Schlepperei-Vorwürfe an Seenot-Retter „Sea-Watch“

Links das Beiboot der „Sea-Watch 5“, rechts das Schlepper-Boot. Ruhige See, kein Notfall. Wenige Seemeilen vor Lybien übernimmt Sea-Watch illegale Flüchtlinge. © FRONTEX

Österreich / Welt
05. August 2026

Schlepperei-Vorwürfe an Seenot-Retter „Sea-Watch“

Mehrfach wurden bereits Vorwürfe gegen selbst ernannte Seenot-Retter im Mittelmeer erhoben. Nun zeigt ein Video der Grenzschutz-Organisation FRONTEX, dass die Organisation Mitte Mai nicht aus Seenot gerettet hat, sondern illegale Einwanderer geordnet vom Schlepper-Boot zu Sea-Watch umsteigen.

EUROPA/ROM Schlepperei ist ein gutes Geschäft. Ein Millionen-Geschäft. Eine illegale Reise von Afrika oder aus dem arabischen Raum nach Europa kostet etwa 15.000,– EURO, allein die Passage über das Mittelmeer kostet 5.000,– EURO. Von den nur 90 im aktuellen FRONTEX-Video zu sehenden illegalen Einwanderern kassieren die Schleuser etwa eine halbe Million EURO. Für eine einzige Fahrt, wenige Seemeilen vor die Küste Lybiens… Erfolg hat das Modell, weil es Europa kaum schafft, illegal Eingereiste wieder abzuschieben.
Nun lässt die EU-Grenzschutz-Organisation FRONTEX mit einem Video aufhorchen, das offenbar nahe legt, dass beispielsweise die „Seenot-Organisation“ Sea-Watch nicht nur aus Seenot rettet, sondern geordnet illegale Einwanderer direkt vor der Lybischen Küste übernimmt und dann nach Europa bringt. Im aktuellen Fall hat ein Flugzeug der Europäischen Grenzschutz-Organisation FRONTEX nun gefilmt, wie illegale Einwanderer geordnet, ohne Not, von einem Schleuser-Schnellboot in das Beiboot der „Sea-Watch 5“ umsteigen. Danach steigen sie auf das „Seenot-Rettungsschiff“ und sind vier Tage später im italienischen Hafen von Brindisi.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Bei der Übernahme der illegalen Einwanderer durch Sea-Watch zeigen sich keine Anzeichen von Panik oder Eile. Die See ist absolut ruhig. Augenscheinlich ist niemand verletzt. Keine Personen befinden sich im Wasser und auch das Schlepper-Schnellboot hat keinerlei Schaden oder Probleme. Ist DAS noch Seenot-Rettung? Eine Frage, die sich auch die italienische Staatsanwaltschaft stellt: Sie leitete mittlerweile Ermittlungen wegen „Beihilfe zur illegalen Einwanderung“ in erschwerter Form ein. Ein Delikt, auf das in Italien bis zu 20 Jahre Haft stehen. Sea-Watch streitet alles ab: Man habe 90 Menschen aus „akuter Seenot“ gerettet.
Doch die Aufnahmen von FRONTEX zeigen eher das Bild einer „geordneten Übernahme“, als eine Rettung aus akuter Not.
Der niederländische Kapitän der „Sea-Watch 5“ steht jetzt in Italien vor Gericht.

Das könnte dich auch interessieren: