Bemessensgrundlage lieferten die Jahre 2007 bis 2023. Hier stiegen die Zahlen um fast zehn Prozent.unsplash.com
Studie: Schlafmangel bei Teenagern nimmt zu
Jugendliche schlafen immer weniger. Das zeigt nun eine Studie aus den USA. Die Folgen können sich in gesundheitlichen Problemen niederschlagen. Zwar spielen digitale Medien eine Rolle, können den Trend aber nicht vollständig erklären.
WELT Musikproben, Training, Gaming oder den Lieblingsverein in der Champions League verfolgen: Für viele Jugendliche sind die Abende fest durchgeplant. Da kann schon mal die eine oder andere Stunde Schlaf draufgehen – jedoch mit Folgen.
Mindestens acht Stunden empfohlen – deutlich darunter
Wie eine Studie aus dem amerikanischen Fachblatt JAMA nun zeigt, nimmt der Schlafmangel von Jugendlichen seit Jahren zu: Zwischen 2007 und 2023 stieg der Prozentsatz der High-School-Schüler, die an Schultagen höchstens sieben Stunden schlafen, von 68,9 auf 76,8 Prozent. Der Anteil der Jugendlichen, die höchstens fünf Stunden schlafen, erhöhte sich im selben Zeitraum von 15,8 auf 23 Prozent. Diese Entwicklung betreffe nahezu alle Gruppen von Jugendlichen. Die Zahlen sind insofern bedenklich, da die schlafmedizinische Empfehlungen für diese Altersgruppe in der Regel bei acht bis zehn Stunden Schlaf pro Nacht liegen. Eine dauerhafte Unterschreitung dieser Werte kann langfristige gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.
Digitale Medien nicht als alleiniger Übeltäter
Die Studie zeigt vor allem, dass der Rückgang der Schlafdauer kaum auf einzelne Verhaltensweisen reduziert werden kann. Dazu zählen auch die Digitalen Medien. Seit der Debatte um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche sind diese wieder in aller Munde. Zwar kamen die Forscher zum Ergebnis, dass an Tagen mit intensiverer Bildschirmnutzung Jugendliche im Durchschnitt etwas später schlafen gehen. Jedoch fällt der statistische Zusammenhang im Vergleich gering aus. Weder die Schlafdauer, noch die Schlafqualität oder nächtliche Wachphasen werden im Mittel deutlich beeinflusst. Denn zu wenig Schlaf nahm in nahezu allen Gruppen zu – egal ob intensiver Medienkonsum, Suchtmittelkonsum oder Bewegungsmangel vorlagen. Das deute darauf hin, dass eher gesellschaftliche Entwicklungen eine Rolle spielen. Für die Forschenden gehören dazu etwa steigende schulische Anforderungen, ein dichteres Freizeitprogramm, sozialer Druck und veränderte Alltagsroutinen. Warum Jugendliche insgesamt also immer weniger schlafen, hängt vermutlich mit umfassenden Veränderungen im Alltag junger Menschen zusammen. Es ist jedoch der falsche Weg, sich nur auf einem Aspekt zu konzentrieren.








