H. Weratschnig: „Wir müssen zeigen, dass Politik mehr kann als nur gute Sprüche für Social Media klopfen!“.
Weratschnig tritt gegen Gebi Mair an!
Es ist ein Paukenschlag: Der Schwazer Gemeinderat, Unternehmer und Familienvater Hermann Weratschnig fordert bei der Landesversammlung der GRÜNEN am 25. April Gebi Mair heraus und kandidiert für die Position des Landes-Sprechers!
TIROL/SCHWAZ Hermann Weratschnig war selbstständiger IT-Unternehmer und ist seit 1998 für die GRÜNEN im Schwazer Gemeinderat. Von 2013 bis 2018 war er Landtags-Abgeordneter und 2. Landtags-Vizepräsident. 2018 hat ihn die Landes-Spitze ausgebremst und nicht mehr für den Landtag aufgestellt. Er blieb trotzdem loyal, holte etliche Vorzugsstimmen und zog 2019 bis 2024 für die GRÜNEN in den Nationalrat ein. Heute engagiert er sich ehrenamtlich und als GRÜNER Gemeinderat und Mobilitätsreferent in Schwaz. Privat ist Weratschnig mit seiner Firma „Lukan-GmbH“ selbständig.
ROKU: „Der Abstieg der GRÜNEN begann, als sich die Partei von einer Umwelt-Bewegung zu einer Partei für Asylhilfe und Rand-Themen entwickelt hat. Wie denkst Du darüber?“
WERATSCHNIG: „Mein Schwerpunkt ist eine Politik der ökosozialen Verantwortung. Unsere grünen Kernthemen sind zum Beispiel Umwelt, Naturschutz, Verkehr, Bürgeranliegen und Sorgen ernst zu nehmen, Demokratie und Schutz der Meinungsfreiheit…“
ROKU: „Glaubst Du, dass die GRÜNEN in Tirol aktuell diesem Anspruch gerecht werden?“
WERATSCHNIG: „Ich denke, dass es hier durchaus Handlungsbedarf gibt. Wir müssen in den Kernthemen zeigen, was wir können und wofür wir da sind. Wir müssen Menschen aus der Mitte mit ihren Ängsten und Sorgen mitnehmen und ihr Sprachrohr sein. Wir brauchen einen Tiroler Dialog, einen gesellschaftlichen Zusammenhalt aller im Land. Wir müssen zeigen, dass Politik mehr kann, als nur gute Sprüche für Soziale Medien klopfen. Wir müssen Probleme lösen!“
ROKU: „Das bedeutet: Du siehst die Partei-Farben nicht unbedingt als trennendes Element, sondern möchtest das Beste für alle Bürger im Land?“
WERATSCHNIG: „Ganz genau. Man muss mit allen Fraktionen zusammenarbeiten, die etwas Sinnvolles und Gutes für die Menschen im Land erreichen wollen. Gegen sinnvolle Vorschläge zu stimmen, weil die Farbe nicht passt, ist schlecht für die Menschen. Es geht um den Wettbewerb der besten Ideen. Davon reden vor den Wahlen zwar alle, aber man muss das auch nach den Wahlen praktizieren.“
ROKU: "Wenn es um Zusammenarbeit geht: Was sagst Du diesbezüglich zur FPÖ?"
WERATSCHNIG: "Man muss hier Grenzen ziehen. Eine Zusammenarbeit bzw. Koalition mit der FPÖ sind ausgeschlossen. Was aber nicht bedeutet, dass bei gemeinsamen Anliegen, wie es sich in einer Demokratie gehört, nicht geredet wird und Initiativen möglich sind. Dazu gibt es gute Beispiele aus der Gemeindearbeit."
ROKU: „Stimmt es, dass Du am 25. April gegen Gebi Mair für den Landes-Sprecher und Spitzenkandidaten der GRÜNEN in Tirol antreten wirst?“
WERATSCHIG: „Ja, das ist richtig. Ich werde der GRÜNEN Landesversammlung am 25. April eine Alternative bieten und für die Landesspitze kandidieren... Es geht hier nicht um den besseren Kandidaten, sondern darum, wer besser geeignet ist, für die anstehenden Landtags-Wahlen und um die Weiterentwicklung der Tiroler GRÜNEN. Ich kandidiere aber nicht gegen Gebi Mair, ich biete eine Wahlmöglichkeit. Die direkte Demokratie ist bei den GRÜNEN sehr wichtig: Ein basis-demokratischer Grundwert. Bei uns wählen alle eingetragenen Mitglieder. Die Wahl findet übrigens online statt, aber auch vor Ort in Schwaz im Stadtsaal.“
ROKU: „Die GRÜNE Landesversammlung ist also ausnahmsweise nicht in Innsbruck, sondern in Schwaz, einen Tag vor Deinem Geburtstag! Das hat schon fast Symbol-Charakter…“
WERATSCHNIG (lacht): „Ja, das könnte man so sagen…“
ROKU: „Was sind einige Deiner wichtigsten Themen für unser Land?“
WERATSCHNIG: „Eines der wichtigsten Themen für Tirol ist die Energie-Sicherheit und Energie-Unabhängigkeit. Großwasserkraftwerke wie Kaunertal sehe ich aber kritisch. Dieses Projekt gehört unbedingt redimensioniert. Wir sind jedoch etwa für eine Modernisierung und Aufrüstung der bestehenden Kraftwerke und für den unbürokratischen Ausbau der Kleinwasser- und Trinkwasser-Kraftwerke. Und wir haben ein hohes Potential für Wärmepumpen in Kombi mit Fernwärme und Großwärme-Pumpen im dicht besiedelten Raum. Natürlich auch der Verkehr und der Umweltschutz... Tirol leidet massiv unter dem Transit, eine Lösung ist aktuell kaum in Sicht.“
ROKU: „Was sagst du zum Ausbau der Windkraft in Tirol?“
WERATSCHNIG: „Ich schließe Windkraft nicht ideologisch aus – aber das Potential ist niedrig und der Bau macht in Tirol wirtschaftlich wenig Sinn. In Kombination mit Skigebieten sollte man das aber auf jeden Fall prüfen...“
ROKU: „Was ist, wenn Du trotz Heimvorteil nicht Landes-Sprecher der GRÜNEN werden solltest?“
WERATSCHNIG: „Ich habe mehrfach Solidarität bewiesen und trotzdem intern kritische Themen angesprochen und aufgeworfen. Natürlich werde ich das neue Team voll und ganz unterstützen, egal wie die Wahl ausgeht.“








