Rattenbergs Bürgermeister Bernhard Freiberger berichtet bei der Gemeindeversammlung im Juni über vergangene und aktuelle Projekte der Stadtgemeinde.

Rattenberg: Zurück zum Glas!

Bürgermeister Bernhard Freiberger zog bei der Gemeindeversammlung Bilanz über das vergangene Jahr und gab einen Ausblick auf die Zukunft. Er möchte aber nicht nur Rattenberg stärken. Die ganze Region soll profitieren...

RATTENBERG Rattenberg hat ein ereignisreiches Jahr hinter sich gebracht. Viele Veranstaltungen mit den Highlights Rad-WM, Mittelalterfest und Rattenberger Advent standen letztes Jahr im Mittelpunkt. "Ich vermisse aber nicht, dass es dieses Jahr etwas ruhiger zugehen wird", sagt Bgm. Bernhard Freiberger bei der Gemeindeversammlung Ende Juni. 2019 wird also ruhiger, "aber die Arbeit geht uns nicht aus", sagt der Bürgermeister.

WC- und Schrankenanlage haben Priorität

Ein Großprojekt, bei dem die Planung startet, ist die Schrankenanlage – beim Parkplatz Ost soll versucht werden, ob eine solche Anlage funktionieren kann. "Wir suchen die beste Lösung für Kunden und die Wirtschaft in Rattenberg", erklärt Freiberger auf Nachfrage des ROFAN-KURIER. Wie genau die Lösung aussehen wird, ist aber noch nicht klar. Bei der Versammlung richtete er sich direkt an die Wirtschaftstreibende in Rattenberg: "Dieses Projekt wird etwas!", verspricht er.
Ein weiteres wichtiges Projekt für Rattenberg ist die Erneuerung der Toilettenanlagen bei den Parkplätzen. "Die Toiletten-Anlagen sind kein Renommee für Rattenberg", sagt er. Die Kosten sind hier aber ein Problem: Das billigste Angebot "für ganz etwas Einfaches" beträgt 60.000,– EURO, das teuerste ist bei 300.000,– EURO. Bei den Toilettenanlagen brauche es aber noch mehr Gespräche. Auch der TVB Alpbachtal Seenland soll hier mitbezahlen.
"Für mich gehört ja das TVB-Büro dorthin, wo jetzt die Klos sind", sagt Freiberger zum Parkplatz in Richtung Brixlegg. Die Toilettenanlage soll dann auch den Skaterpark und den Bikepark an diesem Ende der Stadt bedienen.

Jährlich 10.000,– EURO Schaden durch Vandalismus

Bei den aktuellen Toiletten hat Rattenberg auch ein Vandalismus-Problem: „Das obere WC (Richtung Brixlegg, Anm. der Redaktion) kostet uns jährlich 10.000,– EURO wegen Vandalismus-Schäden", sagt Freiberger. Die Projekte sollen so schnell wie möglich realisiert werden - 2019 wird sich aber noch nicht ausgehen.

Auch ein neues Hotel mit Gastronomie und Lounge-Bereich soll in Rattenberg im Bereich des Augustinermusums kommen. "Die Pläne sind inzwischen eingereicht", sagt der Bürgermeister. Die Gemeinde als Baubehörde und die Bezirkshauptmannschaft als Gewerbebehörde prüfen aktuell diese.

Synonym Glasstadt

Rattenberg will sich das Synonym Glasstadt wieder zurückholen. Das Thema Glas soll in Rattenberg wieder etabliert werden – hofft der Bürgermeister.
Über den Sommer läuft bereits eine Ausschreibung über LEADER. Die ganze Stadt soll eine Art "Glasmuseum" werden. Bgm. Freiberger spricht von einem "Rundwanderweg, der das Thema Glas näher bringen soll". Kostenpunkt ist laut Schätzungen eine Million EURO für verschiedene bauliche Maßnahmen. Ein Leitsystem durch die Stadt, Inszenierungen in der Stadt und am Schlossberg – die LEADER-Förderung könnte hier die Hälfte übernehmen.
Im September wird der Gemeinderat darüber entscheiden, ob diese Idee weiterverfolgt wird.

Finanziell steht Rattenberg inzwischen nicht mehr schlecht da. "Vor einigen Jahren hatten wir noch eine Vollverschuldung, inzwischen ist der Verschuldungsgrad der Stadtgemeinde unter 30 Prozent", sagt der Bürgermeister. Rattenberg möchte sich aber "nicht zu Tode sparen", sondern die finanziellen Mittel sinnvoll für die Stadt und auch für die Region einsetzen.

Region stärken

Bürgermeister Bernhard Freiberg fühlt sich nicht nur für Rattenberg zuständig. Ihm liege die ganze Region am Herzen, bekräftigte er bei der Gemeindeversammlung abermals. "Bei uns stehen die Türen offen für Gemeindekooperationen mit unseren Nachbargemeinden. Wir sind nur als Region stark", sagt er. So biete er etwa das Grundstück hinter dem SPAR-Markt am Kreisverkehr Brixlegg an, um Werbung für die Region zu machen. Ansonsten befürchtet er, dass die Tourismus-Region untergeht.