Eine Studie aus den USA zeigt, dass tägliches Gehen Alzheimer um Jahre verzögert.Alpbachtal Tourismus/Gartner
Forscher: Mit Gehen und Sprachen gegen Alzheimer
Kürzlich wurden die Ergebnisse zweier Studien veröffentlicht. Beide beschäftigen sich mit Demenz und Alzheimer. Gesund und selbständig altern ist weltweit ein Thema. Ergebnis: Regelmäßige Spaziergänge und Mehrsprachigkeit könnten Alzheimer und Demenz verhindern.
INTERNATIONAL Gesunde, abwechslungsreiche Ernährung mit viel Gemüse, Bewegung im Freien, Lesen und immer neue Dinge lernen... All das bremst Demenz oder sogar Alzheimer im Alter. So viel ist bereits bekannt. Dass man aber speziell messen kann, ab wie vielen Schritten täglich die geistige Gesundheit wirksam geschützt wird, ist neu. Mit Bewegung kann man Alzheimer aktiv bekämpfen: Das zeigt eine kürzlich veröffentlichte Studie aus den USA. Ergebnis: Mit etwas mehr als 5.000 Schritten täglich verlangsamt sich die Ausbreitung von Alzheimer im Gehirn messbar. Bereits bisher war bekannt, dass eine der Hauptursachen für Alzheimer der Bewegungs-Mangel ist. Es sind nach bisherigem Wissensstand ein Protein namens Tau und die Amyloid-Beta-Plaques, die das Gehirn beeinträchtigen.
Wie die Forscher des Massachusetts General Hospital in Boston (USA) in ihrer neuen Studie beschreiben, kann man die Erkrankung noch vor deren Ausbruch (der sich etwa durch Vergesslichkeit, Orientierungs-Schwierigkeiten und Probleme beim vorausschauenden Planen ankündigt) bereits durch Ansammlungen schädlicher Proteine, sogenannte "Plaques" im Gehirn nachweisen. Genau in dieser Phase kann man offenbar bereits mit ein paar Schritten pro Tag sehr viel gegen die Krankheit tun.
Gehen bringt´s!
Am Beginn der Studie zählten Forscher die Schritte, die jeder Studien-Teilnehmer pro Tag zurücklegt. In der Folge wurden alle Teilnehmer der Langzeit-Studie jährlich kognitiven Tests unterzogen. 14 Jahre lang wurde diese Vorgehensweise fortgeführt, dazu überwachte man, wie viele der schädlichen Proteine sich in den Gehirnen der Teilnehmer ansammelten. Bei jenen Personen, die zu Studienbeginn täglich zwischen 3.001 und 5.000 Schritte zurücklegten, verzögerte sich das Fortschreiten der Krankheit durchschnittlich um drei Jahre. Dies im Vergleich zu „faulen“ Teilnehmern, die sich wenig bewegten (weniger als 3.000 Schritte täglich). Bei Menschen, die täglich zwischen 5.001 und 7.500 Schritte zurücklegten, wurde der kognitive Abbau um etwa sieben Jahre verschoben. Fazit: Mehr Schritte, weniger giftige Proteine im Gehirn!
Ob andere Aktivitäten wie Schwimmen, Radfahren oder auch Krafttraining ebenso wirken, muss erst untersucht werden. Dies ist jedoch naheliegend. Bewiesen ist jedoch auch: Mehrere Sprachen zu sprechen hilft ebenfalls, das Gehirn fit zu halten und Krankheiten wie Demenz zu verzögern. Das zeigt eine neue Analyse von Gesundheitsdaten von über 86.000 Menschen in Europa. Dabei gilt: Je mehr Sprachen eine Person spricht, desto größer sind die positiven Effekte. Wie Muskeln im Körper kann man auch das Gehirn nachhaltig trainieren. Das zeigt eine neue Studie im Fachjournal "Nature Aging". Wer in einer Fremdsprache spricht, fordert das Gehirn weit mehr, als wenn er sich in seiner Muttersprache unterhält. Wichtig: Es ist nie zu spät, mit diesem Gehirn-Training zu beginnen...








