Der Zillertaler Markus Wildauer gewann die Österreichische Bergmeisterschaft vor Stephan Rabitsch – einem Profi-Rennradfahrer vom Team Felbermayr Wels.Walter Andre

Wildauer: "Radln" um einen Profivertrag

Markus WIldauer (KTM Cycling Tirol) will zur Tour de France. Für dieses Ziel werden noch einige Kilometer am Fahrrad und ein Vertrag bei einem Profi-Radteam notwendig sein. Als nächstes folgt mit der EM in Holland ein weiteres Karriere-Highlight des Zillertalers.

ACHENSEE/SCHLITTERS Ende Juni feierte der Zillertaler Rennrad-Fahrer Markus Wildauer einen seiner größten Erfolge. Er gewann die Österreichische (und gleichzeitig auch die Tiroler) Bergmeisterschaft am Achensee. Die 20 Kilometer (900 Höhenmeter) lange Strecke legte der Tirol-KTM-Cycling-Athlet in 38:37 Minuten zurück und besiegte im Anstieg auf die Gramaialm Elite-Fahrer Stephan Rabitsch (Felbermayr Simplon Wels). Dritter wurde mit Manuel Bosch ein Fahrer vom Raiffeisen-Tirol-Radteam.
"Ich bin eigentlich ohne große Erwartungen in dieses Rennen hineingegangen, aber es ist gut gelaufen und dann habe ich gemerkt, dass etwas geht", sagt Wildauer im ROFAN-KURIER-Interview. Seine Motivation stieg und am Ende gewann er den Ziel-Sprint.

Pinkes Trikot beim U23-Giro

Mit seinen 21 Jahren hat der Schlitterer bereits viel erreicht. Er hat neben diesem Titel noch weitere sehr gute Platzierungen bei Österreichischen Meisterschaften  (ÖM) vorzuweisen. So erreichte er heuer etwa auch den zweiten Platz bei den ÖM im Zeitfahren.
Auch international konnte er bereits Erfolge feiern. Seine größten: Der dritte Platz bei der U23-Europameisterschaft 2018 in Brno (Tschechien) und ein Etappensieg  beim Giro dell‘Italia für U23-Fahrer. Daran erinnert er sich auch gerne zurück: "Hier hatte ich sogar das pinke Trikot des Gesamtführenden", sagt Wildauer.

Auch bei der Heim-WM im letzten Jahr war Wildauer am Start. Hier erreichte der Allrounder den 34. Platz im Zeitfahren. "Es war mein bisheriges Karriere-Highlight. Es ist ganz etwas besonderes, wenn man 'dahoam' eine WM fahren kann. Alle Freunde sind dabei und feuern dich an", sagt er. Mit der Leistung war er zufrieden, aber "die Platzierung hat nicht gepasst. Ich rätsle bis heute noch, wieso ich nicht über den 34. Platz hinausgekommen bin", sagt er.

Ziele: Profivertrag und Tour-de-France-Teilnahme

Nach dem Sieg am Achensee machte Wildauer etwas Pause, damit er gestärkt in die zweite Saisonhälfte gehen kann. Mit der U23-EM steht noch ein absolutes Saisonhighlight an. Dieses findet heuer in Holland statt, "mir wären Berge lieber", lacht Wildauer. Mit einem guten Ergebnis könnte er seinem großen Ziel etwas näher kommen.

Er kämpft für einen Profivertrag bei einem größeren Team. Das KTM-Tirol-Cycling-Team ist ein Kontinentalteam. Ab der nächsten Kategorie, den Pro-Kontinentalteams "kann man vom Radsport leben". Darüber stehen dann noch die World-Tour-Teams, also die Teams, die an der Tour de France teilnehmen. Dies ist ein weiteres Ziel von Wildauer: Er möchte bei der Formel 1 der Radfahrer dabei sein. Noch ist er aber Heeressportler und fühlt sich im KTM-Tirol-Cycling-Team sehr gut aufgehoben.

2018 legte Markus Wildauer etwa 25.000 Kilometer auf dem Rad zurück – etwa doppelt so viel wie ein durchschnittlicher Österreicher mit dem Auto pro Jahr fährt. Etwa 1/4 davon sind Rennkilometer.