Die Gasmotoren von INNIO sind laut Standortleiter Mühlbacher eine wichtige Ergänzung zu Windkraft und Solarstrom.INNIO

INNIO Jenbacher: "Suchen 100 Mitarbeiter!"

"GE Jenbacher" hat einen neuen Eigentümer und heißt jetzt "INNIO Jenbacher". Was bedeutet das für die Mitarbeiter und den Standort? Der ROFAN-KURIER hat nachgefragt: Offenbar mehr Eigenständigkeit und Aufwind: Der Betrieb sucht aktuell über 100 Mitarbeiter.

JENBACH Seit 2003 gehörte das "Jenbacher Werk," wie es im Volksmund noch immer heißt, zu General Electric (GE). Heuer hat der Finanz-Investor "Advent International" das Jenbacher Werk gekauft. Seit 1. November 2018 firmieren Jenbacher, Waukesha Engines (USA) und GE Kapfenberg (ein Zündkerzen-Hersteller, den Jenbacher übernommen hat) unter dem gemeinsamen Marken-Namen INNIO mit Zentrale in Jenbach. Der ROFAN-KURIER hat Standort-Leiter Mag. (FH) Ing. Martin Mühlbacher zum Gespräch getroffen.
Mühlbacher lebt in Kramsach. Er hat die HTL Jenbach absolviert und war ein Jahr lang selbst als Konstrukteur tätig. Bei Jenbacher ist er seit 1997 beschäftigt, dort hat er auch ein berufsbegleitendes MCI-Studium zum Mag. (FH) absolviert und ist mittlerweile zum Standort-Leiter aufgestiegen.

ROKU: "Wie hoch war eigentlich der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 für den Standort Jenbach?"
MÜHLBACHER: "Die Gruppe, also Jenbacher und Waukesha zusammen, schrieben 2017 etwa 1,25 Mrd. EURO Umsatz. In den letzten 15 Jahren hat sich der Umsatz versiebenfacht – allerdings gemeinsam mit Waukesha-Engines, die erst seit 2010 bei GE dabei waren."

Mag. (FH) Ing. Martin Mühlbacher ist der Standortleiter von INNIO in Jenbach. ©INNIO



ROKU: "Wie hoch ist der Gewinn nach Steuern im laufenden Geschäftsjahr für den Standort Jenbach?"
MÜHLBACHER: "Diese Zahl ist noch nicht freigegeben. Aber wir haben im laufenden Geschäftsjahr 2018 einen zweistelligen Zuwachs beim Auftrags-Eingang und gehen von einem weiteren, einstelligen Wachstum 2019 aus."

Mühlbacher: "Wir sind eine Brücke in die 'Güne Zukunft'"

ROKU: "Jenbacher sieht sich als Teil der Energiewende – produziert aber Motoren für einen fossilen Brennstoff. Wie passt das zusammen?"
MÜHLBACHER: "Wir sind eine Brücke in die 'Grüne Zukunft', weil wir eine wichtige Ergänzung zu Windkraft und Solarstrom herstellen. Ökostrom ist nicht immer verfügbar und teils großen Schwankungen unterworfen. Unsere Motoren können diese Schwankungen sehr schnell ausgleichen und Strom und Wärme teils mit Anlaufzeiten unter einer Minute ins Netz liefern! Daher sehen wir einer rosigen Zukunft entgegen und sind tatsächlich Wegbereiter für die erneuerbaren Energien. Zudem: Gas ist zwar fossil – verbrennt aber extrem sauber und mit unseren patentierten Systemen sogar noch sauberer."

ROKU: "Die Jenbacher-Gasmotoren können ja auch mit Deponie- und Faulgasen betrieben werden. Gibt es Anwendungs-Beispiele in der Nähe?"
MÜHLBACHER: "Ja, ganz in der Nähe! Die Klärwerke in Strass und in Innsbruck erzeugen Strom und Wärme für den Eigenbedarf mit unseren Motoren. Zudem wird sogar Strom verkauft."

ROKU: "Thema Standort-Sicherheit: Aktuell arbeiten etwa 1.600 Menschen hier am Standort. Jetzt gibt es einen neuen Eigentümer. Wie geht es weiter?"
MÜHLBACHER: "Der neue Eigentümer bedeutet für uns eine Verbesserung! Wir agieren jetzt wieder eigenständiger und haben heuer bereits 60 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Aktuell suchen wir über 100 zusätzliche Kräfte. Jenbacher ist weltweit mit diesem Standort eine absolute Perle. Wir sind im Bereich Gasmotoren führend. Das Werk ist hochmodern! Wir erhielten bereits den GEO-Award als „Fabrik des Jahres“. Die Mitarbeiter sind hochqualifiziert und werden laufend geschult."

ROKU: "Danke für das Gespräch!"