

Die Umwidmung des Königsfeld-Parkplatzes zur Sonderfläche Parkhaus wurde im Gemeinderat im September beschlossen. Es gab drei Gegenstimmen (GRÜNE) und eine Enthaltung (SPÖ-Weber). Stadtrat Hermann Weratschnigg war einer der Gegner – "dennoch ist die demokratische Entscheidung zu akzeptieren", sagte der Schwazer Umweltreferent.
Tags darauf brachte er aber bei der Gemeinderats-Sitzung die GRÜNEN Kritikpunkte nochmals vor: Für die IgLS (Interessengemeinschaft Lebensraum Schwaz – die Schwazer GRÜNEN im Gemeinderat) wird hier eine Chance für gemeinnützigen Wohnbau versäumt, der Wohnmobile-Parkplatz geopfert und ein weiteres Verkehrsproblem durch die oberirdische Erschließung geschaffen. Die Fassadengestaltung des 13 bis 14 Meter hohen Parkhauses ist noch nicht bekannt. "Das war, ist eine falsche Entscheidung, die die Mehrheit des Gemeinderates hier trifft", sagte GR Weratschnigg.

Keine Stellungnahme zur Umwidmung

Bgm. Lintner bekräftigt nochmals, dass es hier verschiedene Sichtweisen gibt. Für ihn ist jedoch der zusätzliche Parkraum dringend notwendig. Und für Wohnmobile werde weiterhin Parkfläche in Schwaz zur Verfügung stehen.
Bei der GR-Sitzung wurde der Bebauungsplan erlassen. "Es gab innerhalb der Auflagefrist keine Stellungnahme (bezüglich Umwidmung des Königsfeld-Areals, Anm.)“, erklärte Bau-Ausschuss-Obmann Philipp Ostermann-Binder (ÖVP). Deshalb konnte sich der Bauausschuss mit dem Bebauungsplan der Parkgarage befassen. Einige Fragen müssen noch geklärt werden (Zufahrt, Fassadengestaltung) – die erwartete Zustimmung zum Bebauungsplan des Parkhauses gab es trotzdem. Diesmal mit vier Gegenstimmen. Der fraktionslose Gemeinderat Benjamin Kranzl gesellte sich zu den GRÜNEN Nein-Stimmen.