Die Kramsacherin Astrid Mair trat als Landesrätin zurück. Der ROFAN-KURIER hat als einziges Medium Österreichs das Abschieds-Interview!
Dass Landesrätin Astrid Mair (ÖVP) der nächsten Regierung womöglich nicht mehr angehört, war seit längerem Thema in Innsbruck. Dass sie nun aber wegen einer Bewerbung zurücktreten musste, ist ein Paukenschlag und zeigt auch die Verhaltens-Muster in ihrer eigenen Partei.
TIROL/INNSBRUCK Als die Kramsacherin Astrid Mair (ÖVP) bei der Landtags-Wahl 2022 plötzlich auf Platz 1 der ÖVP im Bezirk Kufstein stand, praktisch aus dem Nichts, waren sowohl die Überraschung als auch der Unmut groß.
Dabei hat sie es gar nicht so schlecht gemacht (freilich mit Platz-1-Bonus): Mit 1.300 Vorzungsstimmen überholte sie den langjährigen ÖVP-Funktionär und Berufspolitiker Sebastian Kolland (520 Vorzugsstimmen) und die fleißige Barbara Schwaighofer (1.190 Vorzugsstimmen).
Nur Bauernbund-Kandidat Michael Jäger holte für die ÖVP im Bezirk mehr Vorzugsstimmen (2.870). Als Mair dann auch gleich Landesrätin wurde, war der Aufschrei groß.
Mair wurde hier als Vertreterin des AAB in die Regierung beordert, womöglich auch, um den AABler und Bürgermeister LA Bgm. Mag. Dominik Mainusch auszubremsen, den LH Anton Mattle und auch Mainuschs Konkurrent im Bezirk Schwaz, LHStv. Josef Geisler (alle ÖVP), wie man hörte, damals nicht unbedingt in der Regierung wollten.
Auch nüchtern betrachtet wäre das kaum möglich gewesen: Es ist nicht üblich, zwei Regierungs-Mitglieder der selben Partei aus dem selben Bezirk zu bestellen. Außer vielleicht, dieser Bezirk heißt Innsbruck oder Innsbruck-Land… Mair hält innerhalb der ÖVP eine Position (mitte)-rechts. Nicht zuletzt auch wegen ihren Erfahrungen als Polizistin, u.a. im Fremdenwesen. Sie galt als strategische Kampfansage an die Freiheitlichen. Mair hat (wie früher Sebastian Kurz) mit einigen ihrer Positionen durchaus freiheitliche Wähler umworben. Mit ihrem Abgang fehlt der ÖVP Tirol für die Landtagswahl 2027 nun ein Signal für die schwarz-blauen Wechselwähler.
Mair hat ihre Regierungs-Zeit nicht glorreich, aber ohne Skandale absolviert. Dass die ÖVP sie nun wegen einer Bewerbung opfert, zeigt mangelnden Rückhalt und den Habitus in der eigenen Partei. Mair ist zu quer eingestiegen, zu unlenkbar und/oder hat parteiinterne Erwartungen nicht erfüllt… Möglich ist aber auch, dass man sie aufgrund parteiinterner Planspiele abservieren musste. Eventuell wegen der Nachfolge-Pläne für LHStv. Geisler: Diese kommt womöglich aus dem Bezirk Kufstein, wie Mair selbst. Oder, weil der AAB für die Regierung 2027 bereits andere Pläne hat… Vielleicht ein wenig von allem.
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