Hier soll eine Boden- Aushubdeponie errichtet werden. Anrainer als auch Gemeindeführung sind davon nicht begeistert. Archivfoto: Wirnsperger

Wiesing will Deponie-Verkehr beschränken

Die geplante Aushubdeponie "Astenberg" beschäftigt Wiesing. Die Gemeinde kämpft an allen Fronten "um die Belastung für die Bevölkerung so nieder wie möglich zu halten", sagt Bgm. Alois Aschberger und kritisiert, dass die Gemeinde beim Verfahren keine Parteistellung hat. Unterstützt wird er dabei von der LISTE FRITZ.

WIESING Auf etwa 35.000 Quadratmeter soll in Wiesing eine Bodenaushubdeponie entstehen. 95.000 Kubikmeter Aushub sollen in einem Zeitraum von bis zu 20 Jahren befüllt werden. Laut Antragssteller ergibt das pro Tag etwa zwei bis drei LKW-Fahrten. Als Deponiebetriebszeiten werden vom Antragssteller Montag bis Freitag zwischen 7:00 und 18:00 Uhr und Samstag von 7:00 bis 12:00 Uhr angegeben. Die Zufahrt zur Deponie soll über die Wiesinger Rofansieldung erfolgen. Sowohl die Anrainer als auch die Gemeinde haben mit der Deponie keine Freude. Von seiten der Anrainer gibt es eine UnterschriftenAktion...

Verkehrsbeschränkung

Bereits im September 2020 wurde im Wiesinger Gemeinderat über diese Deponie gesprochen. Damals wurde beschlossen, dass eine Petition gegen die Aushubdeponie Astenberg an die BH Schwaz geschickt wird. Zusätzlich wurde ein Verkehrs-Gutachten in Auftrag gegeben. "Wir sind laufend mit der BH und unserem Verkehrsplaner in Gesprächen. Ein gewisser Lastverkehr ist auf der geplanten Straße möglich, jedoch nicht im Außmaß einer Deponie", sagt Bgm. Alois Aschberger (UWL) im Gespräch mit dem ROFAN-KURIER. So werden zur Zeit Alternativen zur Zufahrt duch die Rofan-Siedlung und das Dorf – gemeinsam mit Bezirkshauptmannschaft und Land Tirol – gesucht. Aschberger  versicherte zudem, dass  die Gemeinde Wiesing an allen Fronten dafür kämpft, dass die Belastung für die Bevölkerung so gering wie möglich ist.

Keine Parteistellung

"Unser größtes Problem ist allerdings, dass wir bei dieser Deponie keine Parteistellung haben", sagt er. Bei Deponien unter 100.000 Kubikmeter Fassungsvermögen kann die Behörde nach dem Abfallwirtschaftsgesetz des Bundes ein vereinfachtes Verfahren durchführen, die Parteistellung der Gemeinde wird somit umgangen. Ein Problem, das auch in der Landespolitik thematisiert wird: So schaltete sich auch die Opposition im Tiroler Landtag zu diesem Thema ein. LA Mag. Markus Sint (LISTE FRITZ) kritisiert, dass sich Bürgermeister und Gemeinderat nicht wehren können. "Es ist total unverständlich, dass Gemeinde und Bürger zwar massiv von so einer Deponie belastet werden, aber sich nicht wehren können! Es ist auch völlig unverhältnismäßig und absurd, denn für den Bau jeder Garage braucht es eine Widmung und eine Bauverhandlung, bei so einer Deponie mit massiven Belastungen für die Bürger aber nicht einmal eine Widmung", sagt er. Er fordert, dass es für Deponien generell eine Sonderflächenwidmung braucht. "Für die ungeliebte Wiesinger Deponie wäre das die Lösung, denn der Gemeinderat würde nicht widmen, die Deponie nicht kommen." Laut einer Erhebung der LISTE FRITZ gibt es weit mehr als 200 Deponien in Tirol. Einige sehr große, manch kleinere aber immer fallen zusätzliche LKW-Fahrten, oftmals mitten durch die Wohngebiete, an.

Weitere Links zum nachlesen:
https://www.rofankurier.at/lokales-schwaz/wiesing-nein-zu-bodenaushub-deponie


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