Als Hitzetage werden jene Tage bezeichnet, an denen die Maximaltemperatur mehr als 30 Grad Celsius beträgt.
Am Dienstag, 9. Juni, fand der Österreichische Hitzeaktionstag statt, um auf Risiken aufmerksam zu machen, die die klimawandelbedingt steigenden Temperaturen verursachen. Sportwissenschaftler Univ.-Prof. Justin Lawley, PhD von der Universität Innsbruck erklärte, wie sich Hitzetage auf den Körper auswirken.
INNSBRUCK Besonders problematisch seien sogenannte tropische Nächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad Celsius sinken, erklärte Lawley: „Einschlafen und Durchschlafen hängen stark davon ab, ob der Körper in der Nacht abkühlen kann. Hier fällt es dem Körper schwer, überschüssige Wärme durch Schwitzen an die Umgebungsluft abzugeben. Verlangsamt sich der Abkühlungsprozess, verzögert sich das Einschlafen. Bleibt es nachts warm, zeigen Studien, dass der Anteil an Tiefschlaf und REM-Schlaf sinkt, die Zahl der Aufwachphasen steigt und die Gesamtschlafdauer kürzer wird.“ Gleichzeitig bleiben Herzfrequenz und Stresshormone erhöht. Mögliche Folgen seien Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und langfristig eine zusätzliche Belastung für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselsystem.
Schlechte Stimmung
Auch das psychische Wohlbefinden leidet unter anhaltender Hitze: „Wissenschaftliche Studien zeigen Zusammenhänge zwischen Hitze und schlechterer Stimmung, erhöhter Reizbarkeit, verminderter Konzentrationsfähigkeit, langsameren Entscheidungsprozessen sowie einer verstärkten Stressreaktion“, berichtet Lawley. Während extremer Hitzewellen würden zudem mehr psychiatrische Beschwerden registriert. Besonders gefährdet seien Menschen mit psychischen Vorerkrankungen oder eingeschränkten sozialen Ressourcen.
Weniger Appetit als sonst
Ein weiteres typisches Phänomen an heißen Tagen ist der nachlassende Appetit. Die genauen Ursachen sind aber noch nicht vollständig geklärt, wie Lawley betont: „Forschungsergebnisse der Universität Wien deuten aber darauf hin, dass bestimmte Nervenbahnen, die den Hirnstamm mit dem Hypothalamus verbinden, bei erhöhter Körpertemperatur die Nahrungsaufnahme aktiv unterdrücken können.“ Hitze verringere bei Menschen oft nicht nur den Appetit, sondern auch die Freude am Essen.
Die Forschung zeigt damit: Hitze belastet nicht nur den Kreislauf, sondern beeinflusst auch Schlaf, Psyche und Essverhalten. – eine zunehmende Herausforderung für die Gesundheit.
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