Das geplante Post-Verteilzentrum in Vomp soll etwa 10 Hektar groß werden! Post AG

"Enges Korsett" für Post-Verteilzentrum in Vomp

In Vomp wurde der Flächenwidmungs- und der Bebauungsplan für das geplante Post-Verteilzentrum beschlossen. Die Gemeinde Vomp zwingt die Post via Vertrags-Raumordnung in ein "enges Korsett", wie Bgm. Schubert sagt.

VOMP "Alle Gutachten sind positiv", erklärt Bgm. Karl-Josef Schubert (ÖVP). Die Strategische Umweltprüfung (SUP) für das geplante Post-Verteilzentrum in Vomp wurde positiv beendet. Bei der Gemeinderats-Sitzung am Montag, 14. September, wurde nun die Flächenwidmung und der Bebauungsplan beschlossen.

Vomp zwingt den Bauwerber in ein enges Korsett: "Es wurde eine Reihe von Hürden aufgebaut", betont Bgm. Schubert. Vertraglich wurde vereinbart, dass die Post mindestens 425 Vollzeitäquivalente an dem Standort anstellt, ein landschaftspflegerischer Begleitplan umgesetzt wird, ebenso ein Mobilitätskonzept und auch Lärmschutzmaßnahmen. Der Kreisverkehr bei der Autobahnausfahrt Vomp muss umgebaut werden und bekommt eine zusätzliche Abfahrt.

SUP: Keine "relevante Beeinflussung"

Die wesentlichen Fachgutachten der SUP betreffen die Themen Lärm, Verkehr und Luft. Bei der Luftqualität kam der Sachverständige Dr. Andreas Amann zu dem Ergebnis, dass "die Langzeitbetrachtung keine relevante Beeinflussung des nächstgelegenen Siedlungsgebietes (Vomperbach, Anmerkung) zeigt". Bei hohem projektspezifischen Verkehrsaufkommen und ungünstigen meteorologischen Rahmenbedingungen ist eine messbare Beeinflussung der Luftqualität im Vomperbach möglich, "stellt aber keine erhebliche Umweltbeeinflussung dar", heißt es im Bericht.

Das geplante Post-Verteilzentrum für Tirol war das Hauptthema bei der Vomper Gemeinderatssitzung Mitte September.

Auch beim Lärm bleibt das Projekt laut Gutachten unterhalb der Grenzwerte. Das Post-Gebäude funktioniert als natürliche Lärmabschirmung. Zusätzlich muss die Post noch weitere Lärmschutzmaßnahmen durchführen.

Auch der Verkehr sollte laut Gutachten auf Gemeinde- und Landesstraßen nicht wesentlich mehr werden. Hier muss das Mobilitätskonzept (Werksbus, Jobticket für Mitarbeiter ...) der SUP umgesetzt werden. Sollten die vertraglich zugesicherten Inhalte nicht eingehalten werden, wird eine Pönale von 100,– EURO täglich (bei Nichteinhalten der SUP-Vorgaben) oder 100,– EURO monatlich pro nicht-beschäftigten Arbeitnehmer fällig. Der Vertrag läuft 15 Jahre, ab Inbetriebnahme – die Post geht nach wie vor von Herbst 2021 aus, bei der Sitzung wurde Jänner 2023 erwähnt.

Außerdem sind Biotope, ein begrüntes Flachdach, eine Ansiedelung von Wildbienen... geplant.

GRÜNE Gegenstimmen

Sowohl bei der Flächenwidmung als auch beim Bebauungsplan gab es zwei Gegenstimmen – von der GRÜNEN Liste. Gemeinderätin und Landtags-Vizepräsidentin Stephanie Jicha erklärt, dass die GRÜNEN bei diesem massiven Bodenverbrauch (etwa 10 Hektar) und einer so großen versiegelten Fläche nicht zustimmen können. "Auch die Begrünungen helfen der Bevölkerung nicht", sagt sie. Für sie wären viele kleinere Unternehmen auf diesem Areal sinnvoller.

Auch für die weiteren Parteien war die Entscheidung nicht einfach: Die wichtigste Entscheidungsgrundlage für die SPÖ Vomp, war die Ansiedlung neuer Arbeitsplätze in diesen schwierigen Zeiten. "Wir brauchen die Arbeitsplätze in der Region", erklärt Hubert Scheiber (SPÖ).

Zur Zeit liegen der Flächenwidmungs-und der Bebauungs-Plan zur Einsicht auf. Bis etwa Ende Oktober können Stellungnahmen abgegeben werden, dann wird sich der Gemeinderat nochmals mit dem Projekt beschäftigen.


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