ROKU-Besuch beim „Exilanten“!

In der großen Tenne des alten Vierkant-Hofes präsentiert Artberg etliche Originale diverser Epochen.

Kultur
05. August 2026

ROKU-Besuch beim „Exilanten“!

Bereits vor einigen Jahren hat der Tiroler Künstler Prof. Reinhard Artberg seiner Heimat Tirol den Rücken gekehrt. Der ROFAN-KURIER hat den langjährigen Freund und Begleiter von Friedensreich Hundertwasser Anfang Sommer in seiner Wahlheimat Burgenland besucht…

ÖSTERREICH/TIROL/HEILIGENKREUZ Geboren wurde Reinhard Artberg 1955 in Brandenberg, wo er auch aufgewachsen ist. Bereits mit 16 Jahren packte er seine Sachen und bereiste ganz Europa. In den Städten schlug er sich als Straßenmusikant und Maler durch, vor allem Frankreich hatte es ihm angetan. Nach diversen „Brotberufen“ als Architektur-Modellbauer und Grafik-Designer begann er schließlich das Studium der „Freien Malerei“ in Wien.
In seiner Studienzeit erregte er österreichweit Aufsehen und startete etliche Experimente. Er lebte mehrere Monate in einer Erdhütte in Hainburg an der Donau, um sich der Erfahrung von Angstzuständen zu stellen. Auf einem Floß aus Müll reiste er von Tirol nach Wien, um auf die Konsum- und Wegwerf-Gesellschaft aufmerksam zu machen. In der Wiener Secession stellte er fantastische Skulpturen und Maschinen aus. Einige seiner bekanntesten Werke sind die „Arche Noah“, die „Manipulations-Maschine“, die „Wohnwolke“ oder die „Mal-Maschine“.

1985 lernte er Friedensreich Hundertwasser kennen und schätzen. Zwischen den beiden entwickelte sich eine enge Freundschaft. Artberg verbrachte in der Folge 15 Jahre im Umfeld seines Freundes, bis zu dessen Tod im Jahr 2000. Hundertwasser war der wichtigste Förderer von Artbergs Kunstschaffen. Reinhard arbeitete mit Hundertwasser und lebte etliche Jahre auf dessen Anwesen in Frankreich, auch in Abwesenheit von Hundertwasser, wozu es etliche spannende Anekdoten gibt.

Dazu Artberg: „Die Picotiere, wie der Hof von Friedrich hieß, wurde mit Holz geheizt. Im Winter war es dort oft sehr kalt… Als mir einmal das Holz ausging, fand ich in einem Raum stapelweise alte Hochglanz-Hefte. Ich dachte, es wäre Altpapier und hab sie eingeheizt. Als Friedrich im Frühjahr zurück kam, fragte er mich ganz aufgelöst: „Ja… Reinhard! Wo sind denn meine Hefte?! Die mag ich doch so gerne…“ Man muss dazu sagen, dass es allesamt Nakt-Magazine waren, eine Sammlung…“

Reinhard verbrachte viel Zeit auf Neuseeland, wo er in einem holen Baum lebte, segelte mit Hundertwassers Yacht, der Regentag, fast um die ganze Welt, wobei er nicht nur einmal dachte, er müsse in einem Sturm auf hoher See sterben… Mehrfach ausgezeichnet und prämiert, wurde Artberg 1996 als 22. Künstler Österreichs in die Sondermarken-Reihe „Moderne Kunst Österreich“ aufgenommen und ihm wurde eine Briefmarke gewidmet.

Seit 2003 lebt Reinhard Artberg mit seiner Frau Yuki Shimanuki-Artberg in Italien, in Japan und im Burgenland. Yuki ist anerkannte Künstlerin, hat Kunst studiert und widmet sich leidenschaftlich dem ökologischen Landbau….2015 wurde Reinhard Artberg vom ehemaligen Landwirtschafts-Minister DI Andrä Rupprechter der Titel „Professor“ verliehen. Auf dem Hof im Burgendland hält das Paar eine Sammlung außergewöhnlicher Originale. Aktuell macht sich das Paar auf den Weg nach Japan, zu einer Ausstellung seiner Werke…

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