Hier an der Brandenberger Straße, hinter dem Sendemasten, könnte möglicherweise das Kraftwerk entstehen.
Ein mögliches Biomasse-Heizkraftwerk an der Brandenberger Straße sorgt in Kramsach für Diskussionen. Viele Bürger stehen dem Projekt kritisch gegenüber. Besonders der geplante Standort und die fehlende Prüfung alternativer Technologien werden bemängelt.
KRAMSACH Alles begann mit der Gemeinderatssitzung Anfang Juli, als Bgm. Andreas Gang (FPÖ) die Änderung des örtlichen Raumordnungskonzepts für ein mögliches Biomasse-Heizkraftwerk an der Brandenberger Straße auf die Tagesordnung setzte.
Glasfachschule, Sonderschule oder auch ein NHT-Bauprojekt in Mariatal hätten davon profitieren sollen. Im Gemeinderat gab es jedoch auch Gegenwind: Man wisse zu wenig über das Projekt, hieß es von anderen Fraktionen. Schlussendlich wurde der Punkt wieder von der Tagesordnung entfernt.
Knapp einen Monat später folgte die erste Informationsveranstaltung des potenziellen Betreibers Ringhofer & Partner, einer steirischen Firma mit Außenstelle in Schwaz. In der Kramsacher Bevölkerung gibt es jedoch unterschiedliche Meinungen zum Projekt…
„Das Projekt liegt derzeit in der Gemeinde auf. Was man in der Ausarbeitung sieht, ist der aktuelle Stand“, erklärte Vize-Bgm. Markus Vögele dazu gegenüber dem ROFAN-KURIER. Vögele führte außerdem aus, dass bereits mehrere schriftliche Stellungnahmen bei der Gemeinde eingegangen sind. Diese werden mit dem Raumplaner und der Gemeinde behandelt. So auch der Einspruch der Familie Obermoser, der dem ROFAN-KURIER übermittelt wurde. Darin heißt es: Man sei gegenüber einem solchen Heizwerk „grundsätzlich nicht abgeneigt“, jedoch sehe man zwei große Mängel.
„Als Alternative sollte die Nutzung von (Groß)Wärmepumpen besonders in Kombination mit Photovoltaikanlagen geprüft werden. Moderne Systeme erzielen problemlos bis zu 70 Grad Celsius und sind damit auch für die thermische Sanierung älterer Gebäudebestände vollauf geeignet“, heißt es in Helmut Obermosers Stellungnahme. Kritisiert wird auch die fehlende Prüfung von Alternativen.
Auch Vize-Bgm. Vögele und GR Wolfgang Schonner (GFK) fanden gegenüber dem ROFAN-KURIER klare Worte und waren der Meinung, dass ein Biomasse-Heizkraftwerk „zu spät“ kommt und Techniken wie etwa Wärmepumpen in Betracht gezogen werden sollten.
Der größte Kritikpunkt ergibt sich jedoch aus dem geplanten Standort am Ortsende und den sich daraus gegebenen Problemen: Die Betriebszufahrt erfolge in einem sensiblen Bereich, der bereits jetzt duch unübersichtliche Grundstückszufahrten und Kreuzungen belastet sei. Die jährlichen LKW-Anlieferungen würden der Durchfahrtsgemeinde Kramsach noch mehr Probleme bereiten. All diese Punkte bemängelte Obermoser in seiner Stellungnahme.
Auch Vögele teilt diese Ansicht: „Nach der Infoveranstaltung gibt es meiner Meinung nach mehr Bedenken als Interesse. Die Leute haben einfach diesen Standort kritisiert. Sie sind prinzipiell nicht gegen das Heizwerk, sondern verwundert wo derzeit die Widmung stattfindet.“
Jedoch möchte der Vize-Bgm. das Projekt nicht sofort abschreiben und will die Bürger entscheiden lassen: „Wir haben es in der Fraktion besprochen: Wir wollen dem ganzen Projekt doch eine Chance geben – die ganze Bevölkerung soll aber bestimmen, ob sie das Kraftwerk haben möchte oder nicht.“ Die zweite Inforveranstaltung findet noch im September statt.
Bgm. Gang war während der Recherche zum Bericht aufgrund von Urlaub für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Von der Firma Ringler & Partner erhielt der ROFAN-KURIER bis zum Redaktionsschluss keine Auskunft.
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