Dornauer lässt Antreten bei Landtagswahl erahnen!

Der Oberländer Abgeordnete Dr. Georg Dornauer könnte 2027 mit eigener Landtags-Liste antreten! © Christoph Bierbaumer

Politik
23. Juli 2026

Dornauer lässt Antreten bei Landtagswahl erahnen!

Die SPÖ hat ihn hinausgeworfen, sein Mandat läuft noch bis 2027. Für die kommende Landtags-Wahl ist er der Underdog, ein Unsicherheits-Faktor für alle anderen Parteien. Und: LA Dr. Georg Dornauer lässt im ROKU-Interview das Antreten mit eigener Liste zumindest erahnen…

TIROL Es sind doch ein paar Aufreger, die sich der Sellrainer Landtags-Abgeordnete Dr. Georg Dornauer in den letzten Jahren geleistet hat. Das und interne Machtkämpfe führten Ende 2025 wohl auch zu seinem Partei-Ausschluss, nachdem er sogar Landeshauptmann-Stellvertreter für die SPÖ war. Im ROKU-Interview lässt der 43-Jährige mit markigen Sagern aufhorchen.

ROKU: „Georg, im April 2026 hat das SPÖ-Schiedsgericht deinen Rauswurf aus der Partei bestätigt. Trauerst Du der alten politischen Heimat nach?”
DORNAUER: „Trauer? Nein. Enttäuschung? Ein wenig. Ich habe mich 20 Jahre mit aller Kraft für die SPÖ eingesetzt. Aber eine Partei, die lieber im eigenen Saft schmort als Antworten für die Zukunft zu suchen – der trauert man nicht nach. Man zieht weiter.”

ROKU: „Findest Du es gerecht, dass man z.B. Ex-Bundeskanzler Gusenbauer, der mit Millionen-Rechnungen in der SIGNA aktiv war, einen „Roten” sein lässt, Du aber für ein Foto mit Hut … den Hut nehmen musstest?”
DORNAUER: „Das ist die Frage, die sich ganz Österreich stellt. Millionengeschäfte mit SIGNA – kein Problem. Ein Foto mit einem Hut – Parteiausschluss. Das sagt eigentlich alles. Es geht nicht um Werte, es geht um Macht und darum, wer wem unbequem wird.”

ROKU: „Was denkst Du: Warum haben Dich Deine ehemaligen Genossen ausgeschlossen?”
DORNAUER: „Weil ich unbequem war. Ich habe laut gesagt, was viele nur hinter vorgehaltener Hand sagen: Dass die SPÖ ihre Kernwähler verloren hat, weil sie sich selbst verloren hat. Wer das ausspricht, wird nicht als Reformer gefeiert – der wird abgesägt.”

ROKU: „Kann es auch sein, dass Du es einfach doch zu lange zu sehr übertrieben hast?”
DORNAUER: „Mag sein, dass ich nicht immer zimperlich war. Aber ich war immer ehrlich. Und ich war nah an den Menschen – am Stammtisch, auf der Baustelle, beim Bauern. Wenn das ‚übertreiben’ ist, dann bin ich schuldig.”

ROKU: „Ich denke Du wirst 2027 mit eigener Liste antreten. Kannst Du das bestätigen?”
DORNAUER: „Ich kann dir sagen, dass ich weiterhin große Lust an der Tiroler Politik habe. Ich mache in den nächsten Monaten eine intensive Tirol-Tour, rede mit den Leuten, höre zu. Ob und wie ich 2027 antrete, entscheide ich danach – und nicht vorher.”

ROKU: „Eine Liste Dornauer würde vor allem bei SPÖ und ÖVP, aber vermutlich auch bei FPÖ und NEOS Stimmen holen, in Summe wären 5 bis 7 Prozent sicher drin. Ist das in etwa Dein Ziel?”
DORNAUER: „Ich denke da nicht in Prozent-Rechnungen. Ich denke an die Menschen. Wenn genug Tiroler sagen ‚Schorsch, wir brauchen dich“, dann ist das für mich ein Auftrag, Lösungen für die echten Probleme der Menschen zu finden. Um nichts anderes geht es für mich.“

ROKU: „Du bist jemand, der auf die Menschen zugeht und mit den Leuten auf der Straße kann – das ist Deine große Stärke. Noch dazu bist Du jemand, dem irgendwie niemand wirklich böse ist, wenn er mal Mist baut. Außer vielleicht Deine Ex-Partei. Siehst Du das auch so?”
DORNAUER: „(Lacht) Das stimmt, ja. Auf der Straße hat mir noch niemand gesagt: ‚Schorsch, du warst mir unsympathisch wegen des Hutes.’ Die echten Leute regen sich über echte Probleme auf – Mieten, Teuerung, Pflege. Das ist mein Kompass.”

ROKU: „Du wirst für Dein Antreten Mitstreiter brauchen. Gibt es noch aktive oder ehemalige Politiker, die mit Dir diesen Schritt wagen?”
DORNAUER: „Es gibt immer wieder Gespräche. Viele, die aus verschiedenen Richtungen kommen. Namen nenne ich hier nicht. Aber wenn ich mich für eine Kandidatur entscheiden würde, wäre ich nicht allein, soviel kann ich auf alle Fälle sagen.”

ROKU: „Wenn Du nicht antreten möchtest, bleibt nach dieser Periode nur der Rückzug aus der Politik. Welchen Job kannst Du im Zivil-Leben, was wäre der Plan B?”
DORNAUER: „(Grinst) Plan B war noch nie meine Stärke. Aber im Ernst: Ich habe mich nach dem Ausscheiden aus der Landesregierung selbstständig gemacht, und ich kenne die Arbeitswelt jenseits des Parlaments. Ich arbeite für mehrere Unternehmen und erkenne auch in diesem Bereich wo es in dieser Republik überall fehlt.

ROKU: „Wofür setzt Du Dich aktuell ein, wie würdest Du Deine politische Linie beschreiben?”
DORNAUER: „Leistbares Leben in Tirol. Wohnen, Mobilität, Arbeit UND eine funktionierende Wirtschaft. Es braucht wieder mehr Freiheiten. Wir sind überreguliert und kontrolliert. Meine Linie ist pragmatisch. Bürgernah. Ohne ideologischen Scheuklappe. Ich will keine Partei der Vergangenheit neu aufwärmen – ich will eine vernünftige Politik der Mitte für die Tirolerinnen und Tiroler, pragmatisch und handfest, heimatverbunden mit sozialer Sicherheit. Und ich vertrete in der Migrationsfrage sicher eine Position rechts der Mitte.“

ROKU: „Danke für´s Gespräch!“