Die Rauchwolken zogen in Richtung Westen – sogar bis Volders, wo sich die Bürger über den Gestank beschwerten, wie der Piller Bgm. Ing. Hannes Fender berichtete. Sein Dorf blieb davon verschont.Land Tirol
Pill: Zwischen Großbrand und Fest-Stimmung
Nur einige Monate nach dem letzten Brand kam es in Pill erneut zu einem gefährlichen Feuer im Recyclinghof. Parallel dazu fand am Dorfplatz das geplante Charity-Sommerfest statt, während es bei den Warnmeldungen des AT-Alert-Systems zu Unstimmigkeiten kam.
PILL Erst vor etwa einem halben Jahr brannte es in der Recyclinganlage in Pill. Am späten Nachmittag vom Freitag, den 22. August, kam es nun erneut zu einem Großbrand: Der mittlere Container der Umladestation ging gegen 16:45 Uhr in Flammen auf. Es dauerte bis spät in die Nacht hinein, bis die Einsatzkräfte "Brand aus" und Entwarnung geben konnten. Laut polizeilichen Ermittlungen entzündete sich eine unbekannte Substanz selbst. Wie schon damals wird vermutet, dass es sich um die Selbstentzündung eines falsch entsorgten Akkus handelte.
Warnung vor falscher Entsorgung
Aufgrund dieses Vorfalls informiert der Tiroler Abfallwirtschaftsverband (TAWV) erneut über die sachgerechte Entsorgung von Batterien: Lithium-Batterien, wie sie etwa in Smartphones, Werkzeugen oder E-Bikes stecken. Sie können schon unter Druck oder durch Beschädigung beim Zerkleinern einen Kurzschluss verursachen. "Lithium-Batterien im Restmüll wirken wie Brand-Bomben", warnt Dr. Egger, Obmann des TAWV.
Fest am Dorfplatz
Nur kurze Zeit nach Beginn des Brands, um 17:30 Uhr, startete das Charity-Sommernachtfest am Dorfplatz Pill. Der AT-Alert war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgelöst worden. Hinsichtlich möglicher Bedenken in Bezug auf die Austragung erklärte Bgm. Ing. Hannes Fender (ZFP): "Die Umladestation liegt im Westen des Dorfs. Der Wind weht am Nachmittag immer von Ost nach West, sodass die Rauchwolke und der Gestank entsprechend vom Dorf weggezogen sind. Wir waren uns also einig das fest durchzuziehen, solange sich das nicht ändert." Nachdem jedoch gegen 18:00 Uhr der AT-Alert im Großraum Schwaz-Wattens ausgelöst wurde, kamen Bedenken auf: "Wir standen in ständigem Austausch mit den Verantwortlichen und wären jederzeit bereit gewesen, das Fest abzubrechen."
Die Warnbenachrichtigung hatte die Telefone vieler Bürger jedoch nicht erreicht. Als möglichen Grund nannte Konrad Pölz, MA vom Land Tirol, dass der AT-A-lert auf Warnstufe 4 (Gefahreninformation) versendet wurde: "Es könnte etwa daran liegen, dass der Empfang aller Warnstufen in den Einstellungen nicht aktiviert war."








