E-Autos: Bald 5.000,– € Sachbezug, und mehr

400,– EURO: So viel Sachbezug wird dieses E-Auto bald pro Monat kosten! Die neue Steuer wird nach hinten losgehen: Weniger E-Autos, Klima-Ziele verfehlt, Strafzahlung an die EU...

Österreich / Welt
23. Juli 2026

E-Autos: Bald 5.000,– € Sachbezug, und mehr

Das Firmen-Auto privat ohne die Zusatzsteuer „Sachbezug“ nutzen? Das geht aktuell nur mit Elektro-Autos. Jetzt braucht der Staat Geld und will diesen Vorteil abschaffen. Der mögliche Todesstoß für die E-Mobilität in Österreich…

TIROL Bereits 2025 hat der Staat den E-Auto-Besitzern in Österreich unanständig in die Tasche gegriffen und eine „motorbezogene Versicherungssteuer“ eingeführt. Diese beträgt je nach E-Auto von etwa 50,– bis durchaus 2.000,– EURO pro Jahr. Nun sollen weitere Kosten hinzukommen: E-Autos waren bisher vom „Sachbezug“ befreit, damit sich die Technologie schneller durchsetzt und Österreich unabhängiger von ausländischem Erdöl wird. Diese gute Idee will die Politik ab nächstem Jahr einstampfen. Der Sachbezug ist übrigens eine Art „Zusatzsteuer“, die fällig wird, wenn Unternehmern oder Mitarbeitern Firmen-Wagen zur privaten Nutzung zur Verfügung stehen.

Über 200,– EURO pro Monat!

Schon in wenigen Monaten soll jedes privat genutzte Firmen-Elektro-Auto – beispielsweise bei einem Kaufpreis von 55.000,– EURO – satte 200,– EURO pro Monat Sachbezug kos-ten! Oder anders: 2.400,– EURO pro Jahr… Ab 2028 wird dieser Wert dann fast verdoppelt: Dann kostet das selbe Fahrzeug – egal, wie alt (!) – bereits 4.125,– EURO pro Jahr mehr Steuern! Dabei war die Streichung des Sachbezuges für privat genutzte Firmen-E-Autos eine gute Idee: Gerade Unternehmer haben deshalb E-Autos angeschafft, obwohl sie eigentlich teurer sind, als Verbrenner-Fahrzeuge.

Berechnung für E-Autos

Laut Medienberichten möchte die Bundesregierung für die private Nutzung von Elektro-Firmenautos einen monatlichen Sachbezug von 0,375 % der Anschaffungskosten für das Jahr 2027 einführen und von 0,625 % ab dem Jahr 2028. Doch bei 5.000,–EURO Zusatz-Steuer oder mehr pro Jahr sinkt der Kauf-Anreiz für E-Autos aufgrund des oft deutlich höheren Anschaffungs-Preises damit rapide. „Wir erleben gerade, wie teuer uns die Erdölabhängigkeit im Verkehr kommt und wie wichtig es ist, den Anteil der Elektro-Mobilität rascher zu erhöhen. Doch die Einführung eines Sachbezuges für E-Autos bremst die notwendige Energiewende im Verkehr, was das österreichische Staats-Budget teuer kommt, weil Österreich dann die Klimaziele verfehlt“, sagt dazu VCÖ-Experte Michael Schwendinger. Dabei hinkt Österreich beim Anteil der Elektro-Autos bei den Neuzulassungen ohnedies der Europäischen Spitze hinterher, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. Während in Österreich in den ers-ten vier Monaten des heurigen Jahres nur 23 % der Neuwagen Elektroautos waren, war der Anteil in Dänemark mit 80 % dreieinhalb Mal so hoch.

Die aktuelle Regelung weist gravierende Mängel auf: Der Sachbezug beträgt selbst für Pkw mit hohem CO2-Ausstoß nur 2 % des Anschaffungspreises und ist mit 960,– EURO im Monat gedeckelt. Der Sachbezug ist zudem immer gleich, egal ob das Firmenauto 2.000 oder 30.000 Kilometer pro Jahr privat genutzt wird. Und: Der Sachbezug wird auch bei alten Autos vom Neupreis berechnet, was Unsinn ist. Firmenwagen wären ein wirksamer Hebel, um den Anteil der Elektroautos zu erhöhen. Zwei Drittel der Neuwagen werden in Österreich auf Firmen zugelassen. Diese E-Autos kommen später auf den Gebrauchtwagenmarkt. Dieser wird damit in einigen Jahren deutliche weniger E-Autos zur Verfügung haben.