Das Bischöfliche Gymnasium Paulinum Schwaz: Früher eine Landesschützen-Kaserne, heute ein ganzes Schulareal. © Paulinum Schwaz
100 Jahre Paulinum Schwaz steht für weit mehr als nur ein Schuljubiläum – es ist Anlass, Dankbarkeit für Generationen von Schülern zu zeigen.
SCHWAZ Die Freude und Aufregung war Direktor Dr. Mag. Elmar Fiechter-Alber förmlich ins Gesicht geschrieben: Mit einem Dauergrinsen saß der Schulleiter des Bischöflichen Gymnasiums Paulinum Schwaz vor den versammelten Medien beim Pressefrühstück Mitte Juli. „Aus Leidenschaft Direktor“, so bezeichnete er sich selbst. „Weil ich für die Geschichte der Schule, für die Kinder und für die Lehrpersonen unglaublich dankbar bin.“
Diese Leidenschaft und Dankbarkeit musste er aber zügeln – hätte er doch viel mehr über die Schule im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums berichten können: Von alten Klassenbüchern, neusten Diplomarbeiten über KI und Symphonien, über Spendenaktionen bis hin zu Podcasts – ohne Zeitdruck würden die Pressevertreter wahrscheinlich immer noch im Paulinum verweilen.
100-Jahre-Jubiläum? „Wenn man es ganz genau nimmt, sind es eigentlich nur 93 Jahre“, berichtigte Fiechter-Alber: Ja, die Schule wurde 1926 in den Gebäuden der ehemaligen Landesschützenkaserne errichtet. Doch nach dem Anschluss Österreichs an Deutschland 1938 entzog der nationalsozialistische Staatsapparat die Schule der Kirche und führte sie als eine Schule für Jungen weiter. Der Lehrkörper wurde entlassen und war teilweise schwerer Verfolgung durch die Nationalsozialisten ausgesetzt. Erst Ende 1945 wurde das Gymnasium und Studienheim von der Diözesenadministratur Innsbruck wiedererrichtet und fortgeführt.

Nach dieser dunklen Zeit widmete sich das Paulinum wieder der Bildung und Förderung des Priesternachwuchses. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts kamen die Veränderungen: Seit 1988 besuchen auch Mädchen die Einrichtung. 1999 verabschiedete sich das Internat. „Das Leitbild zuvor lautete ‚möglichst viel Priesternachwus‘. Mittlerweile trägt es die Überschrift ‚in der Mitte steht der Mensch‘“, betonte dazu Fiechter-Alber.
Ob 93 oder 100 Jahre – beides Grund genug zum Feiern:
Mit einem Festakt unter dem Titel „Ode an die Freude“ ehrt die Schulgemeinschaft am 16. Oktober das 100-jährige Bestehen. Der Festabend findet ab 17:30 Uhr im SZentrum statt.
Des weiteren erzählen im Podcast „Pauliner Stimmen“ ehemalige Schüler von ihrer Schulzeit. Der Podcast wurde in den vergangenen zwei Jahren mit aktuellen Schülern im Unterricht gestaltet und lädt dazu ein, in die vielfältigen Stimmen der Pauliner Gemeinschaft hineinzuhören.
Zudem ist die Privatschule im Jänner 2027 Gastgeber des österreichweiten Modell Europa-Parlaments, bei dem Schüler das Europäische Parlament simulieren.
Mit Lob für seine Gymnasiasten sparte der Schulleiter auf alle Fälle nicht: „Ich wünschte, ich wäre mit 14 oder 18 Jahren auch so gut drauf gewesen wie unsere Schüler.“ Denn eines ist klar: Was wäre schon eine Schule ohne ihre Schüler.
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