Serenity sind (v.l.) Fabio D‘Amore am Bass, Georg Neuhauser als Sänger, Christian Hemsdörfer an der Gitarre und (im Hintergrund) Andreas Schipflinger am SchlagzeugSERENITY

Altgediente Symphonic-Metal-Ritter: Serenity

"Harten, sehr bombastischen Rock" spielt die Band SERENITY. Ihre Musik ist nichts für den 08/15-Radio-Hörer. Um die Musik, die Texte und die Geschichten zu verstehen, muss man sich zum Hören Zeit nehemn. Geschichtliches Hintergrundwissen ist ebenfalls von Vorteil...

REGION Kaum eine Band aus der ROFAN-KURIER-Region ist weltweit so bekannt wie SERENITY. Die Band um den Münsterer Front-Man Georg Neuhauser hat als Symphonic-Metal-Band einen internationalen Ruf und bekam in Österreich bereits den Amadeus-Music-Award verliehen. Viel Aufmerksamkeit brachte der Band die größte Auszeichnung der österreichischen Musik-Branche allerdings nicht: "Die Medienvertreter stürzten sich auf die Musiker wie Voodoo Jürgens", erzählt Neuhauser im ROFAN-KURIER-Interview. Die Kategorie Hard & Heavy wurde wenig bis gar nicht beachtet. Auch in Tirol war das Medien-Interesse überschaubar...

Serenity kann europaweit auf eine große Fan-Base blicken. Auf Facebook hat die Band etwa 60.000 Gefällt-Mir-Angaben. © Serenity

Mit Dio auf der Bühne

Zurück zum Beginn der Band: Gegründet wurde SERENITY 2001 unter anderem von Mario Hirzinger (heute FELS). Neuhauser kam 2004 zur Band – indem er bei einer Probe einfach mitspielte. "Ich war von heute auf morgen dabei", lacht er.
In der aktuellen Besetzung mit Neuhauser (Sänger), Christian Hermsdörfer (Gitarre), Fabio D‘Amore (Bass) und Andreas Schipflinger (Schlagzeug) spielt die Band seit 2014. Schlagzeuger Schipflinger ist seit Anbeginn dabei – "er wird uns bei SERENITY alle überleben", lacht Neuhauser.

SERENITY ist "überall größer als in Österreich“ – auf Facebook haben sie über 60.000 Gefällt-Mir-Angaben und Youtube-Videos mit mehreren Millionen Klicks. Fans fahren teilweise mehrere hunderte Kilometer für ein Konzert, kommen aus Südamerika für SERENITY-Konzerte nach Europa. In London warteten etwa Fans am Bahnhof um sich Unterschriften der Band zu holen. In Österreich ist die Band – sowie die gesamte heimische Musiker der Richtungen Hard&Heavy oder Metal – etwas unter dem (Mainstream-)Radar... Von der Erfolgen können die Bandmitglieder aber auch nicht leben: Inzwischen ist die Band ein "Hobby das sich selbst trägt", sagt Neuhauser. Die Mitglieder der Band sind – auch heute noch – weit Weg vom Reduzieren ihres Full-Time-Jobs.

"My Kingdom comes" war das erste Video zum Album "The Last Knight". Das Thema lässt sich leicht erkennen... © Serenity

2004 hatten die Metaller auch gleich das erste Highlight: Sie durften als Vorband von Metal-Legende Ronnie James Dio auftreten. "Eines unserer ersten Konzerte – ein super Start im ausverkauften Komma", erinnert sich Neuhauser an den Auftritt zurück. Diesen Gig verdanken sie dem – inzwischen verstorbenen – Booker Larry Pfeiffer. Der ehemalige Geschäftsführer ihres "Haus- und Hof-Clubs", des VZ Komma Wörgl, war in den Anfangsjahren eine große Unterstützung für SERENITY.
Nach inzwischen sechs Alben, unzähligen Auftritten und vielen verschiedenen Band-Mitgliedern brachte SERENITY Anfang dieses Jahres eine neue CD heraus. Leider keine gute Zeit für einen Release...

Maximilian I.

Die Tour zu "The Last Knight" war im April 2020 geplant, dann im Februar 2021. Stattfinden wird diese Corona-bedingt wahrscheinlich im April 2022. Eventuell auch bereits mit einem weiteren Album.

Geschichtliche Themen ziehen sich – wie bei den anderen SERENITY-Alben – durch das Schaffen der Band. "The Last Knight" ist inspiriert vom "Letzten Ritter". Das Thema Maximilian I. – Neuhauser ist Geschichtsprofessor und wollte "bis zum 11. Lebensjahr Ritter werden" – zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album. Auch die vorherigen SERENITY-Alben waren von geschichtlichen Personen geprägt. Hier findet man etwa Leonardo da Vinci oder Richard Löwenherz.

Ziel: Tiroler Rolling Stones

Die Musik von SERENITY ist "harter, sehr bombastischer Rock". Ähnlich wie bei Queen in deren späteren Werken, haben die Alben von SERENITY ebenfalls Themen. Für die Album-Produktion von SERENITY braucht es auch immer wieder Orchestra (als Samples aus der Dose) oder Chöre.


"Lionheart" das vorherige Album von Serenity behandelte das Leben von König Richard Löwenherz. © Serenity

In Zukunft soll es für SERENITY natürlich weiter nach oben gehen – eine größere Fangemeinde, eine sehr lange Tournee, sobald dies wieder möglich ist: "Wir wollen die Tiroler Rolling Stones werden", lacht Neuhauser zum Abschluss.


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