Mag. Rainer Unger ist der Manager der KEM Alpbachtal. Er hilft privaten Häuselbauern, wie auch den Gemeinden in Sachen Förderungen.

KEM findet die passende Häuslbauer-Förderung

In Österreich gibt es 95 Klima- und Energie-Modellregionen (KEM). Eine davon ist das Alpbachtal und Mag. Rainer Unger ihr Manager. "Das Klima schonen" steht groß auf der Agenda der KEM-Regionen. Doch was kann eine Privatperson dabei machen?

BRIXLEGG Die Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) wollen lösungsorientierte klimapolitische Maßnahmen auf regionaler Ebene durchsetzen und langfristig unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden. Durch die KEM werden Gemeinden und auch Privatpersonen beraten. Doch wie kann eine Privatperson dabei mithelfen, fossile Energieträger zu vermeiden? Mit dieser Frage hat der ROFAN-KURIER den KEM-Manager Mag. Rainer Unger von der Klima- und Energie-Modell-Region „Alpbachtal“ konfrontiert.

Sanierung senkt Heizbedarf

"Bei uns in der Region gibt es noch immer 40 bis 50 Prozent Öl-Heizungen", sagt Unger. Ein Umstieg auf Pellets würde dem Klima gut tun... Aber die günstigste Investition, wie man als Privatperson umweltschonender heizen kann ist, wie bekannt, die Sanierung. Der Heizbedarf sinkt hier um etwa 50 Prozent, erklärt der KEM-Manager. Wobei hier die billigen EPS-Platten, ein Mineralöl-Produkt, nicht so gut dämmen wie etwa Hanf. "Bei Hanf ist das Investment aber natürlich höher. Hier gibt es eine Faustregel: Durch den niedrigeren Energiebedarf amortisieren sich die Dämmstoffe nach etwa zwei Jahren", sagt Unger.

Um Dämmstoffe gehe es auch bei den Energieberatungen, die die KEM Alpbachtal kostenlos anbietet. Hier kommt ein externer Energieberater, bei dem sich Häuslbauer beraten lassen können. Das wird leider nicht so gut angenommen. "Jährlich nehmen etwa sieben bis acht Personen die Energieberatung in Anspruch", weiß Unger. Die Vor-Ort-Beratung im Wert von 120,– EURO wird für 10 Häuslbauer der Region pro Jahr auch von der KEM übernommen.

Spezifische Förderungen

Bei der Frage "Welche Förderungen helfen mir?" steht Rainer Unger selbst zur Verfügung. "Jeder kann nach Terminvereinbarung bei mir vorbekommen und ich schaue mir den spezifischen Fall an", sagt er. Es gibt einige Förderungen für Privatpersonen. Unger spricht hier etwa die "Raus-aus-dem-Öl"-Förderung des Bundes an. Dieser Fördertopf sei für heuer bereits aufgebraucht, "kommt aber garantiert nächstes Jahr wieder ein Neuer". Grundsätzlich kann man in Zukunft mit mehr Förderungen rechnen. Das begründet der Experte mit dem Pariser Klimavertrag und den drohenden Strafzahlungen, die Österreich im Falle eines Verpassens zahlen müsste. Auch eine GRÜNE Regierunsbeteiligung könnte den Förderungen von Vorteil sein...

Neben den Privatpersonen kümmert sich der KEM-Berater mehr um die Gemeinden. Er war etwa die treibende Kraft hinter der Mustersanierung der VS Brixlegg. "Durch die Mustersanierung ist die Fördersumme von 200.000 auf 600.000,– EURO gestiegen", sagt Unger. Der ursprüngliche Plan war, dass bei der Sanierung der Volksschule die alte Öl-Heizung bestehen bleiben sollte. Durch den Tausch dieser Heizung gegen eine moderne Pelletts-Heizung wurde das Projekt mustersanierungs-würdig. "Es gab dadurch natürlich Mehrkosten, aber unterm Strich bleiben ihnen 200.000,– EURO über", erklärt Unger. Mit einem besseren Heizsystem.

Eine Förderung von 200.000,– EURO bekommt eine Privat-Person natürlich nicht, doch gemeinsam mit der KEM kann ein privater Häuslbauer auch einige Förderungen 'abstauben' und umweltfreundlicher bauen.