Franz Madersbacher und Christine Ascher mit dem neuen Transparent "Es reicht!" in Kramsach.

19.000 KFZ: Bürger-Initiative reicht es!

Die Bürger-Initiative "Feinstaub-Siedlung Kramsach" ist weiter aktiv und sagt "Kramsach versinkt im Verkehrs-Chaos!" Dem ROFAN-KURIER liegen nun Detail-Zahlen aus der aktuellen Zählung vor. Man kommt fast auf 19.000 Fahrten.

KRAMSACH In Sachen Verkehrs-Belastung in Kramsach steht nun auch ein wiederholter Bruch des LKW-Fahrverbotes am Reintaler See im Raum. Mehrere Anrainer der L211 Seenstraße melden der Redaktion nächtliche Durchfahrten von großen Fern-Zügen oder ganzen Gruppen von Fernzügen, die offenbar vor allem nach 22:00 Uhr durch den Ort donnern. "Vor allem in den Nachtstunden ist der Tiefschlaf sehr wichtig. Das ist wissenschaftlich längst bewiesen! Das dumpfe Donnern der LKWs geht auch durch dicke Fenster und lässt in den Nächten auch den Puls ansteigen. Gerade dann, wenn wir die Erholung dringend brauchen", heißt es dazu von Seiten der Bürger-Initiative "Feinstaub-Siedlung".

Etwa 18.000 PKW wurden bei einer Verkehrszählung am 11. Juli 2018 beim "Unterberger"-Kreisverkehr in Kramsach gezählt.



Neue Transparente

Mit neuen Transparenten versucht die Bürger-Initiative nun noch eindringlicher auf die aktuellen Verkehrs-Probleme in Kramsach aufmerksam zu machen.
Ein Dorn im Auge ist der Initiative "Feinstaub-Siedlung Kramsach" die nächtliche Fahr-Tätigkeit der Firma NAGEL in Kramsach. "Von der Firma NAGEL haben wir 57 Fahrten zwischen 21:00 Uhr abends bis 6.00 Uhr früh gezählt. In einer Zeit, in der jedem der Schlaf zusteht, ist das alle 9 Minuten ein LKW, der die Leute aus dem Schlaf reißt!"

Reger Zulauf zur Initiative

Die Bürger-Initiative Feinstaubsiedlung erfreut sich derweilen regen Zulaufs. Immer mehr Bürger schließen sich dem Kampf gegen das Kramsacher Verkehrs-Chaos an. "Hier merkt man den deutlichen Leidensdruck der Bevölkerung. Überraschend sind auch die Rückmeldungen von diversen Einzelinitiativen der letzten Jahre, die anscheinend immer wieder abgeschmettert wurden oder im Sand verlaufen sind…"

Die Bürgerinitiative Feinstaubsiedlung zählte am 11. Juli auch Schwerverkehr-Fahrten beim Kreisverkehr und kam hier auf etwa 900 Fahrten.



Initiative fordert Bau-Stopp für Wohnblocks in Kramsach!

Neben der Entlastung des Kreisverkehrs "Unterberger" ist es der Bürger-Initiative auch ein großes Anliegen, die rasante Verkehrs-Entwicklung im Ort endlich einzudämmen. "Fußgänger, Radfahrer und Schulkinder sollen sich wieder sicher im Ort bewegen können", fordert die Bürger-Bewegung. Das sei momentan nicht mehr überall der Fall...
Und weiter: "Man hat dem Verkehr lange genug den Vorrang gegenüber Gesundheit und Sicherheit eingeräumt! Von Strukturmaßnahmen, die vielfach von der Bevölkerung bei der Communalp eingebracht wurden, hört man aber leider nichts mehr. Und es ist uns auch ein großes Anliegen, dass nicht an den ohnehin schon verkehrstechnisch völlig überlasteten Plätzen ständig weitere Wohnanlagen, Mehr-Parteien-Häuser und Wohnblocks errichtet werden!"
Dafür sei endlich eine nachhaltige Raumentwicklung und regionales Mobilitäts-Management extrem wichtig.

Polizei-Kommandant Richard Hotter zur LKW-Situation

Polizei-Kommandant Richard Hotter erklärt: "Es geht den Fernfahrern bei der Umfahrung der Kontroll-Stelle um zwei Dinge. Einerseits Flucht vor Autobahn-Gebühren – und in Kombination damit oft auch noch um ein Ausweichen wegen Überladung, damit sie bei den Kontroll-Stellen nicht verwogen werden. Die Fahrer wissen es meistens, wenn sie überladen sind. Sie fahren also verbotener Weise auf der Bundes- oder Landesstraße. Das kostet sie 220,- EURO Strafe. Das ist billiger als Umladen auf der Kontroll-Stelle. Sie werden bei den verbotenen Fahrten auch nicht immer erwischt und kalkulieren hier die "günstigere" Strafe einfach ein."