6 Mio. €, damit „Wetscher“ Zufahrt hat

Seit 2017 geht bei der Umfahrung Fügen nichts weiter. Das macht jetzt zusätzliche Steuer-Millionen für eine Notlösungen nötig.

Lokales Schwaz
05. November 2026

6 Mio. €, damit „Wetscher“ Zufahrt hat

Ungesicherte Bahn-Kreuzungen sind längst nicht mehr erlaubt. Mit dem Spruch „wird mit der Umfahrung Fügen gerichtet“ lässt sich die Eisenbahn-Behörde aber nicht mehr abspeisen. Daher müssen jetzt 6 Mio. € Steuergeld her, damit Wetscher weiter eine Zufahrt hat…

FÜGEN Die Firma Wetscher hat eine etwas abenteuerliche Zufahrt zu ihrem Gebäude östlich der Zillertal-Straße. Um dahin zu gelangen, muss man von der Hauptstraße abfahren und die Zillertal-Bahn queren. Eine „Unfall-Häufungsstelle“, heißt es seitens der Eisenbahn-Behörde. Und so nicht mehr erlaubt. Jahrelang ließ sich die Behörde mit dem Argument „wird gelöst, wenn die Umfahrung Fügen kommt“ beschwichtigen. Das heißt es jetzt seit 2017! Doch die Umfahrung Fügen kommt nicht… Der Eisenbahn-Behörde reicht es jetzt. Sie macht ernst und verbietet diesen Bahnübergang. Damit wird das Wetscher-Gebäude aber von der Zufahrt abgeschnitten…

Im Umfahrungs-Konzept berücksichtigt

Im Konzept der Umfahrung Fügen wäre die Anbindung mitgeplant. Doch weil diese nie gebaut wurde, muss jetzt die Anbindung Wetscher alleine vorgezogen werden! 6 Millionen EURO wird diese nun nötige Anbindung kosten, bezahlt wird mit Steuergeld vom Land, der Zillertalbahn und der Gemeinde Fügen… So weit, so schlecht. Doch damit nicht genug: Die Gemeinde hält von diesem Projekt wenig.
Dazu LA Bgm. Mag. Dominik Mainusch (ÖVP): „Diese vorgezogene Anbindung für LKW ist ein Murks: Man wollte das Wetscher-Gebäude über einen Vieh-Weg mit Fahrverbot erschließen. Wir als Gemeinde hätten also das Fahrverbot aufheben und einen LKW-tauglichen Umbau genehmigen sollen. Das ist mittlerweile vom Tisch. Jetzt wird eine LKW-Zufahrt über Fügen-Süd errichtet. Dem können wir als Gemeinde zähneknirschend zustimmen. Tatsache ist aber, dass das Land die Gemeinden jetzt aufgrund seiner jahrelangen Untätigkeit mit Problemen konfrontiert, die es nicht gäbe, wenn man den nötigen Umbau dieser überlasteten Straße anpacken würde!“

LA Bgm. Mainusch: „Enteignen oder alternative Lösung bauen!“

Warum geht hier nichts weiter?

Das Projekt ist seit Jahren fertig. Genehmigt. Ein rechtskräftiger Baubescheid liegt vor. Es gibt einen Finanzierungs- und Umsetzungs-Beschluss im Tiroler Landtag. Warum wird also nicht gebaut?
Der ROFAN-KURIER hat nachgefragt: Offenbar hängt alles an einem einzigen Grundeigentümer, der einer nötigen Ablöse nicht zustimmt. Dieser Grundeigentümer ist ein örtlicher Bauer. Eigentlich würde in so einem Fall das übergeordnete Interesse greifen und ein Enteignungs-Verfahren beginnen. Doch dieses müsste dann wohl Bauernbund-Chef LHStv. Josef Geisler (ÖVP) in seiner Funktion als zuständiger Landesrat für Straßenbau starten, was bisher nicht gemacht wurde.

Dazu LA Bgm. Mainusch: „Ich verlange, dass das Enteignungs-Verfahren gegen den letzten Grundeigentümer, der nicht zustimmt, endlich gestartet wird! Es wurden bereits mehr als akzeptable Ablösen angeboten. Der Grundeigentümer lenkt aber nicht ein. Wenn man sich nach all diesen Jahren zu einem Enteignungs-Verfahren nicht entschließen kann, muss man eine abgespeckte oder abgeänderte Variante anpacken und umsetzen. Aber wir lassen uns nicht länger mit der Karotte vor der Nase abspeisen, dass das Projekt „irgendwann“ in der Zukunft gebaut wird… Ich fordere endlich eine ehrliche Aussage: Baut man, oder baut man nicht!“

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