Im Bild: Obmann Alois Wechselberger (rotes Sakko) im Gespräch mit österreichischen und italienischen Beamten. Im Hintergrund die Fahnen und die „Tirol Tafel“.AHBT
Protest-Aktion für "ein Tirol" mit Wirbel!
Der Andreas-Hofer-Bund Tirol kämpft seit Ende des Ersten Weltkriegs für ein vereintes, „gesamt-tirolerisches“ Tirol. Seine jüngste Aktion (eine Kunst-Installation am Brenner) ließ gleich den halben italienischen Staats-Apparat ausrücken, von Carabinieri bis Staatssicherheit...
GRIES A. BRENNER (ar/eh) Ein Licht für ein vereintes Tirol: Als Erinnerung an die Annexion Südtirols durch Italien plante der Andreas-Hofer-Bund Tirol (AHBT) am 10. Oktober 2025 eigentlich eine Brenner-Blockade. Nach behördlicher Absage griff der Bund auf „Plan B“ zurück: Das Errichten einer Kunstinstallation am Brenner, die allerdings für Aufregung sorgte – vor allem bei italienischen Behörden.
Grenzstein verdeckt
Auf einem Privatgrundstück, direkt oberhalb des Grenzsteins und mit Zustimmung des Eigentümers, wurden die weiß-rote Tirol-Fahne und eine Trauerflagge errichtet. Zudem wurden zwei mehrsprachige Transparente angebracht und der Grenzstein je zur Hälfte mit der Tiroler Fahne und mit Trauerflor abgedeckt.
Volles Aufgebot
Es dauerte jedoch keine Stunde, ehe eine Abordnung Alpini auftauchte. "Es gab einen respektvollen Dialog", sagt AHBT-Obmann Alois Wechselberger, MAS dazu. Nach einiger Zeit wimmelte es am Brenner nur so von Beamten: Über 30 italienische Uniformierte – Carabinieri-Offiziere, Guardia di Finanza, Militär und weitere Beamte (der AHB vermutet, auch italienische Staatssicherheit) – verlangten von Wechselberger, die Abdeckung zu entfernen. Später kam österreichische (Zivil-)Polizei dazu. Um eine größere Eskalation zu vermeiden, ordnete Wechselberger nach längerer Diskussionen die Freilegung des halben Grenzsteins an. Auf Österreichischer Seite blieben Trauerflor und Fahne aber unberührt.
Der AHBT-Obmann dazu: "Im Vorfeld sicherte sich der AHBT rechtlich bei österreichischen Anwälten, dem Innenministerium, anderen Behörden und bei der Gemeinde ab. Die temporäre Abdeckung des Grenzsteins konnte also rechtlich nicht angefochten werden, da der Grenzverlauf immer sichtbar war!"
Trubel bis zum Schluss
Laut AHBT-Angaben führte das Transparent mit der Aufschrift "105 Jahre italienische Kolonisation sind genug" bei rechten Parteien in Italien zu großem Aufstand und sei zudem auf ein großes Medienecho in den italienischen Zeitungen gestoßen. Wechselberger erzählte zudem von zusätzlichen Hindernissen: "Die Installation wurde offiziell am 5. Dezember beendet. Die ‚Tirol Tafel‘ und ein Plakat des Freiheitskämpfers Prof. Dr. med. Erhard Hartung sind aber weiterhin vor Ort. Die Bezirks-Hauptmannschaft Innsbruck versuchte, das Transparent entfernen zu lassen. Aufgrund von Formmängeln, regelkonformer Anmeldung und Durchführung auf Privatgrund scheiterte dieses Vorhaben aber."








