Wie geht es mit der Achenseebahn weiter? Diese Frage stellt sich bereits seit einigen Monaten. Archivbild

Status 2021: So steht‘s um die Achenseebahn

Um die Achenseebahn ist es still geworden in letzter Zeit. Aktuell wird der Konkurs der Bahn abgewickelt. Nun soll eine Auffanggesellschaft gegründet werden, die die Konkurs-Masse dann übernimmt...

TIROL/JENBACH Aktuell wird der Konkurs der 130 Jahre alten Achenseebahn abgewickelt. Übrigens der erste (!) Konkurs einer regulären Eisenbahn in der Republik Österreich... Die alte Achenseebahn-AG muss nun so lange im Konkurs aufrecht erhalten werden, bis die neue, vom Land beschlossene, Auffanggesellschaft gegründet ist. Ansonsten würde die Konzession der Bahn verfallen – und ein Betrieb wäre damit vermutlich für alle Zukunft unmöglich.
Das Personal, das noch da ist, soll dem Vernehmen nach übernommen werden. Sicher ist das aber nicht. Fakt ist: Für diese Zahnradbahn benötigt es eine spezielle Ausbildung: Die Linie mit Personal der Zillertalbahn zu betreiben, wäre vermutlich ohne umfassende Ausbildung unmöglich.

Teurer als vorher

Von Insidern heißt es, die jetzige Version sei um einiges teurer. Hätte man der Bahn die Mittel aus dem Mittelfristigen Infrastruktur-Investitionsprogramm (MIB) zukommen lassen, wären die Gemeinde-Einlagen in der  AG noch aufrecht und die Bahn hätte den Betrieb nie einstellen müssen. Zur Schaffung der neuen Auffanggesellschaft gibt es bereits einen Regierungsbeschluss:
Diese  Auffanggesellschaft wäre eine GmbH, die zu 60 Prozent vom Land, 20 Prozent von der Zillertalbahn und 20 Prozent von den Gemeinden Jenbach (7 Prozent), Eben (10 Prozent) und Achenkirch (3 Prozent) gehalten werden soll. Diese – bis jetzt noch nicht gegründete – Gesellschaft soll dann die Anlagen und die Fahrzeuge der in der Insolvenz befindlichen Achenseebahn AG kaufen.

Alle Aktionäre sind raus...

Mehrere 100 Kleinaktionäre, der Hauptaktionär sowie die Gemeinden, die ebenfalls Aktionäre waren, sind raus: Die Aktien sind nach dem Konkurs wertlos – sämtliche Aktionäre scheiden aus, die AG muss dann aufgelöst werden. Steuerberater Christian Kittl aus Salzburg hielt 24 Prozent der Firma, seine Anteile sind ebenfalls wertlos, er ist auch nicht weiter an der neuen GmbH beteiligt.

Zeitplan

Zunächst müsste nun die neue Gesellschaft gegründet und mit Kapital ausgestattet werden. Dazu braucht es vermutlich einen Beschluss des Tiroler Landtages. Die neue Gesellschaft muss dann die Masse der Achenseebahn aus dem Konkurs kaufen. Anders ist dies gemäß Insolvenzrecht nicht möglich.

Preis hängt von Gläubigern ab

Je nachdem, womit sich die Gläubiger in der Gläubiger-Versammlung zufrieden geben, ändert sich der Preis der Konkursmasse. Sollte sich die neue Gesellschaft mit den Gläubigern einigen, kann diese den neuerlichen Fahr-Betrieb mit der übernommenen Konkurs-Masse aufnehmen. Gibt es keinen Kompromiss, würde die Bahn wohl aufgelöst und die Konzession verfallen. Soweit bekannt ist, ist aber keiner der Gläubiger an einer Auflösung der Bahn interessiert...
In Konkurs rutschte die Bahn, übrigens, weil die Löhne nicht mehr bezahlt werden konnten. Der Überziehungs-Kredit war ausgeschöpft...

Vorbereitungen laufen

"Die Vorbereitung zur Gründung der neuen Gesellschaft laufen. Hierzu benötigt es u.a. Beschlüsse aus den Gremien der unterschiedlichen Gesellschafter. Die finanzielle Unterstützung der Achenseebahn AG im Rahmen des Insolvenzverfahrens seitens des Landes, wie auch die Gründung der Gesellschaft haben das Ziel, die Eisenbahnkonzession und damit auch die Achenseebahn zu erhalten. Dies ist auch mit der Eisenbahnbehörde vorabgestimmt", heißt es dazu von Seiten des Landes. Der langfristige Betrieb der Bahn soll so gesichert werden.

Kritik aus Salzburg

Der Salzburger Verein "Rote Elektrische" kritisiert das Vorgehen. Man habe die Achenseebahn AG [...] in den Konkurs getrieben, schreibt der Verein in einer Aussendung. Es sei eine "feindliche Übernahme". Zusätzlich schreibt der Verein: "Wenn für das Unternehmen Achenseebahn AG der Konkus abgeschlossen ist, erlischt auch umweigerlich die 'kaiserliche Konzession' aus dem Jahr 1889". Hier gehen die Meinungen auseinander.


Weitere Links zum nachlesen:
https://www.rofankurier.at/tirol/jenbach-zuendstoff-zur-achensee-bahn
https://www.rofankurier.at/lokales-schwaz/wie-geht-es-mit-der-achenseebahn-weiter


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