Live-Übertragungen auf YouTube sind auch im Nachhinein abrufbar.
Wörgl schaltet seinen Gemeinderat offline
Bequem von Zuhause aus politisch auf dem aktuellsten Stand der eignen Gemeinde sein? So einfach ist es mit Live-Übertragungen von Gemeinderats-Sitzungen, die einzelne Orte in Tirol anbieten. Dazu zählte bis vor kurzem auch die Stadtgemeinde Wörgl. Doch bald nicht mehr...
WÖRGL (eh) Wie Wörgl vor kurzem in einer Aussendung bekannt gab, beendet die Stadtgemeinde die Live-Übertragungen ihrer Gemeinderat-Sitzungen. Für politisch Interessierte, die nicht selber im Sitzungssaal zuhören wollen, ein herber Schlag.
Zu hoher Aufwand?
Als Hauptgründe für die Beendigung nennt die Stadtgemeinde unter anderem „die technische Umsetzung inklusive der Betreuung und Nachbearbeitung“, welche dauerhaft personelle und finanzielle Aufwendungen verursache. Wie genau sich diese Kosten zusammensetzen, erläuterte die Stadtgemeinde trotz ROKU-Anfrage jedoch ncht.
Die Auswertung zeige zudem, dass die tatsächliche Nutzung der Übertragungen vergleichsweise gering sei. Bei einem Blick auf die Zahlen muss sich Wörgl aber nicht verstecken: Die vergangenen Streams auf dem eigenen YouTube-Kanal hatten jeweils rund 2.000 Aufrufe. Zum Vergleich: Schwaz liegt bei gerade mal rund 600 Aufrufe. Innsbruck als Landeshauptstadt verzeichnete bei ihren vergangenen sechs Sitzungen nicht mehr als 2.000 Aufrufe. Die Verlegung der Sitzungen in die Abendstunden spielte dabei aber keine Rolle, wie dem ROKU erklärt wurde.
„Demokratie lebt von Transparenz“
Kritik an der Entscheidung ließ nicht lange auf sich warten: GR und LA Mag. Gabi Madersbacher (Liste Fritz) begrüßt zwar die künftigen Sitzungen am Abend. Jedoch stellt der Schritt für sie einen deutlichen Rückschritt dar: "Demokratie lebt von Transparenz, Bürgernähe und Austausch. Live-Streams sind für die Bevölkerung ein direktes und ungefiltertes Fenster in die politische Arbeit. Der Stream ermöglicht zudem politische Teilhabe für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, für Schichtarbeiter sowie für Personen mit familiären Verpflichtungen und ist somit ein Instrument der Barrierefreiheit."
Neues Informationsformat
Als Alternative will Wörgl zusammen mit dem Verein komm!unity ein neues, digitales Informationsformat etablieren. Künftig sollen hier die wesentlichen Beschlüsse, Entscheidungen und Hintergründe aus den Sitzungen über die bestehenden digitalen Kanäle "neutral, kompakt und verständlich zusammengefasst" veröffentlicht werden.








