Die Rennwagen in der Formel 4 ADAC haben eine Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h und 160 PS. Ein Auto kostet etwa 50.000,– EURO. Formel 4 ADAC

Neuhauser Racing Team: Das Ende einer Ära

Jahrelang mischte das Neuhauser Racing Team aus dem Zillertal in der Internationalen Motorsport-Szene mit. In diversen Rennserien wurde mit verschiedenen Fahrern gestartet. Heuer aber nicht mehr: Es wurden keine Fahrer mit dem nötigen Kleingeld gefunden....

STUMM Das erste Mal seit Bestehen von Neuhauser Racing stehen in dieser Motorsport-Saison die Motoren still. Kein Aufheulen mehr...
"Wir haben heuer keine Fahrer bekommen", erklärt Teamchef Hannes Neuhauser im Gespräch mit dem ROFAN-KURIER. 200.000 bis 250.000,– EURO müssen Fahrer für einen Startplatz beim FORMEL-4-ADAC-Team bezahlen. Nach den eher mäßigen Erfolgen mit dem deutschen Brüderpaar Andreas und Sebastian Estner in der letzten Saison fand sich niemand, der das nötige Kleingeld für den Startplatz hatte. Dieses Problem scheint aber nicht nur Neuhauser Racing zu haben: "Beim Beginn der Rennserie gab es gut 40 Starter bei den Rennen, heuer sind es nur mehr zwölf", sagt Teamchef Neuhauser. "Überlebt" haben nur die großen Teams. Für kleine Mannschaften wird es immer schwerer....

Beim heurigen Saisonstart der Formel 4 ADAC waren nur noch 18 Autos am Start. Beim Start der Serie sollen es doppelt so viele gewesen sein. © Formel 4 ADAC

Die Rennfamilie Neuhauser

Und das, obwohl die Geschichte des Zillertaler-Rennstalles eine Erfolgsgeschichte ist. Gegründet wurde die "Neuhauser Racing GmbH" 2004 - auch davor gab es bereits einen Rennstall. Bestleistungen auf den Rennstecken zeigte die Familie Neuhauser schon Jahrzehnte lang – zuerst Hannes Großvater Hubert, dann sein Vater Josef. Hannes Neuhauser selbst begann früh mit dem Kart-Sport und schaffte es bis in die deutsche FORMEL 3. Beim österreichischen Pendent konnte er sogar den Meistertitel einfahren. Außerdem startete er in der Formel Ford, der Formel BMW, der Formel 3 Euroserie und im Porsche Super und im Porsche Carrera Cup. Er matchte sich auf den Rennstrecken unter anderem mit den jetzigen Superstars Lewis Hamilton oder auch Sebastian Vettel. Die, wie er erzählt bereits damals die notwendige Professionalität an den Tag legten: "Manchmal gingen wir nach den Rennen noch auf ein Bier, Hamilton oder Vettel waren nie dabei..." 2008 übernahm Hannes dann als Teamchef Neuhauser Racing und verschrieb sich dem Herausbringen von Motorsport-Talenten...

Der ehemalige Rennfahrer Hannes Neuhauser ist sich sicher, dass die Neuhauser-Racing-Boliden nicht dauerhaft still stehen werden.

Titelgewinn 2014

Für das Neuhauser Racing Team fuhren unter anderem Tom Dilmann (Franzose, jetziger Formel-E-Fahrer), Felipe Drugovich (Brasilianer, fährt jetzt Formel 3), oder auch Gustav Malja (Schwede, fährt Formel 2).
Den größten Erfolg feierte Temchef Hannes Neuhauser 2014: Damals gewann der Däne Mikkel Jensen die FORMEL ADAC – die Vorgänger-Serie der FORMEL 4 ADAC - im Rennwagen von Neuhauser Racing. Außerdem konnte auch die Teammeisterschaft gewonnen werden. Jensen war bereits Fahrer bei der FORMEL ADAC, und wurde trotz fehlendem finanziellen Background verpflichtet. Man glaube an das Fahrertalent von ihm: "Ein Geldgeber von ihm sagte uns: 'Wenn man nach den ersten drei Rennen die Meisterschaft anführen, zahlt er die restliche Saison'. Und so war es dann. Jensen gewann dann den Titel und wurde im weiteren BMW-Werksfahrer", erzählt Neuhauser von besseren Zeiten. Das finanzielle Risiko hatte sich damals ausgezahlt...

Aber die Motoren der Neuhauser-Racing-Rennwagen werden auch weiterhin aufheulen, hofft der Teamchef – "Es muss irgendwie weitergehen", sagt er. In Zukunft soll die "Event-Schiene" gefahren werden und Firmen können sich ein "Package" mit Autos, Rennen, etc. mieten. So ganz fix ist das Konzept aber noch nicht. Das Team um Teamchef Neuhauser wird aber alles versuchen, dass die Boliden nicht dauerhaft still stehen!