13 zu 2: Mit diesem Ergebnis wurde dem Antrag des Bürgermeisters auf Beitritt unter gewissen Voraussetzungen zugestimmt.

Wasser-Verband gegründet!

Nach langem Hin und Her wurde nun Ende Februar der Hochwasser-Verband "Unteres Unterinntal" gegründet. Radfeld blieb bis zuletzt skeptisch: Beitritt "ja, aber" ist das Ergebnis der letzten Gemeinderats-Sitzung. Für den Wasserverband nicht genug - Radfeld wird von der Wasserrechtsbehörde per Bescheid zwangsverplfichtet.

UNTERLAND "Wenn bis zur Gründung des Wasserverbandes keine Zustimmung aus Radfeld vorliegt, wird Radfeld zwangsverpflichtet", steht im Radfelder Gemeinderats-Protokoll vom 12. Dezember letzten Jahres. Radfeld wurde also das Messer an den Hals gesetzt... Dennoch: Mit 2 zu 13 Stimmen wurde der Antrag von Vize-Bgm. Friedrich Fischler (BGM-LISTE) auf freiwilliges Beitreten zum Wasserverband bei der Gemeinderatssitzung im Februar abgelehnt. Stattdessen las Bürgermeister Mag. Josef Auer einen, gemeinsam mit dem Gemeinderat erstellten, Antrag vor.
Bei einer Vorbesprechung hat der Gemeinderat bereits einige Punkte formuliert: "Insgesamt sind die Nachteile bei einem Beitritt zum geplanten Wasserverband unverhältnismäßig größer als die Vorteile. Die Kritikpunkte der Gemeinde Radfeld wurden nicht gehört und die Forderungen nicht berücksichtigt", sagt Auer in der Sitzung. Der Wunsch der Gemeinde sei es jedoch, dem Hochwasser-Verband Unteres Unterinntal beizutreten und damit einen gewichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz für die betroffenen Gemeinden zu leisten – "aber nur bis zu einem bestimmten Beitrag", sagt Auer.

Radfelds Forderungen

Der gefasste Beschluss (13 zu 2) besagt, dass Radfeld bereit ist, dem Wasserverband beizutreten, wenn:
1.) ... eine konkrete und verbindliche Alternativenprüfung (Stichwort Alpine Retention) durchgeführt wird.
2.) ... der Hochwasserschutz von der Einräumung von Zwangsrechten gegenüber Grundstückseigentümern absieht (außer in ausdrücklich zu regelnden Ausnahmefällen).
3.) ... das Retentionsgebiet erst ab dem Maukenbach (Richtung Osten) beginnt.
4.) ... die Retentionsfläche im Finanzierungs-Schlüssel miteinbezogen wird.
5.) ... von Land, Bund und ASFINAG eine Garantie-Erklärung abgegeben wird, die den Schutz der Gemeinde Radfeld garantiert.
Nur wenn diese Punkte eingehalten werden, soll Radfeld laut GR-Beschluss dem Verband beitreten.

BH Dr. Platzgummer erklärt

Zur Skepsis von Radfeld sagt BH Dr. Christoph Platzgummer kurz vor der Gründungs-Sitzung: "Alle Gemeinden haben mit Ausnahme von Angath die erforderlichen Beschlüsse zum freiwilligen Beitritt gefasst. Es wird also am 26. Februar auf jeden Fall die Gründungs-Sitzung wie geplant stattfinden. Alle Gemeinden werden beitreten – außer Angath. Für den Fall, dass Radfeld in der Gründungs-Sitzung Bedingungen stellt, die nicht erfüllbar sind, wird gleichzeitig mit dem Gründungs-Beschluss der Antrag an die zuständige Wasserrechts-Behörde gestellt, Radfeld verpflichtend in den Verband einzubinden."

Verband wie geplant gegründet

Die Gründung des Wasserverbandes fand am Dienstag, 26. Febraur, statt. Im Verband sind neben den Gemeinden auch die ASFINAG, die ÖBB, die TIWAG und das Land Tirol: "Der Hochwasserschutz für die Gemeinden im Unterinntal ist von wesentlicher Bedeutung – schließlich geht es um die Sicherheit der Bevölkerung, den Schutz von 2.200 Gebäuden und 160 Hektar Bauland sowie die künftige Entwicklung der Region", erklären LH Günther Platter und sein Stellvertreter Josef Geisler (beide ÖVP) unisono.

Zehn Mitglieder traten auf Basis der gemeinsamen Statuten freiwillig bei. Radfeld nicht. "Aus diesem Grund wurde der Beschluss gefasst, Radfeld verpflichtend am Wasserverband zu beteiligen", heißt es in einer Presseaussendung der BH Kufstein. Sobald nun die Beiziehung der Gemeinde Radfeld von der Wasserrechtsbehörde per Bescheid anerkannt und die Statuten genehmigt sind, kann der Wasserverband die operative Arbeit aufnehmen. Das heitß: Die Einreichplanung für das Hochwasser-Schutz-Projekt kann erstellt werden.

Projekt-Details

Durch die Gründung des Wasserverbandes ist nun ein Weiterkommen des 250-Millionen-EURO-Projektes möglich. Durch das geplante Hochwasserschutz-Projekt "Unteres Unterinntal" werden 2.200 Häuser sowie 160 Hektar Bauland im Bereich zwischen Kramsach und Angath geschützt. 8,5 Mio. Liter Wasser können bei einem 100-jährigen Hochwasser zurückgehalten werden."Es geht um gemeinsame Interessen, um den Schutz der Bevölkerung, um Sachwerte und um die künftige Entwicklung in der gesamten Region“, erklärt Bezirkshauptmann Christoph Platzgummer. Mit der Grüundung des Wasserverbandes kann nun also weiter gearbeitet werden....