Großer Bahnhof bei der Landesversammlung der GRÜNEN in Schwaz. Kleines Bild: Die beiden Kandidaten, Gebi Mair und Hermann Weratschnig.Huss
GRÜNE Wahl: Alarm-Ergebnis für Gebi Mair
Wahlsieger Gebi Mair führt Tirols GRÜNE 2027 in die Landtags-Wahl. Wenn aber trotz Online-Wahl nur 70% der Wahlberechtigten abstimmen UND der Frontmann nur 63% bekommt, ist Feuer am Dach. Herausforderer Hermann Weratschnig sieht´s locker: „Ich gratuliere Gebi Mair zum Wahlergebnis...“
TIROL/SCHWAZ Die GRÜNEN haben in Tirol ein Problem: Sie ernähren sich was Stimmen betrifft, hauptsächlich von der Landeshauptstadt Innsbruck und deren Speckgürtel. Darum hat man die Bezirke seit Jahren vernachlässigt. Genau das bringt aber dort eine gewisse Unzufriedenheit, die sich im jetzigen Wahlergebnis niederschlägt – und einem Quereinsteiger ohne jegliche Vorbereitung, ohne Mandat aus dem Stand fast 40% der Stimmen bringt.
Keine Frage: Gebi Mair (42), ist der alte und neue Landessprecher und Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2027. Mit 63 % der abgegebenen Stimmen verteidigte er im Rahmen der Landes-Versammlung kürzlich in Schwaz seine Position gegen Herausforderer Hermann Weratschnig. Dennoch wird man engagierte Umwelt-Politiker und -Innen, wie Hermann Weratschnig bei den GRÜNEN in Zukunft wieder mit an den Tisch holen müssen: Andernfalls wird es schwer werden, aus dem einstelligen Bereich zu kommen... Am Wahlabend warb zunächst Mair um das Vertrauen. Sein Dank galt auch dem Herausforderer Hermann Weratschnig wegen des fairen, objektiven, ohne Untergriffe abgelaufenen, innerparteilichen Wahlkampfes. „Ich habe anfangs mit der Kandidatur Hermanns gehadert. Aber: Wir sollen Demokratie leben und spüren“. Er fügte dann eine Bitte hinzu: „Falls ich nicht mehr Spitzenkandidat sein sollte, bitte ich euch, Hermann zu unterstützen“. Herausforderer Weratschnig bekannte: „Ich entschloss mich zu kandidieren, weil wir wieder in die Mitte der Gesellschaft hinein müssen und auf die Sorgen der Menschen und ihren Alltag eingehen sollen“, und weiter: „Ja, ich kann Landesspitze!“
Zurück in die Regierung?
Mairs Ziel: Die GRÜNEN Tirols müssen wieder in die Landesregierung. „Die anderen Parteien haben nicht alles falsch gemacht: Es fehlt aber grüne Politik“, stellte er fest. Dessen ungeachtet, warf er den anderen Parteien vor, zu wenig für leistbares Wohnen getan, sich nicht für Schützinnen eingesetzt und den Sozialvereinen das Geld gekürzt zu haben. „Ich biete daher ÖVP und SPÖ die Hand, gemeinsam an einer Gesellschaft zu arbeiten, in der Wohnen leistbar ist und Junge ihre Chancen haben...“, sagt Mair. Hauptsache nicht Schwarz-Blau.
Weratschnigs Rolle noch offen
Hermann Weratschnig gratulierte Gebi Mair zu seinem Sieg. „Ich werde in den nächsten Wochen überlegen, welche Rolle ich in den Landtagswahlen spielen werde“. Und Weratschnig weiter: „Ich bin angetreten, weil ich meine Erfahrung und meine Kompetenz einbringen möchte. Die GRÜNEN müssen sich öffnen, vor allem außerhalb von Innsbruck. Da muss man aber auch Themen wie Wirtschaft, Integration oder Verkehr ansprechen. Es wären für die GRÜNEN mehr möglich als 9%, wenn man endlich anfängt, über den Tellerrand zu schauen... “




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