Bezirksobfrau Mag. (FH) Martina Entner und Bezirksstellenleiter Mag. Stefan Bletzacher stellten sich im Schloss Mitterhart den Fragen der Journalisten.
Beim diesjährigen Sommergespräch der WK Schwaz sprachen Martina Entner und Stefan Bletzacher über die internationalen Unsicherheiten. Dabei zeigten sie auf, wie eng alles miteinander vernetzt ist – sich der Bezirk Schwaz aber nicht verstecken muss.
SCHWAZ Sowohl das Verhalten der Konsumenten, als auch die Geschäftsplanung der Betriebe sind von den aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen betroffen. Allem voran die Themen „Handel“ und „Kosten“ machen zu schaffen, wie Bezirksobfrau Mag. (FH) Martina Entner und Bezirksstellenleiter Mag. Stefan Bletzacher ausführlich erklärten.
Das Einkaufen vor Ort als Erlebnis zu betrachten nehme immer mehr ab. Zugleich wachse der Onlinehandel. Entner und Bletzacher nannten dies das „Entflechten des Verkehrs aus den Orten und Städten“. Als Diskussionsbeispiel diente das Zillertal: Die Menschen aus dem Tal wollen gar nicht mehr irgendwo hin fahren, um bei den lokalen Geschäften einzukaufen. Sie würden nur im Stau stehen, hieß es aus der Fragerunde. Deshalb kaufen sie lieber online ein.
Dazu fand Bletzacher klare Worte: „Auch wenn es nicht in die Zuständigkeit der WK fällt – aber der Verkehr im Zillertal ist eigentlich ein Zustand. Eine Busausschreibung soll möglicherweise 2029 umgesetzt werden, bei der Zillertalbahn reden wir im Jahr 2033 von ersten tatsächlichen Maßnahmen.“
Der größte Belastungsfaktor sei der massiv angestiegene Kostendruck: Der Anteil der Unternehmen mit Sorgen über die steigenden Beschaffungskosten habe sich binnen eines Jahres von rund 34 auf über 63 Prozent nahezu verdoppelt. Aber auch Energie und Personalkosten machen die Situation nicht besser.
Bletzacher sieht darin aber ein europaweites Problem: „Da ist Europa mittlerweile in der Konkurrenz zum Weltmarkt viel zu langsam. Europa ist nach wie vor eher beim verhindern der Veränderung. Wir bewahren das Gleiche, wo die anderen viel schneller sind und mehr Gas dahinter haben.“
Jedoch betonte Entner auch, dass der Bezirk Schwaz „trotz der Herausforderungen Widerstandsfähigkeit zeigt“. Von den über 87.000 Einwohnern sind knapp 33.000 in der gewerblichen Wirtschaft beschäftigt. Im Tourismus arbeiten rund 9.000, im Gewerbe und Handwerk knapp 8.500. Industrie und Handel folgen jeweils mit rund 4.800 Beschäftigten. „Hier schließt sich der Kreis, weil wir einen so guten Branchenmix haben“, begründete die Obfrau.
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